Trading Idee: Siemens — Rechenzentren fallen ins Gewicht, Ziel 285 Euro
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Die Aktien von Siemens (ISIN: DE0007236101) haben in dieser Woche einen deutlichen Teil ihres Septemberanstiegs wieder abgegeben. Am Dienstag kosteten die Titel des in München ansässigen Technologiekonzerns noch rund 279 Euro, am Donnerstag schlossen sie bei 264,25 Euro. Am Freitagvormittag erholen sie sich mit einem Plus von gut 1,5 Prozent auf rund 268 Euro. Zum Jahreshoch von 291,70 Euro fehlen damit gut 8 Prozent.
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Unternehmensnachrichten standen hinter dem Rückgang nicht. Belastet haben vor allem die gestiegenen Anleiherenditen und der höhere Ölpreis, die europaweit auf Industriewerte drückten, weil teurere Finanzierung die Investitionen der Kunden bremsen kann. Hinzu kam eine Abstufung durch Evercore ISI vom Freitag der Vorwoche. Die Analysten senkten das Votum von Outperform auf In Line, das Kursziel liegt bei 315 Euro. Die Margengewinne seien weitgehend eingepreist, für 2027 erwarten sie wenig zusätzliche Gewinndynamik.
Das operative Bild ist dagegen stark. Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni stieg der Auftragseingang um 14 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro, ein Rekord, und der Auftragsbestand erreichte 132 Milliarden Euro. Treiber war die Sparte Smart Infrastructure, die Gebäude, Stromnetze und Rechenzentren ausrüstet. Ihre Aufträge legten um 42 Prozent auf 8,0 Milliarden Euro zu, vor allem wegen der Nachfrage von Betreibern von Rechenzentren in den USA und Europa, bei einer Marge von 20,0 Prozent. In der Automatisierungssparte Digital Industries stieg die Marge von 14,5 auf 18,7 Prozent. Das industrielle Ergebnis des Konzerns wuchs um 25 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro, der freie Mittelzufluss um 42 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro.
Vorstandschef Roland Busch hob daraufhin den Ausblick an. Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr erwartet Siemens nun einen Gewinn je Aktie vor Effekten aus der Kaufpreisallokation von 11,20 bis 11,50 Euro, zuvor waren 10,70 bis 11,10 Euro angepeilt. Die Kaufpreisallokation betrifft Abschreibungen auf frühere Übernahmen, ohne sie zeigt die Kennzahl das laufende Geschäft besser. Gemessen an der Mitte der Spanne liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 23,6. Das KGV gibt an, wie viele Jahresgewinne beim aktuellen Kurs bezahlt werden. Für das neue Geschäftsjahr rechnen die Analysten mit einem Gewinnanstieg von gut 13 Prozent. Von 24 Analysten raten 16 zum Kauf, 6 zum Halten und 2 zum Verkauf, ihr mittleres Kursziel liegt bei 304,96 Euro.
Neben dem Geschäft mit Rechenzentren laufen weitere Aufträge ein. Siemens Mobility liefert zwölf Wasserstoffzüge vom Typ Mireo Plus H nach Rumänien, der Fahrgastbetrieb soll 2029 beginnen. Zugleich kauft der Konzern eigene Aktien zurück, seit Anfang Juli waren es gut 4,1 Millionen Stück. Rückenwind kommt auch aus der Konjunktur, denn die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 1,3 Prozent angehoben. Statistisch zählen die letzten Monate des Jahres zu den besseren für die Aktien. In sieben der vergangenen zehn Jahre lagen sie Ende Dezember höher als Anfang Oktober, im Mittel um rund 10 Prozent, wobei der November der stärkste Monat war. Eine Prognose ist das nicht.
Der nächste Prüfstein sind die Jahreszahlen am 12. November. Dann zählt vor allem der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr, insbesondere ob Smart Infrastructure das hohe Wachstum halten kann und ob sich das schwache Geschäft mit Autozulieferern in Digital Industries erholt. Bleiben die Anleiherenditen hoch, dürften zyklische Industriewerte unter Druck bleiben. Hinzu kommen Handelskonflikte zwischen den USA und Europa sowie die Frage, wie lange die Investitionen in Rechenzentren in diesem Tempo weiterlaufen.
Fazit:
Trader könnten eine Long-Position auf die Titel von Siemens über einen Open-End-Turbo von HSBC mit der WKN HT4BEL in Betracht ziehen, um bei einem Anstieg des Basiswerts auf 285 Euro eine Rendite von 20,07% im Schein zu erzielen. Der Stopp-Loss könnte bei 257 Euro platziert werden, was einem Verlust von 14,20% im Hebelprodukt entspräche. Das Chance-Risiko-Verhältnis dieser Trading-Idee beträgt 1,41. Der Hebel liegt bei 3,28 und der Abstand zur Knock-out-Schwelle bei 30,19 Prozent.
Risikohinweis: Die bereitgestellten Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Werte dar. Die besprochenen Wertpapiere sind sehr volatile und risikoreiche Anlageformen. Dies ist keine Anlageberatung, und jede Entscheidung erfolgt auf eigenes Risiko. Hinweis: Stopp-Loss-Marken und Gewinnziele dienen lediglich als Orientierung und sollten an das individuelle Risiko- und Geldmanagement sowie die tagesaktuelle Marktentwicklung angepasst werden. Gewinne sollten eigenverantwortlich realisiert werden. Das Erreichen des Kursziels basiert auf dem angegebenen Zielkurs des Basiswerts. Der Autor ist zum Zeitpunkt der Analyse nicht in Siemens-Aktien investiert.
| Trading-Idee: Siemens | |
|---|---|
| Basiswert | Siemens (ISIN: DE0007236101) |
| Produktgattung | Open-End-Turbo Long |
| Emittent | HSBC |
| ISIN/WKN Hebelprodukt | DE000HT4BEL8 / HT4BEL |
| Laufzeit | Open End |
| Kurs K.-o.-Call (Datum) | 8,16/8,17€ (09.10.2026, 09:15 Uhr) |
| Basispreis variabel | 187,22€ |
| Knock-out-Schwelle | 187,22€ |
| Hebel | 3,28 |
| Abstand zum Knock-out | 30,19% |
| Stop-Loss Call | 7,01€ (-14,20%) |
| Ziel Call | 9,81€ (+20,07%) |
Risikohinweis: | |
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