Nach Goldman Sachs: Auch JPMorgan kappt die Ölpreisprognose deutlich

Goldman Sachs hat den Weg gewiesen, jetzt zieht JPMorgan nach: Die zweite Großbank binnen einer Woche kappt ihre Ölpreisziele für das laufende Jahr deutlich.
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JPMorgan hat seine Brent-Preisprognose für das zweite Halbjahr 2026 gesenkt. Die Bank erwartet laut investing.com nun im dritten Quartal einen Durchschnittspreis von 86 US-Dollar je Barrel, im vierten Quartal 80 US-Dollar. Zum Jahresende 2026 soll Brent bei 78 US-Dollar notieren. Goldman Sachs hatte ebenfalls erst kürzlich seine Prognose für das vierte Quartal von 90 auf 80 US-Dollar je Barrel zurückgenommen und für das Gesamtjahr 2027 ein Ziel von 75 US-Dollar ausgegeben.
Schwächere Nachfrage und enttäuschende Lagerabbaus als Ursache
Als Haupttreiber nennt JPMorgan zwei Faktoren: Die Lagerabbaus bei OECD-Ländern blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück, während die Nachfrageverluste die Prognosen übertrafen. Der Markt habe sich durch eine deutlich andere Kombination aus Nachfrageschwäche und Lagerdynamik neu austariert als ursprünglich angenommen. Die Ölflüsse liegen nach Angaben der Bank derzeit bei rund 8,6 Millionen Barrel täglich und lagen im bisherigen Verlauf des Junis im Schnitt bei 6,3 Millionen Barrel täglich, deutlich über dem Niveau aus April und Mai.
Überangebot im Jahresverlauf als Folge
Beide Häuser sehen das Angebotsrisiko für das vierte Quartal 2026 und das erste Halbjahr 2027 als erheblich. JPMorgan hält es für wahrscheinlich, dass die Produktion Anfang 2027 gedrosselt werden muss, wenn die Förderung in der Schlussphase des Jahres auf Hochtouren läuft. Goldman Sachs wiederum weist auf den geopolitischen Puffer hin: Bei einer anhaltenden Entspannung am Persischen Golf könnte die Straße von Hormus bis Ende Juli wieder auf Vorkriegsniveau laufen, was den Abwärtsdruck zusätzlich verstärkt.
Die nächste Orientierung liefert die OPEC-Sitzung, auf der Produzenten wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate über ihre Fördermenge im dritten Quartal entscheiden.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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