Ölpreise geben etwas nach - Berichte über Iran-Gespräche beruhigen Markt

10.07.26 16:16 Uhr

LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Freitag nach den Iran-Turbulenzen der ablaufenden Woche ein wenig nachgegeben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August sank auf 76,07 US-Dollar. Damit fiel der Preis der globalen Referenzsorte um 0,30 Prozent.

Nach den jüngsten militärischen Eskalationen zwischen den USA und dem Iran setzen beide Seiten ihre Bemühungen für eine diplomatische Lösung des Konflikts fort. "Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, und die technischen Gespräche laufen weiter", sagte ein US-Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur.

Auch die iranische Seite zeige Gesprächsbereitschaft, erfuhr die dpa aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Die iranische Seite habe den Vermittlerstaat Pakistan gebeten, den USA Verhandlungswillen zu signalisieren, hieß es. Am Dienstag und Mittwoch waren die Ölpreise noch deutlich gestiegen. Schließlich hatte Trump von einem Ende des Waffenstillstandes gesprochen. Bereits am Donnerstag gaben die Preise nach.

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben unterdessen ihre Rohölförderung im Juni auf einen Rekordstand erhöht. Die Reaktion auf den Iran-Krieg fiel damit deutlich stärker aus, als in den Nachbarländern am Persischen Golf. Das Land förderte im Juni durchschnittlich 4,1 Millionen Barrel pro Tag, wie die Internationale Energieagentur in ihrem Monatsbericht am Freitag mitteilte.

Damit wurde die bisherige Tageshöchstfördermenge von 4 Millionen Barrel aus dem Jahr 2020 übertroffen. Damals hatte das Land während eines kurzen Preiskriegs mit Saudi-Arabien das Angebot erhöht. Die Emirate sind zum 1. Mai 2026 aus der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ausgetreten. Sie sind damit auch nicht mehr an Förderquoten gebunden. Abu Dhabi nutzt seine eigene große Flotte und hat auch zusätzliche Schiffe angemietet.

Mit dem zusätzlichen Angebot dürfte auch die Ölpreisentwicklung im vergangenen Monat gedämpft worden sein. Das globale Rohölangebot ist im Juni um 4,1 Millionen Barrel je Tag im Vergleich zum Vormonat gestiegen, berichtet die IEA. Es liegt aber immer noch um 9,4 Millionen Barrel je Tag unter dem Vorjahresniveau.

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