Nach Amazon: Möglicher Milliarden-Deal mit Constellation Energy könnte die Alphabet-Aktie bewegen
Nach Amazon will sich offenbar auch Alphabet Atomstrom von Constellation sichern, mit einem Volumen von mehr als 1 Milliarde US-Dollar. Die Details sind offen.
Werte in diesem Artikel
- Google könnte nach Amazon den nächsten Atomstrom-Deal schließen
- Tech-Konzerne sichern sich Strom für ihre KI-Rechenzentren langfristig
- Google würde laut Medienbericht mehr als 1 Milliarde US-Dollar zahlen
Alphabet steht laut Bloomberg kurz vor einer Atomstrom-Vereinbarung mit Constellation Energy. Google würde demnach über mehrere Jahre mehr als 1 Milliarde US-Dollar zahlen. Der Schritt reiht sich in eine Serie ähnlicher Verträge ein, mit denen Tech-Konzerne ihren wachsenden Strombedarf für KI absichern.
Im NASDAQ-Handel am Dienstag notierte die Alphabet Aktie 0,22 Prozent höher bei 344,64 US-Dollar, während die Constellation-Titel um 12,25 Prozent auf 300,40 US-Dollar steigen.
Was über den Deal bekannt ist
Die Meldung von Bloomberg stützt sich laut investing.com auf mit den Gesprächen vertraute Personen. Demnach könnte die Vereinbarung bereits in dieser Woche bekannt gegeben werden. Kapazität und Standort der betroffenen Kernkraftwerke sind dem Bericht zufolge noch offen.
Amazon als Vorbild
Constellation und Amazon hatten ihre Vereinbarung am 30. September offiziell angekündigt. Sie läuft 20 Jahre und umfasst 690 Megawatt, darunter ein Uprate von 190 Megawatt am Kraftwerk Calvert Cliffs in Maryland. Die zusätzliche Kapazität soll zwischen 2030 und 2032 ans Netz gehen. Laut Constellation ermöglicht der Vertrag mehr als 3 Milliarden US-Dollar an Infrastrukturinvestitionen in Maryland.
Alphabets wachsendes Nuklear-Portfolio
Google hatte bereits 2025 eine Vereinbarung mit NextEra Energy geschlossen, die die Wiederinbetriebnahme des Reaktors Duane Arnold in Iowa unterstützen soll. Im September folgten Georgia Power mit Uprates an den Kraftwerken Vogtle und Hatch sowie Fortum mit einem Liefervertrag zum finnischen Kraftwerk Loviisa. Die Georgia-Power-Vereinbarung steht noch unter Genehmigungsvorbehalt der Aufsichtsbehörde.
Der Kontext liegt in den Investitionen: Alphabet gab im zweiten Quartal 2026 44,9 Milliarden US-Dollar für Sachanlagen aus, nach 22,4 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal 2025. Der Cloud-Umsatz stieg laut Unternehmen um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar.
Was der Deal für Anleger der Alphabet-Aktie bedeutet
Für Anleger wäre eine solche Vereinbarung vor allem ein Signal, wie ernst Alphabet den langfristigen Ausbau seiner KI-Infrastruktur vorantreibt. Ein langfristig gesicherter Strombezug könnte die Planungssicherheit für die Rechenzentren erhöhen, bedeutet zugleich aber erhebliche und über Jahre laufende Verpflichtungen. Entscheidend ist daher, ob die zusätzlichen Energiekosten durch höhere Umsätze und Gewinne im Cloud- und KI-Geschäft mehr als ausgeglichen werden können. Kurzfristig dürfte der Deal vor allem die bereits hohen Investitionen von Alphabet unterstreichen – langfristig könnte eine zuverlässige Stromversorgung jedoch zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil im KI-Geschäft werden.
Entscheidend wird, ob Alphabet den Deal bestätigt und Kapazität, Standort und Laufzeit nennt. Das Unternehmen legt voraussichtlich Ende Oktober neue Zahlen vor, der Termin ist allerdings vorläufig. Dort dürfte auch der Energiebedarf der KI-Expansion Thema sein.
Bettina Schneider, Julia Walter, Martina Köhler, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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