Bewertungsfrage

Der SpaceX-Börsengang und die Millionen-Illusion: Könnte die Aktie für Privatanleger zur Renditefalle werden?


Der SpaceX-Börsengang und die Millionen-Illusion: Könnte die Aktie für Privatanleger zur Renditefalle werden?

Der Börsengang von SpaceX, das bislang größte IPO der Geschichte, dürfte bei vielen Fantasien vom schnellen Reichtum geweckt haben. Doch eine nüchterne Rechnung zeigt, wie hoch die Hürde für Privatanleger wirklich liegt.

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  • SpaceX ist seit dem Börsengang am 12. Juni 2026 an der NASDAQ notiert
  • So lief der erste Monat an der Börse
  • Analysten sind sich über Kurspotenzial uneinig
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Mit einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar bewertete der Börsengang von SpaceX (Space Exploration Technologies) das Raumfahrt- und Satellitenunternehmen am 12. Juni 2026 mit rund 1,75 Billionen US-Dollar. Zum Handelsstart an der NASDAQ stieg die Bewertung noch am selben Tag auf etwa 2 Billionen US-Dollar.

Jedoch verlief der erste Monat an der Börse wechselhaft für das Papier ab. Am 23. Juni 2026 fiel die Aktie erstmals wieder unter ihren Erstschlusskurs. Über drei Handelstage verlor SpaceX rund 23 Prozent beziehungsweise etwa 600 Milliarden US-Dollar an Börsenwert, ausgelöst durch die überraschende Ankündigung einer mindestens 20 Milliarden US-Dollar schweren Anleihe zur Refinanzierung eines Brückenkredits, obwohl der Konzern noch über 100,8 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln verfügte.

Etwas später drehte die Stimmung wieder. So kündigte der Indexbetreiber die Aufnahme von SpaceX in den NASDAQ 100 und den Russell 1000 an, im Rahmen eines Schnellverfahrens für große Börsengänge. Wirksam wurde die Aufnahme in den Russell 1000 vor Handelsbeginn am 6. Juli 2026, die in den Nasdaq 100 einen Tag später.
Seit Börsenstart liegt die Aktie rund sieben Prozent im Minus.

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Für Privatanleger, die auf den ganz großen Vermögensaufbau hoffen, ist jedoch die starke Ausgangsgröße das Problem. Ein Unternehmen, das schon beim Börsendebüt zu den wertvollsten der Welt zählt, hat rechnerisch wenig Luft nach oben, um aus einer kleinen Investition ein Vermögen zu machen.

Die Rechnung hinter dem Millionärstraum

Um aus einer vierstelligen Anlage eine Million zu machen, braucht es eine Kursvervielfachung um das Zehnfache oder mehr. Bei einer Ausgangsbewertung von rund 2 Billionen US-Dollar würde das SpaceX bereits mit einer Verdreifachung an die Spitze der wertvollsten Unternehmen katapultieren. Laut The Motley Fool kam die KI-Chip-Aktie NVIDIA zum Vergleichszeitpunkt Ende Juni 2026 auf rund 5 Billionen US-Dollar und markierte damit die Spitze. Für die zehnfache Rendite müsste SpaceX diesen Rang mit deutlichem Abstand verteidigen. The Motley Fool verweist dabei auf das Gesetz der großen Zahlen: Die Weltwirtschaft erwirtschaftet dem Bericht zufolge ein Bruttoinlandsprodukt von 123,6 Billionen US-Dollar, eine Bewertung weit jenseits von 20 Billionen US-Dollar würde SpaceX damit größer als viele Volkswirtschaften machen. Zum Vergleich zieht The Motley Fool Tesla heran: Der Elektroautobauer erzielte seit seinem eigenen Börsengang 2010 eine Rendite von rund 23.000 Prozent und machte aus 1.000 US-Dollar rund 230.000 US-Dollar, weil die Ausgangsbewertung damals kleiner war. SpaceX startet dagegen bereits auf einem Niveau, das ein Wiederholen dieser Rendite nach Einschätzung von The Motley Fool mathematisch praktisch ausschließt.

Analysten sind sich uneinig

Am Kapitalmarkt spiegelt sich die Skepsis in gespaltenen Einschätzungen. Laut TipRanks ergibt sich für die SpaceX-Aktie aus neun Analysten-Bewertungen eine moderate Kaufempfehlung (4x buy, 4x hold, 1x sell). Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 246,43 US-Dollar und entspricht einem Aufwärtspotenzial von 77,11 Prozent gegenüber dem letzten Kurs von 139,14 US-Dollar (Stand: 13.07.2026).

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Die Bewertung ist bereits ambitioniert

Wie ambitioniert die Bewertung ausfällt, zeigt zudem ein Blick auf die Kennzahlen. Bezogen auf den Jahresumsatz 2025 von 18,7 Milliarden US-Dollar und die Bewertung von rund 2,1 Billionen US-Dollar zum 2. Juli 2026 ergibt sich ein Kurs Umsatz Verhältnis von rund 110, ein für börsennotierte Unternehmen historisch hoher Wert, so The Motley Fool. Wie stark die Wachstumserwartungen der Analysehäuser auseinanderfallen, verdeutlicht der Blick auf zwei Prognosen. Goldman Sachs rechnet laut The Motley Fool bis 2030 mit einem SpaceX Umsatz von 474 Milliarden US-Dollar, getragen vor allem vom KI Geschäft, das von aktuell rund 3 Milliarden US-Dollar auf 322 Milliarden US-Dollar wachsen soll. Morningstar kommt in einem eigenen Discounted Cashflow Modell dagegen nur auf 67 Milliarden US-Dollar Umsatz bis 2030 und rund 500 Milliarden US-Dollar bis 2045, deutlich konservativer und zeitlich weit gestreckt. Selbst ein von The Motley Fool skizziertes mittleres Szenario von rund 200 Milliarden US-Dollar Umsatz Mitte der 2030er Jahre würde für eine Bewertung von 10 Billionen US-Dollar noch ein Kurs Umsatz Verhältnis von 50 voraussetzen, niedriger als heute, aber immer noch eine Wette auf nahezu perfekte Ausführung.

Millionäre gab es schon, nur nicht an der Börse

Der Widerspruch zwischen der öffentlichen Begeisterung über den größten Börsengang der Geschichte und der nüchternen Renditerechnung löst sich auf, wenn man den Zeitpunkt des Börsengangs betrachtet. Nach Einschätzung von The Motley Fool hat SpaceX in der Vergangenheit bereits zahlreiche Millionäre gemacht, allerdings ausschließlich auf dem Privatmarkt, etwa über Mitarbeiterbeteiligungen und spezialisierte Fonds vor dem Börsengang. Weil das Unternehmen den Sprung an die Börse erst bei einer Bewertung von rund 2 Billionen US-Dollar vollzogen hat, bleibt für Anleger, die erst jetzt einsteigen, nach dieser Lesart nur noch ein begrenzter Teil der ursprünglichen Wertschöpfung übrig.

Wie belastbar die stark abweichenden Wachstumsszenarien einzelner Analysten tatsächlich sind, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten von SpaceX als börsennotiertes Unternehmen zeigen.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Thrive Studios ID / Shutterstock.com, SpaceX

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13.07.26 SpaceX Outperform Bernstein Research
09.07.26 SpaceX Buy UBS AG
07.07.26 SpaceX Buy Deutsche Bank AG
07.07.26 SpaceX Overweight JP Morgan Chase & Co.
07.07.26 SpaceX Outperform Bernstein Research