Gefahr in Verzug?

30 Prozent Aufschlag für denselben Titel: Was passiert bei der SK hynix-Aktie?


30 Prozent Aufschlag für denselben Titel: Was passiert bei der SK hynix-Aktie?

Die SK-hynix-Aktie sorgt für ein ungewöhnliches Börsenphänomen: Die in New York gehandelten ADRs notieren deutlich über dem Preis der Heimataktie in Seoul.

Werte in diesem Artikel

  • SK-hynix-ADRs handeln in New York mit einem Aufschlag von rund 29 Prozent
  • Arbitragegeschäfte, die die Lücke normalerweise schließen, sind blockiert
  • Selbst TSMC-ADRs kosteten historisch nur einen Bruchteil dieses Aufschlags
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Ein neuer Datenpunkt nährt die Debatte um eine mögliche Übertreibung bei KI- und Speicherchip-Aktien: Die Ende Juni ausgegebenen, in New York gelisteten American Depositary Receipts (ADRs) von SK hynix handeln deutlich teurer als die zugrunde liegende Aktie in Seoul. Wie das Wall Street Journal berichtet, schwankte der Aufschlag seit Handelsstart nach Währungsbereinigung zwischen 16 und 51 Prozent, am Freitag lag er bei rund 29 Prozent. Jedes ADR verbrieft ein Zehntel einer in Seoul gehandelten Aktie und lässt sich grundsätzlich in diese umwandeln.

Warum der ADR-Aufschlag bestehen bleibt

Normalerweise würden solche Preisunterschiede über Arbitrage verschwinden: Händler kaufen die günstigere Aktie, wandeln sie in das teurere Wertpapier um und verkaufen dieses, bis sich die Kurse einander annähern. Bei SK hynix funktioniert dieser Mechanismus laut dem Bericht jedoch nur eingeschränkt. Zwar lassen sich die ADRs in koreanische Aktien umwandeln, der umgekehrte Weg ist durch regulatorische Vorgaben erschwert und benötigt die Zustimmung des Unternehmens.

Hedgefonds, die in Seoul Long-Positionen aufbauen und gleichzeitig die ADRs in New York leerverkaufen, bleiben deshalb einem Risiko ausgesetzt, sollte der US-Aufschlag weiter steigen. Ein vollständig funktionierender, risikoarmer Umwandlungsweg fehlt derzeit.

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TSMC-Vergleich zeigt ungewöhnlich hohen Aufschlag

Ein Teil der Kursdifferenz lässt sich laut dem Bericht sachlich begründen: niedrigere US-Handels- und Verwahrkosten, der Wegfall der südkoreanischen Transaktionssteuer sowie die Dollar-Notierung selbst. Auch US-Indexfonds könnten beim Halten von ADRs steuerliche Vorteile haben. Solche Faktoren rechtfertigen dem Bericht zufolge normalerweise aber nur einen Aufschlag von wenigen Prozentpunkten.

Die ADRs von Taiwan Semiconductor Manufacturing etwa notierten zwischen 2010 und 2020 im Schnitt nur 3,2 Prozent über der taiwanesischen Aktie. Seit dem Start von ChatGPT 2022 ist dieser Aufschlag durch die gestiegene US-Nachfrage nach KI-naher Chip-Exposure auf rund 15 Prozent geklettert. SK hynix liegt mit 29 Prozent weiterhin deutlich darüber.

Risiko für Anleger bei einer Normalisierung

Schließen könnte sich die Lücke laut dem Bericht auf drei Wegen: durch einen Anstieg der koreanischen Aktie, durch eine nachlassende Nachfrage nach den ADRs oder durch die Ausgabe weiterer US-Wertpapiere durch SK hynix.

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Für Anleger der ADRs entsteht insbesondere dann ein Risiko, wenn die Anpassung über einen sinkenden US-Kurs statt über steigende Seoul-Kurse erfolgt. In diesem Fall wären vor allem die ADR-Halter von einem möglichen Kursrückgang betroffen.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Michael Vi / Shutterstock.com

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14.10.16 Taiwan Semiconductor Manufacturing Sector Weight Pacific Crest Securities Inc.
18.12.12 Taiwan Semiconductor Manufacturing buy Nomura
12.12.12 Taiwan Semiconductor Manufacturing buy Deutsche Bank Securities
28.08.12 Taiwan Semiconductor Manufacturing buy Nomura
14.08.12 Taiwan Semiconductor Manufacturing buy Citigroup Corp.