Bitcoin-Verlust

Strategy-Aktie unter Druck: Milliardenverlust legt wahre Bitcoin-Stimmung offen


Strategy-Aktie unter Druck: Milliardenverlust legt wahre Bitcoin-Stimmung offen

Ein zweistelliger Milliardenverlust bringt Strategys Bitcoin-Wette in Erklärungsnot, doch was steckt wirklich dahinter?

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  • Strategy weist für das zweite Quartal 8,22 Milliarden US-Dollar Verlust aus
  • Fehlbetrag stammt fast komplett aus Neubewertung der Bitcoin-Bestände
  • Gründer Saylor spricht offen von gedämpfter Bitcoin-Stimmung und Marktskepsis
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Strategy hat für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Nettoverlust von 8,22 Milliarden US-Dollar ausgewiesen, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Nettogewinn von 10,02 Milliarden US-Dollar erzielt worden war. Der Fehlbetrag geht fast vollständig auf einen unrealisierten Bewertungsverlust der Bitcoin-Bestände von 8,32 Milliarden US-Dollar zurück, nachdem die Kryptowährung im abgeschlossenen Jahresviertel spürbar nachgegeben hatte.

Verlust ist Bilanzeffekt, keine Kassenausgabe

Der Quartalsverlust bei Strategy ist zunächst eine Folge der 2025 eingeführten Fair-Value-Bilanzierung für Kryptowerte (ASU 2023-08), nach der jede Kursschwankung von Bitcoin direkt in die Gewinn- und Verlustrechnung durchschlägt. Das operative Ergebnis fiel im Berichtsquartal auf minus 8,33 Milliarden US-Dollar, nach plus 14,03 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal, komplett getrieben vom Bewertungseffekt auf die digitalen Vermögenswerte. Das eigentliche Softwaregeschäft blieb davon nahezu unberührt: Der Umsatz stieg auf 122,4 Millionen US-Dollar, ein Plus von 6,9 Prozent gegenüber 114,5 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal, bei einer Bruttomarge von 66,6 Prozent nach 68,8 Prozent. Die Strategy-Aktie geriet nach der Zahlenvorlage im NASDAQ-Handel unter Druck und verlor im Freitagshandel 4,56 Prozent auf 93,28 US-Dollar. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste bei dem Anteilsschein des Bitcoin-HODLERs inzwischen auf rund 38,6 Prozent.

Für Anleger liegt die eigentliche Nachricht jedoch nicht allein in den roten Zahlen fürs zweite Quartal, sondern darin, wie offen der größte institutionelle Bitcoin-Halter der Welt inzwischen selbst von einer gedämpften Marktstimmung spricht.

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Strategy-Gründer Saylor spricht offen über die Marktstimmung

Auffällig ist, wie offensiv das Management die Stimmungslage selbst benennt. Firmengründer und Executive Chairman Michael Saylor sprach laut Pressemitteilung von einer Phase "gedämpfter Stimmung rund um Bitcoin und einer gewissen Marktskepsis", in der das Unternehmen sein Geschäftsmodell weiterentwickle und mit dem Aufbau der neuen Digital-Credit-Sparte eine Ertragsquelle abseits vom reinen Bitcoin-Kurs schaffen wolle. CEO Phong Le verwies ergänzend darauf, dass das Unternehmen die Bilanz im selben Zeitraum dennoch stärken konnte: "Wir haben unseren Bitcoin-Bestand um 11 Prozent auf 846.000 Bitcoin erhöht, unsere Wandelanleihen um 18 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar reduziert, unsere USD-Reserve um 12 Prozent auf 2,4 Milliarden US-Dollar aufgestockt und den Bitcoin-Anteil pro Aktie um 5 Prozent gesteigert", wird er in der Aussendung zitiert.

Einen weiteren Fokus legten sowohl Saylor als auch Le auf die Strategy-Vorzugsaktie (STRC). Hier sei es das Ziel, diese wieder näher an ihren Nennwert von 100 US-Dollar zu führen. "Unser Ziel ist es, dass STRC langfristig in einer Spanne von 99 bis 100 US-Dollar gehandelt wird. Sollte der Kurs von STRC unter 100 US-Dollar fallen, beabsichtigen wir, STRC-Aktien regelmäßig und diszipliniert zurückzukaufen, wobei wir das Volumen der Rückkäufe an Marktpreis und Liquidität anpassen", sagte Le. "Unser Ziel ist es, STRC durch stabile Nachfrage, hohe Liquidität und geringe Volatilität - bei einem Kurs nahe dem Nennwert - wieder auf einen soliden Kurs zu bringen. Wir sind davon überzeugt, dass dies der beste Weg ist, um langfristig Wert für die Aktionäre zu schaffen", ergänzte Saylor.

Bitcoin-Bestand: Verkauf im Sommer, seither Stillstand

Zum 26. Juli diesen Jahres hielt Strategy laut eigenen Angaben noch rund 843.775 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Einstandspreis von etwa 75.476 US-Dollar, macht eine Kostenbasis von 63,69 Milliarden US-Dollar. Auf Basis des von Strategy selbst für die Bewertung herangezogenen Bitcoin-Preises von rund 64.915 US-Dollar zum 27. Juli stand dem ein Marktwert von 54,77 Milliarden US-Dollar gegenüber, eine Lücke von knapp 9 Milliarden US-Dollar.

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In den letzten Wochen hat Strategy keine neuen Bitcoin mehr gekauft, stattdessen hat sich der Bestand der Kryptowährung in den Wochen seit Quartalsende etwas reduziert, allerdings nicht durch fortlaufende kleine Verkäufe, sondern durch eine klare Zäsur: Zwischen dem 29. Juni und dem 5. Juli trennte sich Strategy in zwei Tranchen von insgesamt 3.588 Bitcoin für rund 216 Millionen US-Dollar, um Vorzugsdividenden zu finanzieren, der erste nennenswerte Verkauf seit einer steuerlich motivierten Transaktion von 2022. Seither zeigen die wöchentlichen Meldungen bei der US-Börsenaufsicht SEC für die Zeiträume bis zum 12., 19. und 26. Juli durchgehend weder Käufe noch Verkäufe: Der Bestand verharrt seit dem 5. Juli 2026 unverändert bei 843.775 Bitcoin.

Wie nervös der Markt die Aktie selbst als Bitcoin-Proxy handelt, zeigt die Schwankungsbreite der vergangenen zwölf Monate: Ihr 52-Wochen-Hoch an der NASDAQ markierte die Strategy-Aktie am 12. August 2025 bei 414,19 US-Dollar, ihr 52-Wochen-Tief am 27. Juni diesen Jahres bei 81,81 US-Dollar, eine Spanne von mehr als 300 US-Dollar innerhalb eines Jahres.

Höhere Dividende und Rückkäufe gegen die Skepsis

Um einem Vertrauensverlust entgegenzuwirken, hat Strategy die Dividende für die STRC-Vorzugsaktie auf 12,00 Prozent angehoben und in der letzten Juliwoche 2026 eigene STRC-Anteile mit einem Abschlag von rund 13,5 Prozent zum Nennwert zurückgekauft. Die USD-Reserve des Unternehmens lag zum 26. Juli bei 3,75 Milliarden US-Dollar und deckt nach eigenen Angaben mehr als zwei Jahre an Dividenden- und Zinszahlungen ab. Ob das reicht, um die von Saylor selbst eingeräumte Marktskepsis zu drehen, dürfte sich erst zeigen, wenn sich der Bitcoin-Kurs wieder dem durchschnittlichen Einstandspreis von Strategy annähert.

Carolin Ludwig, Thomas Zoller, Martina Köhler, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Strategy

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11.01.16 Microstrateg a Buy Deutsche Bank AG