Wacker Chemie: Was passiert mit den Langfristzielen?
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Die Aktie von Wacker Chemie ist völlig aus dem Tritt. Die starke Aufstellung in Asien droht zu einem Malus zu werden.
Werte in diesem Artikel
Die jüngste Einschätzung der US-Investmentbank J.P. Morgan zur Aktie von Wacker Chemie ist von Skepsis bezüglich des Geschäfts der Münchner in China geprägt. Demnach fällt das Urteil nicht sehr positiv aus. Die Analysten heben zwar das Kursziel leicht auf 62 Euro (zuvor: 60 Euro) an, beim Votum bleibt es aber bei „Underweight“. Mehr noch: Die Analysten fürchten, dass das Unternehmen am 17. September eine Kapitalmarktveranstaltung in London nutzen könnte, um die Langfristziele bis 2030 zu senken.
Gegenwind aus China
So weit ist es noch nicht, auszuschließen ist es aber auch nicht. Denn: Das Geschäft mit Polysilicium für die Solarindustrie war in der Vergangenheit stark von den Bestellungen aus China geprägt. Hier gab es aus dem Reich der Mitte zuletzt keine guten Nachrichten. Nach dem Rekordjahr 2025, als der Zubau bei rund 315 Gigawatt lag, wurde für 2026 von chinesischen Branchenverbänden nur noch mit 180 bis 240 Gigawatt Zubau kalkuliert. 2025 entfielen fast 35 Prozent der Außenumsätze von Wacker auf Asien.
Preis hui, Menge pfui?
Neben den Bedenken bezüglich des Asien-Exposures scheint zudem der Joker am Golf nicht mehr zu stechen. Die Münchner profitierten zu Beginn der Krise zunächst von steigenden Preisen bei Chemikalien und hoben zuletzt sogar das EBITDA-Ziel für das Gesamtjahr 2026 an. Durch die Eskalation mit den pro-iranischen Huthi-Rebellen, die den Öltransport aus Saudi-Arabien behindern, könnte sich die Rechnung erneut ändern. Hält die aktuelle Situation weiter an, dürften nach unserer Einschätzung die absetzbaren Mengen spürbar sinken und vom Preiseffekt nicht mehr ausgeglichen werden können.
Fazit
Die Prognose-Anhebung von Wacker im Sommer wirkte etwas zögerlich. Durch die aktuellen Entwicklungen spricht die Zurückhaltung jetzt eher für Weitsicht. Es scheint angebracht, die Erwartungen an das dritte Quartal 2026 besser nicht zu hoch zu hängen. Technisch dürfte es spannend werden, denn die Aktie sinkt stetig in Richtung der 200-Tage-Linie, die aktuell bei 85 Euro verläuft. Ohne weitere negative Impulse könnte diese Linie aber einen ersten Halt geben.
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Erstellung am 14.09.26 um 9:48 Uhr.
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