Ernstzunehmender Konkurrent?

CXMT-Aktie: Warum der chinesische Chipriese Anleger von Micron, SK hynix & Co. nervös macht


CXMT-Aktie: Warum der chinesische Chipriese Anleger von Micron, SK hynix & Co. nervös macht

Nach einem Kurssprung von rund 470 Prozent zum Börsenstart wollen Investoren wissen, wie gefährlich Chinas größter Speicherchiphersteller den etablierten Anbietern tatsächlich werden kann.

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  • CXMT legte Ende Juli einen phänomenalen Börsenstart in Shanghai hin
  • Börsenwert übersteigt mit rund 3,3 Billionen Yuan sogar den der ICBC
  • Micron, SK hynix und Samsung bleiben nach Marktkapitalisierung dennoch größer
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Der chinesische Speicherchiphersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) ging mit einem Knall an die Börse in Shanghai: Den ersten Handelstag beendete der neue Börsenstar mit einem Plus von 465,82 Prozent bei 49,00 CNY - und sendete damit ein deutliches Signal an die bisherigen Platzhirsche Micron, SK hynix und Samsung Electronics.

Dieser Senkrechtstart machte CXMT über Nacht zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Festlandchinas und wirft die Frage auf, wie groß die Gefahr für die etablierte Weltspitze der Speicherchipbranche inzwischen tatsächlich ist.

Vom Nachzügler zum viertgrößten Speicherchiphersteller der Welt

Gegründet wurde CXMT 2016 in der ostchinesischen Stadt Hefei, nachdem GigaDevice-Gründer Zhu Yiming gemeinsam mit der Stadtregierung rund 2,5 Milliarden US-Dollar in den Aufbau einer eigenen DRAM-Fertigung steckte. Weil dem jungen Unternehmen jegliches Fachwissen fehlte, sicherte sich CXMT Patente des insolventen deutschen Chippioniers Qimonda und warb gezielt Personal vom ebenfalls bankrotten japanischen Hersteller Elpida ab. Mit staatlicher Unterstützung aus Pekings sogenanntem "Big Fund" wuchs CXMT zum viertgrößten DRAM-Hersteller der Welt mit einem Marktanteil von rund acht Prozent heran, hinter dem etablierten Trio aus Micron, SK hynix und Samsung. Ohne Zugriff auf ASMLs EUV-Lithografietechnik schrumpfte CXMT die Strukturbreite seiner Chips mit älterer DUV-Technik dennoch auf 16 Nanometer.

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Rekordbörsengang mit einem Schönheitsfehler

Der Börsengang selbst geriet zum größten Halbleiterdebüt in der Geschichte Festlandchinas: CXMT sammelte umgerechnet rund 8,6 Milliarden US-Dollar ein, bei einem Ausgabepreis von 8,66 Yuan pro Aktie. Am ersten Handelstag schoss der Kurs auf rund 49,50 Yuan und hob die Marktkapitalisierung auf etwa 3,3 Billionen Yuan, umgerechnet rund 487 Milliarden US-Dollar, und damit über die Großbank ICBC mit rund 2,6 Billionen Yuan, die CXMT als wertvollstes Unternehmen Festlandchinas ablöste. Ein Schönheitsfehler bleibt: Laut Reuters waren zum Handelsstart nur rund 6,7 Prozent der Aktien frei handelbar, der Rest unterliegt Haltefristen. Ein derart geringer Streubesitz verstärkt Kursausschläge erfahrungsgemäß deutlich und relativiert damit einen Teil der spektakulären Kursreaktion.

Wo Micron, SK hynix und Samsung tatsächlich zittern müssen

Die eigentliche Bedrohung liegt weniger im Börsenkurs als im Geschäft selbst. Berichten zufolge testet Apple DRAM-Bausteine von CXMT für in China verkaufte Geräte und wirbt in Washington für eine Freigabe, obwohl CXMT auf der Beobachtungsliste des US-Verteidigungsministeriums für mutmaßliche Verbindungen zum chinesischen Militär steht.

Bei einfachen DRAM-Chips profitiert CXMT von der globalen Speicherknappheit, während sich Micron, SK hynix und Samsung auf das margenstärkere Geschäft mit Hochleistungsspeicher für KI-Server (HBM) konzentrieren. Beim Sprung in dieses HBM-Segment hinkt CXMT nach Einschätzung des unabhängigen Chipanalysten Andrew Lu, ehemals Leiter der Asien-Pazifik-Halbleiterforschung bei Barclays und Citi, den Marktführern "wohl zwei bis drei Jahre" hinterher.

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Ist die Panik am Chipmarkt übertrieben?

Wie nervös der Sektor bereits reagiert, zeigte sich schon vor dem Börsendebüt: Ein Bericht des Magazins "The Information" über eine beginnende chinesische Fertigung von Immersions-DUV-Lithografieanlagen schickte die Aktie des niederländischen Schwergewichts ASML am 27. Juli kräftig ins Minus. Daraufhin sackten Chip-Werte weltweit ab, so auch die Papiere von NVIDIA, Micron und AMD. Zwei Handelstage später relativierte sich die Sorge bereits wieder: Laut dpa-AFX will der chinesische Anbieter im laufenden Jahr nur fünf und im kommenden Jahr rund 20 solcher Anlagen bauen, während ASML alleine in diesem Jahr rund 130 Systeme ausliefert. Auch beim Wachstumsmarkt HBM bleibt die Kluft groß: Laut Prognosen von Counterpoint Research könnte CXMT dort 2027 erst 0,4 und 2028 rund 3 Prozent Marktanteil erreichen.

Der nächste belastbare Datenpunkt ist das eigene Versprechen von CXMT, noch dieses Jahr mit der Massenproduktion von HBM3 zu beginnen. Nur wenn das gelingt, wird sich zeigen, ob der Sprung an die Weltspitze mehr ist als ein Kurssprung mit dünnem Streubesitz.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: FOTOGRIN / Shutterstock.com, ZinetroN / Shutterstock.com

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10.08.26 Micron Technology Buy UBS AG
25.06.26 Micron Technology Buy Deutsche Bank AG
25.06.26 Micron Technology Outperform RBC Capital Markets
25.06.26 Micron Technology Neutral Goldman Sachs Group Inc.
25.06.26 Micron Technology Overweight JP Morgan Chase & Co.