Jungheinrich: Mehr Aufträge, weniger Gewinn - und nun?


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Jungheinrich: Mehr Aufträge, weniger Gewinn - und nun?

Der Intralogistikkonzern hebt seine Umsatzerwartung für 2026 leicht an und kappt im selben Atemzug die Gewinnprognose spürbar. Für die Aktie eine weiterhin schwierige Ausgangslage.

 

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Der Auftragseingang soll 2026 nun zwischen 5,5 und 6,1 Mrd. Euro liegen, der Umsatz zwischen 5,3 und 5,9 Mrd. Euro, jeweils 100 Mio. Euro mehr als bisher. Beim operativen Ergebnis geht es bei der neuen Guidance in die Gegenrichtung: statt 380 bis 450 Mio. Euro nur noch 340 bis 400 Mio. Euro, gemessen an den Mittelwerten ein Rückgang um rund 11 Prozent. Die EBIT-Rendite soll von 7,2 bis 8,0 Prozent auf 6,2 bis 7,0 Prozent rutschen. Da gleichzeitig die Sonderbelastungen aus dem Transformationsprogramm von 17 auf 10 Mio. Euro sinken, fällt der operative Rückgang bereinigt sogar etwas deutlicher aus.

Jungheinrich nennt vier Gründe für die Anpassungen: Nachwirkungen des im Februar beendeten Streiks in Lüneburg, veränderte Materialkosten, intensiver Wettbewerb und die Erkenntnis, dass der weggefallene Ergebnisbeitrag der früheren russischen Tochter nicht mehr kompensiert wird. Der Streik läuft aus, der Preisdruck bleibt. Betroffen ist ausschließlich das Segment Industrial Trucks & Services, dessen Margenprognose auf 7,0 bis 7,6 Prozent zurückgenommen wurde. Die Prognose für Automation & Warehouse Equipment bleibt unverändert, das Problem liegt also im klassischen Staplergeschäft, nicht in der Automatisierung.

Das zweite Quartal

Beim Auftragseingang und beim Umsatz hat Jungheinrich im zweiten Quartal zugelegt. Die Bestellungen kletterten auf 1.419 Mio. Euro nach 1.357 Mio. Euro im Vorjahr, der Umsatz erreichte 1.397 Mio. Euro nach zuvor 1.351 Mio. Euro. An der Nachfrage liegt es also nicht, wenn es beim Ergebnis hakt.

Und es hakt deutlich. Das EBIT sank von 106 auf 88 Mio. Euro, womit die operative Marge von 7,8 auf 6,3 Prozent zurückfiel. Entscheidend für die Einordnung: Mit 6,3 Prozent lag die Quartalsmarge bereits am unteren Rand jener Spanne, die der Vorstand nun für das Gesamtjahr in Aussicht stellt. Damit die gerade erst gesenkte Prognose hält, muss das zweite Halbjahr also besser laufen als das zweite Quartal. Viel Puffer hat sich Jungheinrich mit der Korrektur nicht verschafft.

Charttechnik bleibt diffizil

Von der Markttechnik her ist in solch einem Umfeld nur wenig Rückenwind zu erwarten. Die Aktie hatte seit der Jahresspitze im Bereich von rund 38 Euro mehr als 40 Prozent wieder abgeben müssen. Seitdem konnte man wieder rund 10 Prozent drauflegen, ist jetzt aber eingeklemmt zwischen 50-Tage-Linie bei aktuell rund 24 Euro als unterer Unterstützung und 100-Tage-Linie bei knapp unter 26 Euro als oberem Rand. Technische Indikatoren wie der Relative-Stärke Index bei aktuell rund 56 scheinen vorerst unproblematisch, lassen aber im Umkehrschluss aber auch nicht so viel Spielraum für eine schnelle Erholung übrig.

Insofern ist unter dem Strich eher mit einer zwar leicht positiven Entwicklung zu rechnen, die aber im Zeitablauf eher länger gezogen werden dürfte. Also mehr Aufwärtskonsolidierung als Rebound. Anleger stehen weiter nicht unbedingt unter Handlungsdruck.

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Erstellung am 24.07.26 um 13:00 Uhr.

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