Rocket Lab-Aktie unter der Lupe: Was hinter dem neuen Satelliten-Deal aus Japan steckt
Ein japanischer Satellitenbetreiber bestellt bei Rocket Lab drei weitere Raketenstarts. So reagiert die Aktie.
Werte in diesem Artikel
- iQPS bucht bei Rocket Lab drei weitere dedizierte Electron-Starts für 2027
- Rocket Lab-Aktie legt nur vorübergehend deutlich zu
- Electron hat für iQPS bereits sieben Satelliten erfolgreich gestartet
Der japanische Satellitenbetreiber iQPS (Institute for Q-shu Pioneers of Space) hat bei Rocket Lab drei weitere dedizierte Starts auf der Electron-Rakete bestellt, wie aus der offiziellen Pressemitteilung des Unternehmens vom Donnerstag hervorgeht. Die Rocket Lab-Aktie fiel an der NASDAQ zuletzt um 0,99 Prozent auf 64,04 US-Dollar, nachdem sie zuvor sogar bis zu 3,5 Prozent im Plus gelegen hatte. Der neue Auftrag ist bereits die dritte Mehrfachbuchung von iQPS bei Rocket Lab innerhalb eines Jahres und bringt die Gesamtzahl der gebuchten Electron-Starts für den Kunden auf 18. Damit unterstreicht Rocket Lab laut eigenen Angaben seine Position als weltweit gefragteste Trägerrakete im Small-Lift-Segment.
Dritter Großauftrag von iQPS binnen eines Jahres
Die drei neuen Missionen sollen ab Ende 2027 vom Rocket Lab Launch Complex 1 abheben. Jeder Start bringt der Mitteilung zufolge einen QPS-SAR-Satelliten in eine kreisförmige Erdumlaufbahn auf 575 Kilometern Höhe und erweitert damit die Erdbeobachtungskonstellation von iQPS. Für sämtliche iQPS-Missionen hat Rocket Lab zudem sein eigenes Trennsystem namens Motorized Lightband verkauft, das laut Unternehmen den Zugang zum Orbit vereinfacht und das Planungsrisiko für den Kunden reduziert. Die Platzierung von Satelliten innerhalb einer bereits im Orbit befindlichen Konstellation gilt als eine der Kernaufgaben, für die Electron ursprünglich entwickelt wurde.
Radartechnologie für Tag und Nacht
Die QPS-SAR-Satelliten nutzen ein sogenanntes Synthetic Aperture Radar, das Bilder aus Radiowellenmessungen erzeugt. Anders als optische Systeme funktioniert diese Technologie laut Unternehmensangaben unabhängig von Tageslicht und Wetterbedingungen, sodass Daten rund um die Uhr erfasst werden können. Für Rocket Lab ist iQPS der bislang aktivste Wiederholungskunde im Bereich der Konstellationsaufbauten und liefert damit ein Beispiel dafür, wie kleine, spezialisierte Erdbeobachtungsanbieter zunehmend auf feste Startpartner setzen, statt Kapazitäten im Einzelfall auszuschreiben.
Rocket Lab-Aktie: Rekordnachfrage nach Electron
Seit 2023 ist Electron als primärer Startdienstleister von iQPS im Einsatz und hat in dieser Zeit sieben QPS-SAR-Satelliten mit einer Erfolgsquote von 100 Prozent ins All gebracht, heißt es in der Mitteilung weiter. Der neue Vertrag verschafft iQPS nach Unternehmensangaben feste, regelmäßige Startfenster für den weiteren Ausbau seiner Konstellation, während die Nachfrage nach Electron insgesamt auf einem Rekordniveau liegt. Der Auftrag erweitert Rocket Labs bestehende Pipeline im Bereich Small-Lift-Trägerraketen und erhöht die Planbarkeit der künftigen Geschäftsentwicklung.
Für die Aktie dürfte nun entscheidend sein, welche weiteren Details Rocket Lab zu den geplanten Starts ab Ende 2027 und zur Entwicklung der Auftragspipeline in den kommenden Quartalsmitteilungen liefert.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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