Oura-Aktie lässt auf sich warten: Börsengang verschoben - was Anleger wissen sollten
Oura spricht von starker Nachfrage, stoppt seinen Börsengang an der NASDAQ dennoch nur acht Tage nach dem offiziellen Start.
- Oura verschiebt den geplanten Börsengang an der NASDAQ vorerst
- Laut Bloomberg sprangen einige Investoren wegen der Bewertung ab
- Knapp drei Viertel der Aktien sollten von Altaktionären stammen
Oura hat am Dienstag seinen geplanten Börsengang an der NASDAQ verschoben und setzt damit ein weiteres Fragezeichen hinter die US-Emissionssaison im Herbst. Der Hersteller smarter Gesundheitsringe begründet den Schritt mit der Unsicherheit am Markt für Neuemissionen, obwohl die Nachfrage nach eigenen Angaben stark war. Reuters zufolge verläuft die traditionell starke Herbstsaison für Börsengänge bislang schleppend, weil Anleger die jüngste Zinserhöhung der Fed, geopolitische Spannungen und die Schwankungen bei KI-Aktien verarbeiten.
Investoren stören sich an Bewertung und Aufbau des Angebots
Die offizielle Begründung erzählt allerdings nur einen Teil der Geschichte. Wie aus einem Bloomberg-Bericht hervorgeht, der investing.com vorliegt, entschieden sich einige angesprochene Investoren gegen eine Zeichnung, unter anderem wegen der angestrebten Bewertung. Mehrere verwiesen den mit der Angelegenheit vertrauten Personen zufolge zudem auf den hohen Anteil bereits bestehender Aktien im Angebot. Oura selbst hat diese Darstellung nicht bestätigt und nannte ausschließlich das Marktumfeld als Grund.
Warum der Aufbau des Oura-Angebots Fragen aufwirft
Ein Blick in den Wertpapierprospekt macht die Skepsis nachvollziehbar. Von den 50 Millionen Aktien, die Oura in einer Spanne von 40 bis 44 US-Dollar platzieren wollte, sollten 36,5 Millionen von Altaktionären kommen, nur 13,5 Millionen wären neue Papiere gewesen. Vom möglichen Emissionsvolumen von bis zu 2,2 Milliarden US-Dollar wäre damit nur ein kleiner Teil beim Unternehmen gelandet: Den eigenen Nettoerlös bezifferte Oura zur Mitte der Spanne auf rund 533 Millionen US-Dollar. Davon waren wiederum rund 526 Millionen US-Dollar für Steuerpflichten auf Mitarbeiteraktien vorgesehen, die erst mit dem Börsengang zugeteilt werden. Frisches Kapital für das operative Geschäft hätte die Emission also kaum gebracht.
Oura wächst kräftig und arbeitet profitabel
Operativ liefert Oura durchaus Argumente für eine ambitionierte Bewertung. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026, das am 30. September endet, stieg der Umsatz laut Prospekt um 74 Prozent auf rund 1,21 Milliarden US-Dollar, nach knapp 698 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn kletterte im selben Zeitraum von 1,6 auf 60,8 Millionen US-Dollar. Für das Gesamtjahr stellt das Unternehmen ein Umsatzplus von 90 Prozent in Aussicht, die Zahl der zahlenden Mitglieder soll auf rund 5,7 Millionen steigen und sich damit nahezu verdoppeln. Vorstandschef Tom Hale erklärte, Oura habe den Luxus, den Zeitpunkt für den Börsengang selbst wählen zu können.
Der nächste belastbare Datenpunkt sind die Zahlen zum vollen Geschäftsjahr 2026.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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