Cybercab-Start

Tesla-Aktie im Blick: Goldman Sachs sieht Kostenvorteil durch Cybercab-Robotaxis


Tesla-Aktie im Blick: Goldman Sachs sieht Kostenvorteil durch Cybercab-Robotaxis

Nach dem Cybercab-Start in Austin am vergangenen Donnerstag rechnet Goldman Sachs vor, wie groß der Kostenvorteil pro Meile ausfallen könnte.

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  • Goldman Sachs sieht Kostenvorteil im Cybercab gegenüber Wettbewerbern
  • Analysten stufen Software-Skalierung wichtiger als Fertigungskosten ein
  • Erste Robotaxi-Daten aus Austin liefern Hinweise auf Sicherheit und Unfallraten
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Tesla, Hersteller von Elektrofahrzeugen und Betreiber eines wachsenden Robotaxi-Netzes, rückt mit dem Cybercab tiefer ins autonome Fahrgeschäft vor. Goldman Sachs sieht einen möglichen Kostenvorteil des Fahrzeugs, macht den wirtschaftlichen Erfolg aber stärker von der Softwareleistung als von den Fertigungskosten abhängig. Grundlage ist der Cybercab-Start in Austin am vergangenen Donnerstag.

Tesla-Cybercab: Kostenvorteil hängt an der Software

Goldman Sachs erläuterte in einer am Freitag veröffentlichten Research-Note, die Investing.com aufgriff, dass das Cybercab dem Unternehmen einen Kostenvorteil im Markt für autonome Fahrzeuge verschaffen könnte. Entscheidend für die Skalierung des Robotaxi-Betriebs seien jedoch weniger die Fertigungskosten als die Leistungsfähigkeit der Software, so die Analysten. Erreiche Tesla die angestrebten Herstellungskosten von 20.000 bis 30.000 US-Dollar pro Cybercab, ergebe sich laut den Analysten ein Kostenvorteil gegenüber Wettbewerbern. Dieser liege bei 0,05 bis 0,30 US-Dollar pro Meile. Deren Fahrzeuge kalkulieren nach Schätzung der Bank mit Anschaffungskosten von 50.000 bis 100.000 US-Dollar. Möglich werde das durch den sogenannten Unboxed-Fertigungsansatz und ein rein kamerabasiertes Sensorsystem.

Für Investoren sei aber entscheidender, ob Teslas KI-Ansatz eine schnelle Skalierung der Selbstfahr-Software über größere geografische Gebiete ermögliche, so Goldman Sachs gemäß Investing.com weiter. Eine breitere Abdeckung würde mehr Umsatz ermöglichen und zugleich die Fahrzeugkosten auf mehr gefahrene Meilen verteilen, sodass die Software zum größeren Werttreiber werden könnte als der reine Fahrzeugpreis. In Nordamerika verzeichnete die Hardware der vierten Generation laut Goldman Sachs rund 75 bis 85 Prozent weniger automatische Notbremsungen als Tesla-Fahrzeuge ohne FSD, heißt es. Bei leichten und schweren Kollisionen lag der Rückgang bei 40 bis 90 Prozent. In Europa griff das System um rund 70 bis 95 Prozent seltener automatisch ein, wobei die Daten dort von durch Tesla geschulten Technikern stammen und nach Angaben der Analysten nicht direkt mit den nordamerikanischen vergleichbar sind.

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Cybercab-Start in Austin: Meilenstand schnellt hoch

Beim Launch-Event in Austin am Donnerstag stellte Tesla das zweisitzige Cybercab offiziell vor, ein Fahrzeug ohne Lenkrad und Pedale, das ausschließlich per Kamerasystem navigiert. Tesla-KI-Chef Ashok Elluswamy verkündete auf der Veranstaltung, die Robotaxi-Flotte habe die Marke von 1 Million Meilen im unüberwachten Betrieb überschritten, nach 380.000 Meilen im Update zum zweiten Quartal im Juli. Cybercab-Fahrten sind seit dem Start am Donnerstag auf begrenzte Gebiete von Austin beschränkt, während der Robotaxi-Dienst mit Model-Y-Fahrzeugen bereits in Tampa, Miami, Dallas und Houston läuft und laut Tesla auf weitere Städte ausgeweitet werden soll.

Goldman Sachs stützte seine Risikoeinschätzung laut Investing.com zusätzlich auf Unfalldaten der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA bis Mitte Juli sowie auf Teslas eigene Angaben für Austin, Dallas und Houston. Demnach kam es im vollständig fahrerlosen Betrieb unabhängig von der Schuldfrage alle 50.000 bis 70.000 Meilen zu einem Unfall. Der Launch selbst verlief als geschlossene Veranstaltung ohne öffentlichen Livestream, was bei Fans Kritik auslöste, zudem eröffnete die NHTSA eine Prüfung zur Selbstzertifizierung des Cybercab nach den bundesweiten Sicherheitsstandards. Marktbeobachter verwiesen zudem darauf, dass Wettbewerber Waymo bereits über 200 Millionen autonome Meilen verfüge, deutlich mehr als Tesla.

Tesla-Aktie: Analystenbild bleibt gespalten

Goldman Sachs beließ seine Einstufung für die Tesla-Aktie bei Neutral mit einem Kursziel von 360 US-Dollar. Die Bank benennt ein positives Szenario bei rund 500 US-Dollar und ein negatives Szenario bei rund 150 US-Dollar. Als Abwärtsrisiken gelten unter anderem eine nachlassende Elektroauto-Nachfrage, verschärfter Wettbewerb, Zölle sowie Verzögerungen bei FSD, während eine schnellere Marktdurchdringung und ein stärkerer Beitrag von KI-Produkten wie FSD, Optimus und Robotaxis positive Impulse liefern könnten.

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Andere Häuser positionierten sich am selben Tag unterschiedlich: JPMorgan bewertete die Aktie mit Hold und einem Kursziel von 445 US-Dollar, RBC Capital vergab Buy mit einem Kursziel von 480 US-Dollar. Deutlich skeptischer zeigten sich GLJ Research mit Sell und einem Kursziel von 24,86 US-Dollar sowie Wells Fargo, ebenfalls Sell, mit einem Kursziel von 130 US-Dollar. Der Analystenkonsens aus 27 Einschätzungen lautet Moderate Buy. Das mittlere Kursziel liegt bei 377,08 US-Dollar, die Spanne reicht von 24,86 bis 505 US-Dollar.

Ob sich der von Goldman Sachs skizzierte Kostenvorteil in der Praxis bestätigt, dürfte sich erst zeigen, wenn Tesla den Cybercab-Betrieb über Austin hinaus ausweitet und belastbare Zahlen zur Software-Skalierung liefert. Die laufende NHTSA-Prüfung zur Zertifizierung des Fahrzeugs bleibt dabei ein Punkt, den Beobachter im Auge behalten dürften.

Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Katherine Welles / Shutterstock.com, Smith Collection/Gado/Getty Images

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04.09.26 Tesla Neutral JP Morgan Chase & Co.
04.09.26 Tesla Outperform RBC Capital Markets
27.08.26 Tesla Kaufen DZ BANK
19.08.26 Tesla Neutral JP Morgan Chase & Co.
07.08.26 Tesla Hold Jefferies & Company Inc.

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