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Rheinmetall-Aktie im Minus: Erster deutscher F-35-Kampfjet ausgeliefert


Rheinmetall-Aktie im Minus: Erster deutscher F-35-Kampfjet ausgeliefert

Deutschland erhält den ersten bestellten F-35-Kampfjet von Lockheed Martin. Die Tarnkappenjets sollen den Tornado ablösen.

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Tarneigenschaften und digitale Vernetzung: Das US-Rüstungsunternehmen Lockheed Martin liefert im texanischen Fort Worth den ersten von Deutschland bestellten Kampfjet vom Typ F-35 aus. "Für die Luftwaffe beginnt ab jetzt eine neue Ära: Der neue Kampfjet F-35 A ist das modernste Kampfflugzeug der Welt", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius in den USA.

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Es zeichne sich durch seine Tarn-Eigenschaften, die enge Vernetzung mit anderen Plattformen und eine besonders leistungsfähige Sensorik aus. "Die F-35A kann hohe Datenmengen sammeln und schnell zu einem vollständigen Lagebild zusammenfügen", so Pistorius. Die Zusammenarbeit mit 19 anderen Nationen eröffne viele Möglichkeiten bei Ausbildung, Übung und Einsatz "und macht uns zusammen stärker".

Die F-35 wird für "nukleare Teilhabe" Deutschlands gekauft

Die Bundesregierung will 35 der Maschinen für zehn Milliarden Euro kaufen. Das Flugzeug soll die überalterte Tornado-Flotte ablösen und dann einen wichtigen Teil zur Abschreckung beitragen. Denn es wird vor allem für die sogenannte nukleare Teilhabe Deutschlands gekauft - ein Abschreckungskonzept der Nato, bei dem Verbündete Zugriff auf US-Atombomben haben.

Wegen einer speziellen Form und Außenbeschichtung ist die Maschine für gegnerisches Radar nur schwer zu entdecken.

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Das deutsche Verteidigungsministerium erklärt, die Maschine bringe alle Voraussetzungen für verschiedene Einsatzrollen mit, darunter auch den Kampf gegen die Luftverteidigung eines Gegners, präzise Angriffe auf Ziele am Boden und auf See sowie Präzisionsschläge weit im Hinterland ("Deep Precision Strike").

Alle Flugzeuge sollen bis 2029 ausgeliefert werden

Die Ausbildung von Piloten und Technikern in den USA hat in diesem Jahr begonnen. Zunächst gibt es technische Lehrgänge, und in den letzten drei Monaten des Jahres beginnt die fliegerische Ausbildung mit eigenen deutschen Maschinen an der Ebbing Air National Guard Base in Fort Smith im Bundesstaat Arkansas.

Bis zum Jahresende sollen auch die ersten sechs Maschinen ausgeliefert werden. Die ersten acht F-35 bleiben in den USA, um für die Ausbildung genutzt zu werden.

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Die Auslieferung des letzten Luftfahrzeugs soll im Jahr 2029 erfolgen. An der Fertigung ist auch Rheinmetall beteiligt. Der deutsche Rüstungskonzern baut Rumpfmittelteile für die Flugzeuge in Deutschland.

Militärflugplatz in der Eifel wird umgebaut

Zum Ende des kommenden Jahres hin sollen auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel die ersten Maschinen stehen. Der Militärflugplatz wird dazu für zwei Milliarden Euro umfassend umgebaut. Die Kosten liegen damit höher als zunächst angenommen.

Die deutschen Planer haben dabei hohe technische Sicherheitsanforderungen der USA zu erfüllen. Diese werden als eine besondere Herausforderung bezeichnet. Ein Sonderverfahren soll es möglich machen, den Umbau in der Hälfte der normalerweise benötigten Zeit zu bewerkstelligen.

Auf dem Flugplatz sollen Berichten zufolge, die offiziell nicht bestätigt werden, thermonukleare B61-Gravitationsbomben der US-Streitkräfte in zweistelliger Zahl lagern, die derzeit noch unter deutsche Tornados gehängt und von diesen in ein Ziel getragen werden können.

Deutschland stellt damit im Bündnis Fähigkeiten zur nuklearen Abschreckung bereit, ohne selbst Atommacht zu sein. Deutschland hat völkerrechtlich wirksam auf eigene Atomwaffen verzichtet.

Kauft Deutschland mehr F-35?

Spekuliert wurde zuletzt, ob Deutschland nach dem Ende des mit Frankreich und Spanien geplanten Luftkampfsystems FCAS weitere F-35 in den USA bestellen könnte. Rund ein Dutzend europäischer Verbündeter nutzt die F-35 oder hat sich für den Kauf entschieden, darunter Großbritannien, Polen, die Niederlande und Rumänien. Das Unternehmen erklärte zuletzt, bis 2025 seien wohl rund 700 der Tarnkappenjets in Europa in Verwendung.

Die deutsche Entscheidung für den Tarnkappenjet war 2022 gefallen. Frühere Pläne des Verteidigungsministeriums sahen noch vor, das US-Flugzeug F-18 zu kaufen, das für einen Einsatz mit Atomwaffen erst noch hätte zertifiziert werden müssen. Weil Zusagen der US-Regierung keinen Bestand hatten, blieb die F-35 als Alternative.

Kritik an Wartungsaufwand und Software-Abhängigkeit

Allerdings gibt es weiter auch Kritik an dem Flugzeug. So führt die Komplexität zu einem hohen Wartungs- und Instandsetzungsaufwand: In den USA lag die Einsatzbereitschaft im vergangenen Jahr Berichten zufolge bei 28 Prozent der Maschinen, im Rest der Flugzeugflotte bei mehr als 60 Prozent.

Für Wirbel sorgten Spekulationen, ob die Maschinen aus den USA quasi abgeschaltet werden könnten ("kill switch"). Das wurde aus dem Haus von Pistorius zurückgewiesen. Aber auch Experten warnen, dass die Software-Abhängigkeit des Systems mit den nötigen Updates einer Fernabschaltung nahe kommen könnte. Zudem fehle es an Souveränität über die Aufklärungsdaten und sogenannte Bibliotheken.

Dass die F-35 ein Einsitzer ist, kann Schulungen schwieriger machen. Womöglich engt es auch den Handlungsspielraum der Koordination künftiger, unbemannter Begleitsysteme von Kampfjets ein.

Doch hat sich die Maschine selbst - trotz der Komplexität - mit bislang 18 Unfällen als eines der sichersten Flugzeuge weltweit erwiesen. Auf die Zahl der Flugstunden gerechnet habe das Kampfflugzeug F-16 in etwa doppelt so viele Abstürze.

Die Aktie von Rheinmetall verlor auf XETRA letztlich 0,43 Prozent auf 1.011,80 Euro. Für Titel von Lockheed Martin geht es an der NYSE 1,76 Prozent auf 528,62 US-Dollar nach unten.

/cn/DP/zb

NEW YORK/FORT WORTH (dpa-AFX)

Bildquellen: Postmodern Studio / Shutterstock.com, Tobias Arhelger / Shutterstock.com

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21.09.26 Rheinmetall Outperform Bernstein Research
10.09.26 Rheinmetall Neutral JP Morgan Chase & Co.
01.09.26 Rheinmetall Buy Deutsche Bank AG
17.08.26 Rheinmetall Neutral JP Morgan Chase & Co.

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