Buffetts Milliardenspende

Keine Milliarden mehr für Bill Gates: Der Grund, warum Warren Buffett wohl mit einem langjährigen Freund bricht


Keine Milliarden mehr für Bill Gates: Der Grund, warum Warren Buffett wohl mit einem langjährigen Freund bricht

Nach fast 20 Jahren fehlt plötzlich ein Name auf Buffetts Spendenliste, und der Grund reicht bis zu einem toten Straftäter zurück.

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  • Buffett spendet 12 Millionen Berkshire-B-Aktien an vier Familienstiftungen
  • Die Gates-Stiftung geht nach fast 20 Jahren erstmals komplett leer aus
  • Bis 2034 soll die gesamte Beteiligung von rund 140 Milliarden US-Dollar folgen
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Warren Buffett wandelt 8.000 Aktien der Klasse A seiner Holding Berkshire Hathaway in 12 Millionen B-Aktien um und verteilt sie an vier gemeinnützige Stiftungen aus dem Familienumfeld. Ein Empfänger fehlt dabei zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten: die Gates-Stiftung geht bei dieser Runde komplett leer aus.

Der neue Verteilungsplan

Von den 12 Millionen B-Aktien gehen 9 Millionen an die Susan Thompson Buffett Foundation, benannt nach Buffetts verstorbener Ehefrau. Je 1 Million Aktien fließen an die Sherwood Foundation, die Howard G. Buffett Foundation und die NoVo Foundation, drei Stiftungen, die von seinen Kindern Susie, Howard und Peter geführt werden. Bloomberg beziffert Buffetts verbleibende Beteiligung an Berkshire Hathaway auf rund 140 Milliarden Dollar, die vollständig bis zum 31. Dezember 2034 an die vier Stiftungen gehen soll. Nach eigenen Angaben will Buffett dafür binnen rund acht Jahren sämtliche seiner Anteile abgeben. "Mein Ziel ist es, alle meine Berkshire-Aktien innerhalb von acht Jahren zu veräußern", erklärte der 95-jährige Investor, der im August 96 Jahre alt wird.

Der Bruch mit einem Vermächtnis

Seit 2006 hatte Buffett der Stiftung des Microsoft-Mitgründers Bill Gates jährlich Berkshire-Aktien zugesagt, solange mindestens einer der Gründer aktiv in der Organisation mitwirkt. Nach CNBC-Angaben sind seither Aktien im Wert von mehr als 43 Milliarden Dollar an die Gates-Stiftung geflossen, nach dem ursprünglichen Verteilschlüssel wäre in diesem Jahr eine weitere Tranche von umgerechnet mehreren Milliarden Dollar fällig gewesen. Hintergrund des Bruchs sind die Verbindungen der Gates-Stiftung zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Buffett hatte die jährliche Zuwendung bereits ausgesetzt, während die Kanzlei WilmerHale im Auftrag der Stiftung die historischen Epstein-Verbindungen extern aufarbeitete. Im März erklärte Buffett, er und Gates hätten seit Bekanntwerden der Angelegenheit keinerlei Kontakt mehr gehabt, weitere Fragen dazu ließ er unbeantwortet.

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Wie die Gates-Stiftung reagiert

Die Gates-Stiftung äußerte sich nach Bekanntwerden der Entscheidung zurückhaltend und dankbar zugleich: Sie sei Buffett für seine jahrzehntelange Unterstützung dankbar, seine Zuwendungen hätten geholfen, die eigene Mission rund um Gesundheit und Chancengleichheit weltweit auszubauen. Eine Stellungnahme zum Ausschluss selbst blieb aus. Für die betroffenen Bereiche der Stiftungsarbeit dürfte der Wegfall der bislang größten Einzelquelle spürbar sein, zumal Buffett die Lücke laut eigener Ankündigung nicht durch zusätzliche Zuwendungen an die vier Familienstiftungen kompensieren, sondern deren jährliche Zuteilungen ohnehin schrittweise erhöhen will.

Ob und wie sich das Verhältnis zwischen Buffett und Gates nach Abschluss der externen Überprüfung noch einmal verändert, bleibt offen. Anleger und Beobachter der Stiftungsszene richten den Blick nun auf die für den Sommer erwartete Bewertung der Kanzlei WilmerHale sowie auf die nächste reguläre Spendenrunde im kommenden Jahr.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

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Bildquellen: Daniel Zuchnik/WireImage

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