Christian Scheid

Nordex: Es brennt lichterloh

14.07.22 09:56 Uhr

Nordex: Es brennt lichterloh | finanzen.net

Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen besorgt sich Nordex frisches Geld: Der Windkraftanlagenbauer will mittels einer Kapitalerhöhung 212 Mio. Euro einnehmen.

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Dazu sollen neue Aktien im Verhältnis 10 zu 49 zum Stückpreis von 5,90 Euro ausgegeben werden. Positiv ist sicherlich, dass der spanische Großaktionär Acciona und die an der Maßnahme beteiligten Banken die Emission garantieren. Dennoch ist die positive Reaktion des Aktienkurses überraschend. Klar: Durch das frische Geld ist die Gefahr einer Insolvenz nun erst einmal abgewendet. Dennoch ist in den Wochen nach der Kapitalerhöhung mit einem massiven Aktienüberhang zu rechnen, da bis zu rund 60 Prozent des Emissionsvolumens auf die Geldinstitute entfallen, welche die Emission begleiten. Diese werden kaum ein Interesse daran haben, langfristige Aktionäre bei Nordex zu werden. Grundsätzlich ist die Lage bei Nordex angespannt. Die jüngsten Quartalszahlen haben immense Verluste und einen großen Cashverbrauch offengelegt. Nicht umsonst ließ das Unternehmen in der Pressemitteilung zur Kapitalerhöhung durchblicken: "Mit der Bezugsrechtskapitalerhöhung beabsichtigt die Gesellschaft, ihre Kapitalstruktur durch Erhöhung der Eigenkapitalquote im zurzeit volatilen Marktumfeld für den Windenergiesektor zu stärken. Nordex ist davon überzeugt, dass die erhöhte Liquidität einen Schutz gegen kurzfristige, branchenspezifische Risiken darstellt und die Positionierung der Gesellschaft auch bei ihren Kunden verbessert." Die Nordex-Aktie dürfte ihre Talfahrt also schon bald wieder aufnehmen. Mit einem Discount Put von HVB onemarkets können Anleger auf ein solches Szenario setzen (ISIN DE000HB750Y1).

Christian Scheid ist seit rund 18 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist tätig, davon seit circa zehn Jahren als freier Autor. Aktuell schreibt er für mehrere deutschsprachige Fachmagazine und -zeitungen in den Bereichen Aktien und Derivate, darunter Börse Online, Capital, Euro am Sonntag und Zertifikate // Austria. Per 1. Juli 2014 kehrte er zum ZertifikateJournal zurück, wo er bis Ende 2009 schon einmal tätig war und die damalige Österreich-Ausgabe des ZJ verantwortete.


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