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Goldpreis fällt trotz Geopolitik: Iran-Konflikt schürt Ängste vor Zinsen und Währungskrise

23.07.26 22:59 Uhr

Starker Dollar bremst Edelmetall: Iran-Eskalation treibt Goldpreis und Minenaktien ins Rampenlicht | finanzen.net

Der Goldpreis ist von über 5.000 auf rund 4.000 US-Dollar gefallen, doch der wieder aufgeflammte Iran-Krieg könnte die Karten für Anleger neu mischen.

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  • Der Goldpreis ist von über 5.000 auf rund 4.000 US-Dollar gefallen
  • Der wieder aufgeflammte Iran-Krieg treibt Ölpreise und Zinssorgen
  • Barrick Mining und Newmont reagieren meist verstärkt auf Gold

Der im Frühsommer 2026 vereinbarte Waffenstillstand zwischen den USA und Iran ist gescheitert: US-Präsident Donald Trump erklärte ihn Anfang Juli für beendet, seither greifen die USA und Israel erneut Ziele im Iran an, während Teheran mit Angriffen in der Region antwortet. Für Goldanleger ist das mehr als eine geopolitische Randnotiz, denn der Konflikt könnte die Ölpreise weiter anheizen und die noch junge Führung der US-Notenbank Fed unter Kevin Warsh unter Druck setzen, wie Forbes-Kolumnist Steve Forbes am 21. Juli 2026 einordnete.

Warum der Goldpreis trotz Krieg zuletzt nachgab

Auf den ersten Blick wirkt der Rückgang paradox: Der Goldpreis lag am 21. Juli 2026 bei rund 4.000 US-Dollar je Feinunze, nachdem er zu Jahresbeginn zeitweise über 5.000 US-Dollar gestiegen war. Forbes deutet das nicht als Wertverlust von Gold, sondern als Kehrseite einer Erstarkung des US-Dollars. Zwei Faktoren stützten den Greenback: Die Regierung Trump hat ihre Rhetorik einer gezielten Abwertung des US-Dollars eingestellt, und der im Mai 2026 vom Senat mit 54 zu 45 Stimmen bestätigte neue Notenbankchef Kevin Warsh richtet die Fed stärker auf Währungsstabilität aus statt auf eine forcierte Konjunktursteuerung.

Der Iran-Krieg als neues Risiko für Zinsen und US-Dollar

Genau hier setzt der Iran-Krieg an. Seit Ende Februar 2026 befinden sich die USA und Iran im Kriegszustand, mit Angriffen auf Öltanker in der Straße von Hormus und Vermittlungsversuchen durch Katar und Pakistan für einen zehntägigen Waffenstillstand. Hält die Eskalation an, dürften die Ölpreise laut Forbes weiter steigen und damit die Inflation anheizen, was geldpolitische Falken in der Fed dazu bringen könnte, Warsh zu Zinserhöhungen zu drängen. Forbes erwartet, dass Warsh diesem Druck widersteht, sieht aber die Gefahr, dass allein die Unsicherheit die Anleihemärkte belastet, etwa über steigende Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen.

Auch eine internationale Währungskrise ist laut Forbes nicht ausgeschlossen

Als weiteres Risiko nennt Forbes eine mögliche Panik an anderen Devisenmärkten, etwa beim Japanischen Yen oder dem britischen Pfund. Japans Staatsverschuldung liegt proportional doppelt so hoch wie die der USA, während viele japanische Finanzinstitute Staatsanleihen mit sehr niedriger Verzinsung halten, deren Wert bei steigenden Zinsen sinkt. Auch in Großbritannien könnte eine als radikal wahrgenommene Politik des neuen Premierministers das Pfund belasten und die Aufnahme neuer Anleihen erschweren. Historisch verweist Forbes auf die Stärke des US-Dollars Mitte der 1980er Jahre, die über eine gezielte Abwertung mit zum Börsencrash von 1987 beitrug.

Goldminenaktien als Hebelspiel auf den Goldpreis

Für Anleger, die auf eine erneute Trendwende bei Gold setzen wollen, geraten klassischerweise auch Goldförderer in den Blick. Barrick Mining, vormals Barrick Gold, zählt zu den größten Förderern der Branche und produziert neben Gold auch Kupfer. Newmont verfügt nach eigenen Angaben über nachgewiesene und wahrscheinliche Goldreserven von mehr als 90 Millionen Unzen und ist zusätzlich in Silber, Kupfer, Blei und Zink aktiv. Aktien von Goldförderern schwanken erfahrungsgemäß stärker als der Goldpreis selbst, da Fördermengen und Kosten weitgehend fix sind und sich Preisbewegungen überproportional auf die Marge auswirken. Ein weiterer Aufschwung des US-Dollars träfe die Branche daher tendenziell härter als den Goldpreis selbst, eine Fluchtbewegung in Gold entsprechend stärker positiv.

Ob sich der wieder aufgeflammte Iran-Krieg tatsächlich in höheren Ölpreisen, steigenden Anleiherenditen oder einer neuen Dynamik beim Gold niederschlägt, dürfte sich in den kommenden Wochen entscheiden. Der ursprünglich im gescheiterten Verhandlungsrahmen vorgesehene Zeitraum von 60 Tagen deutet auf Mitte August 2026 als nächsten wichtigen Termin hin, bis zu dem sich Washington und Teheran auf eine Einigung oder eine weitere Eskalation zubewegen.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Wer in Gold oder Goldminenaktien investiert, sollte die hohe Schwankungsbreite geopolitisch getriebener Kursbewegungen einkalkulieren.

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Bildquellen: Kotomiti Okuma / Shutterstock.com, Sebastian Duda / Shutterstock.com

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