Im Rückstand

Tesla-Aktie hinkt S&P 500 hinterher: Warum Roth MKM trotzdem Aufwärtspotenzial sieht


Tesla-Aktie hinkt S&P 500 hinterher: Warum Roth MKM trotzdem Aufwärtspotenzial sieht

Während der Gesamtmarkt zulegt, liegt eine der bekanntesten Wachstumsaktien seit Jahresbeginn zweistellig im Minus, und der Grund reicht tiefer als ein einzelner Quartalsbericht.

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  • Tesla-Aktie auf Jahressicht im Minus, während der S&P 500 zulegte
  • Nach schwacher Q2-Bilanz brach der Kurs zweistellig ein
  • Roth MKM sieht mit 505 US-Dollar dennoch rund 54 Prozent Aufwärtspotenzial
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Die Tesla-Aktie bleibt einer der schwächsten Standardwerte der Wall Street, und der Rückstand zum breiten Markt wächst weiter. Auch Wochen nach den enttäuschenden Quartalszahlen kommt Tesla nicht voran, während der Gesamtmarkt neue Kraft sammelt und die Kluft zwischen Wachstumshoffnung und Gewinnrealität so groß ist wie selten zuvor.

YTD-Bilanz: Tesla-Aktie weit abgeschlagen hinter dem Gesamtmarkt

Im laufenden Jahr ging es für die Tesla-Aktie an der NASDAQ bislang um rund 27 Prozent auf zuletzt 328,58 US-Dollar nach unten, während der S&P 500 13,3 Prozent hinzugewinnen konnte (Stand: Schlusskurse vom 7. August 2026).

Nach der Bilanz: Marge und Cashflow brechen ein

Am 22. Juli meldete Tesla für das zweite Quartal einen Umsatz von rund 28,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der bereinigte Gewinn je Aktie fiel dagegen auf 0,33 US-Dollar, ein Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die operative Marge brach auf 1,4 Prozent ein, ein Rückgang von rund 2,7 Prozentpunkten, und der freie Cashflow rutschte mit minus 1,09 Milliarden US-Dollar in den roten Bereich.

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Getrieben wurde die Schwäche von einem Sprung der Betriebskosten um 47 Prozent auf 4,35 Milliarden US-Dollar, unter anderem wegen einer höheren aktienbasierten Vergütung aus dem Vergütungspaket für Vorstandschef Elon Musk und wegen laufender Investitionen in Optimus, Robotaxi und die eigene KI-Infrastruktur. Die Kapitalausgaben stiegen um 142 Prozent auf 5,79 Milliarden US-Dollar. Der Markt reagierte prompt: Die Tesla-Aktie brach am Folgetag der Zahlenvorlage an der NASDAQ schlussendlich um 14,5 Prozent auf 319,69 US-Dollar ein.

Analysten nach den Zahlen: Ziele sinken, Kaufvotum bleibt mehrheitlich

Der Analystenkonsens auf Basis von 28 Bewertungen, welche bei TipRanks vorliegen, fällt gemischt aus: Zehn Experten empfehlen die Aktie zum Kauf, 15 raten zum Halten und drei zum Verkauf, im Schnitt bei einem Kursziel von 380,47 US-Dollar (Stand 7. August 2026). Seit den Quartalszahlen justierten mehrere Häuser ihre Ziele nach: Morgan Stanley bestätigte eine Hold-Empfehlung und setzte das Kursziel von 417 auf 400 US-Dollar herab, Piper Sandler blieb bei einer Kaufempfehlung (Kurszielsenkung von 500 auf 450 US-Dollar), während JPMorgan seine Zielmarke von 475 auf 445 US-Dollar senkte und ebenfalls nur ein Hold vergab.

Roth MKM bleibt mit TerraFab-These an der Spitze der Kursziele

Noch Anfang Juli hatte Dan Ives (damals noch bei Wedbush) mit 600 US-Dollar das höchste Kursziel der Wall Street bestätigt, allerdings stammte die Analyse aus der Zeit vor den Quartalszahlen. Am oberen Rand der aktuellen Erwartungen steht Roth MKM-Analyst Craig Irwin: Er bestätigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 505 US-Dollar. Das entspräche einem Aufwärtspotenzial von rund 54 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau von 328,58 US-Dollar (Stand Schlusskurs vom 7. August 2026). Wie der Finanznachrichtendienst The Fly berichtete, begründet Irwin das Ziel mit der firmeneigenen Chipfertigung TerraFab: Für die nächste Optimus-Generation seien Chipkosten nötig, die ein bis zwei Größenordnungen unter denen heutiger kommerzieller Halbleiter liegen, wofür Tesla nach seiner Einschätzung rund 30 Milliarden US-Dollar über zwei Jahre investiert, um eine Startkapazität von 100.000 Wafern pro Monat zu erreichen.

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Das Kursziel ist im Kern eine Wette auf eine Zukunft, für die es aktuell noch keinen belegten Cashflow gibt. Solange operative Marge und freier Cashflow sinken, bleibt die Monetarisierung von Optimus und Robotaxi eine Erwartung und keine belegte Gegenwart, was erklärt, warum die Aktie trotz des hohen langfristigen Kursziels bislang deutlich hinter dem breiten Markt zurückbleibt.

Ob sich daran etwas ändert, dürfte sich frühestens an den nächsten Quartalszahlen zeigen. Erst dann wird ersichtlich, ob die milliardenschweren Investitionen in Optimus, Robotaxi und TerraFab auf Marge und Cashflow durchschlagen oder sich die Kluft zum Gesamtmarkt weiter vergrößert.

Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Katherine Welles / Shutterstock.com, Pe3k / Shutterstock.com

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07.08.26 Tesla Hold Jefferies & Company Inc.
07.08.26 Tesla Neutral UBS AG
03.08.26 Tesla Outperform RBC Capital Markets
28.07.26 Tesla Outperform RBC Capital Markets
28.07.26 Tesla Buy Deutsche Bank AG