Deutsche-Telekom-Aktie nach Details zum Aktienrückkauf unter Druck
Die Deutsche Telekom weitet ihr Rückkaufprogramm erneut aus und verlängert die Laufzeit bis zum Jahresende. Die Aktie gibt dennoch nach.
Werte in diesem Artikel
- Der Rückkaufplan wächst um 3,425 Milliarden Euro und läuft bis Dezember weiter
- Höttges spricht von Wachstum in allen Konzernbereichen
- DZ-Bank-Analyst sieht nach der Aufstockung einen Ausgangspunkt für die Aktie
Die Deutsche Telekom stockt die dritte Tranche ihres Aktienrückkaufprogramms 2026 um 3,425 Milliarden Euro auf und verlängert die Laufzeit bis zum 22. Dezember 2026. Damit summiert sich das Gesamtvolumen aller Rückkäufe im Jahr 2026 auf bis zu 5 Milliarden Euro.
Dritte Tranche des Deutsche-Telekom-Rückkaufs erweitert
Einer EQS-Mitteilung des Telekommunikationsunternehmens sind Details zu der Kapitalmaßnahme zu entnehmen. Demnach wächst die am 1. Juli gestartete dritte Tranche des Aktienrückkaufprogramms 2026 von ursprünglich bis zu 560 Millionen Euro auf bis zu 3,985 Milliarden Euro an. Ursprünglich sollte die Tranche bis zum 30. September laufen, nun verlängert sich die Frist bis zum 22. Dezember diesen Jahres. Im Rahmen der bisherigen dritten Tranche wurden bereits rund 7,6 Millionen Aktien für etwa 203 Millionen Euro zurückerworben. Bis zum Laufzeitende können nun noch Aktien im Gegenwert von bis zu rund 3,78 Milliarden Euro erworben werden, was auf Basis des XETRA-Schlusskurses vom Freitag bis zu rund 130,2 Millionen Aktien entspricht.
Die Ausweitung war bereits am Donnerstag per Ad-hoc-Mitteilung angekündigt worden, als der Vorstand eine Aufstockung um bis zu 3 Milliarden Euro beschloss. Zusammen mit dem seit Jahresbeginn laufenden Programm von bis zu 2 Milliarden Euro, das bis zum 5. August bereits zu rund 1,2 Milliarden Euro umgesetzt war und rund 42,1 Millionen Aktien vom Markt nahm, ergibt sich ein Gesamtvolumen von bis zu 5 Milliarden Euro bis zum Jahresende. Als Begründung nennt der Konzern, dass sich der Aktienkurs in den Wochen vor der Ankündigung am unteren Rand historischer Bewertungskorridore für das Kurs-Gewinn-Verhältnis bewegt und Volatilität gezeigt habe. Der erweiterte Rückkauf solle die niedrige Bewertung adressieren und den Gewinn je Aktie erhöhen. Die zurückgekauften Aktien werden überwiegend eingezogen, ein geringer Teil fließt in Vergütungs- und Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.
Quartalszahlen als Auslöser
Der Rückkaufaufstockung war die Ergebnisveröffentlichung für das zweite Quartal vorausgegangen. Der Konzernumsatz stieg um 4,4 Prozent auf rund 29,9 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA nach Leasing legte um 7,5 Prozent auf rund 11,8 Milliarden Euro zu und übertraf damit den Marktkonsens von 11,7 Milliarden Euro. Der ausgewiesene Konzernüberschuss sank wegen Integrationskosten bei UScellular um 6,3 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro, während der bereinigte Konzernüberschuss um 11,1 Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro zulegte. Der Konzern hob die Prognose für den Free Cashflow nach Leasing 2026 auf rund 20,0 Milliarden Euro an, zuvor waren mehr als 19,8 Milliarden Euro avisiert. Die Ziele für das bereinigte EBITDA von rund 47,5 Milliarden Euro und das bereinigte Ergebnis je Aktie von rund 2,20 Euro wurden bestätigt.
Vorstandschef Tim Höttges erklärte laut Unternehmensmitteilung, alle Konzernbereiche hätten im ersten Halbjahr 2026 Wachstum abgeliefert. Ergebnistreiber bleibt die US-Tochter T-Mobile US.
Aktie reagiert auf die Details zum Aktienrückkauf
Oddo-BHF-Analyst Stéphane Beyazian bezeichnete die Erhöhung des Rückkaufprogramms nach der Kursschwäche vor der Ankündigung laut Reuters als positiv. DZ-Bank-Analyst Karsten Oblinger sieht laut der Agentur in der Kombination aus historisch niedriger Bewertung und einer Bilanz ohne übermäßige Verschuldung einen Ausgangspunkt für die Aktie.
Diese reagiert am Montag mit Verlusten: Auf XETRA geht es für den Anteilsschein zeitweise um 3,03 Prozent auf 28,16 Euro abwärts. Seit Jahresstart hat die Aktie jedoch rund Prozent zulegen können.
Claudia Stephan, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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