Experten-Warnung

Ray Dalio warnt vor der US-Schuldenkrise - warum Gold jetzt zum Fluchtventil werden könnte


Ray Dalio warnt vor der US-Schuldenkrise - warum Gold jetzt zum Fluchtventil werden könnte

Ray Dalio warnt vor der wachsenden US-Schuldenlast und sieht in Gold und Bitcoin möglichen Schutz für Anleger.

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  • Ray Dalio warnt vor wachsender US-Schuldenlast
  • Gold und Bitcoin im Fokus
  • Schutz vor Schuldenrisiken?
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Ray Dalio schickt eine deutliche Warnung an die Finanzmärkte. In einem aktuellen LinkedIn-Beitrag schreibt der Bridgewater-Gründer, die finanzielle Lage der US-Regierung erreiche einen Wendepunkt. Gleichzeitig rät er Anlegern, Anleihen zu untergewichten, zwischen 10 und 15 Prozent des Portfolios in Gold zu halten und zusätzlich etwas Bitcoin beizumischen. Bitcoin und Gold ziehen seit Tagen an, und mehrere Marktbeobachter sehen in der Debatte um die Staatsverschuldung einen zentralen Treiber für die sogenannte Entwertungswette auf harte Vermögenswerte.

Dalios Blick auf die wachsende Schuldenlast

Nach Dalios Rechnung würde der Schuldendienst der US-Regierung auf rund 11 Billionen US-Dollar zulaufen, umgerechnet etwa 200 Prozent der jährlichen Staatseinnahmen, sollte Washington so weiterwirtschaften wie bisher. Die Bundesausgaben liegen bereits rund 40 Prozent über den Einnahmen. Seine eigene Prognose nennt er selbst unsicher: Er rechnet mit einem Einschnitt in etwa drei Jahren, mit einer Schwankungsbreite von zwei Jahren nach oben oder unten, falls sich am aktuellen Kurs nichts ändert. Aus seiner Sicht helfen nur Ausgabenkürzungen, höhere Steuereinnahmen und niedrigere Zinsen gemeinsam, ohne dass eine der drei Stellschrauben zu stark bewegt wird, sonst drohe ein abrupter Anpassungsschock. Vor einer erzwungenen Zinssenkung durch die Notenbank warnt er ausdrücklich.

Bitcoin und Gold als Fluchtventil

An den Märkten für Gold und Bitcoin ist die Reaktion auf die Debatte längst angekommen. Bitcoin befindet sich seit Tagen im Rally-Modus. Gold und Silber legten gegenüber ihren jüngsten Tiefs zuletzt ebenso deutlich zu. Standard Chartered sieht laut Forbes das Risiko, dass die eigene Jahresendprognose von 100.000 US-Dollar für Bitcoin inzwischen zu niedrig liegt, nachdem das Institut das Ziel zuvor bereits von 150.000 US-Dollar gesenkt hatte, und rechnet nun eher mit einem erneuten Test der Bitcoin-Bestmarke von 126.000 US-Dollar.

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Kritische Stimmen sehen einen langsamen Umbau des Systems

Der Chef der Goldplattform Vaulted, David McAlvany, beschreibt laut Forbes im Podcast On The Margin ein grundsätzliches Problem der internationalen Kapitalflüsse: Handelspartner der USA recyceln ihre Dollarüberschüsse traditionell in US-Staatsanleihen, und dieser Mechanismus gerate gerade ins Wanken. "Genau dieses System bricht gerade zusammen", wird McAlvany von Forbes zitiert. Er stuft die Lage zugleich nicht als Krise ein, sondern als Vorlauf auf strukturell höhere Zinsen in den kommenden Jahren, mit einem Zeithorizont von drei bis sieben Jahren, ähnlich wie Dalios eigene Schätzung. Kryptowährungen zählt er in seiner eigenen Vermögensaufteilung, die vor allem auf Aktien, Anleihen, Immobilien, Edelmetalle und Bargeld setzt, weiterhin zur höheren Spekulation, sieht aber Raum für eine Beimischung aus ohnehin spekulativem Kapital, sofern Anleger sich der Schwachstelle durch fortschreitende Quantencomputertechnik bewusst sind.

Zwei Termine dürften zeigen, ob sich die Debatte weiter zuspitzt: Die US-Regierung startet die größer angelegten Anleihenrückkäufe am 9. September, ehe am 4. November mit der nächsten Refinanzierungsankündigung weitere Details zur Schuldenstrategie folgen. Bis dahin bleibt offen, ob die Rally bei Gold und Bitcoin ein Vorbote struktureller Probleme ist oder eine vorübergehende Reaktion auf Dalios Warnung.

Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

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