SUSS MicroTec: KI-Fantasie und sperrige Charttechnik


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SUSS MicroTec: KI-Fantasie und sperrige Charttechnik

Halbleiter bleiben das Rückgrat des KI-Booms, doch die Kurse der Branche schwanken heftig. SUSS MicroTec liefert operativ ab, muss charttechnisch aber erst noch überzeugen.

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Kaum ein Sektor verkörpert den KI-Hype so sehr wie die Halbleiterindustrie, und kaum ein Sektor ist so schwankungsanfällig. Zwischen Euphorie über immer neue Rechenzentren und der Angst vor überzogenen Bewertungen pendeln die Chipwerte teils im Wochentakt. Wer nicht direkt auf die großen Chipdesigner setzen will, schaut zunehmend auf die Ausrüster, also jene Unternehmen, die die Maschinen für die Chipfertigung liefern.

Denn ohne sie läuft in keiner Fabrik ein Wafer vom Band. Genau in dieser zweiten Reihe steht SUSS MicroTec, ein deutscher Spezialist für Anlagen im sogenannten Advanced Packaging, der aufwendigen Weiterverarbeitung fertiger Chips zu einbaufertigen Bauteilen.

Starke Auftragslage

Dass die Nachfrage in diesem Feld intakt ist, zeigt der Blick in die jüngsten Zahlen. Der Auftragseingang kletterte im ersten Halbjahr 2026 auf 410 Mio. Euro, ein Plus von knapp 146 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im zweiten Quartal verbuchte das Garchinger Unternehmen mit 260,7 Mio. Euro einen neuen Quartalsrekord.

Der Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni 2026 mit 473,7 Mio. Euro ein Allzeithoch. Wesentlicher Treiber war ein Großauftrag über rund 115 Mio. Euro für Beschichtungslösungen von einem OSAT-Kunden (im weitesten Sinn Chip-Auftragsfertiger), der einen führenden Anbieter in der Wertschöpfungskette für KI-Chipmodule beliefert.

Übergangsjahr belastet die Marge

Die Kehrseite: Der Umsatz sank im ersten Halbjahr um fast 24 Prozent auf 202,8 Mio. Euro, die EBIT-Marge fiel von 16,5 auf 7 Prozent. Das Management spricht nach einem zeitweise schwachen Auftragseingang in 2025 offen von einem Übergangsjahr mit vorübergehend geringerer Fixkostendeckung und steigenden Forschungsausgaben. Immerhin verbesserte sich das zweite Quartal sequenziell bereits deutlich, mit einer Bruttomarge von 38 Prozent und einer EBIT-Marge von 9 Prozent.

Der freie Cashflow drehte mit plus 16,4 Mio. Euro ins Positive. Die Jahresprognose wurde bestätigt: Anvisiert wird ein Umsatz zwischen 425 und 485 Mio. Euro und eine EBIT-Marge von 8 bis 10 Prozent. Rund 220 Mio. Euro aus dem Auftragsbuch sollen bereits 2027 umsatzwirksam werden und liefern damit früh Planungssicherheit für das kommende Jahr.

Charttechnik: Erholung möglich?

So überzeugend die Auftragslage, so sperrig zeigt sich die Aktie. Nach dem Hoch im Frühsommer korrigierte der Kurs deutlich. Aktuell liegt die Aktie unter der 50-Tage-Linie und der 100-Tage-Linie, hat aber die 200-Tage-Linie klar behauptet. Der RSI hat sich bei rund 49 stabilisiert, der MACD dreht mit positivem Histogramm nach oben. Das deutet auf eine mögliche Erholung hin. Eine nachhaltige Trendwende wäre aber erst mit dem Rücksprung über die 50- und 100-Tage-Linie bestätigt. Anleger sollten entsprechend noch zurückhaltend bleiben, könnten dann aber prozyklisch aufspringen.

Ähnlich ist die Lage bei 2G Energy. Das Unternehmen profitiert ebenfalls stark von KI-Investitionen und die Aktie arbeitet an einem kurzfristigen Boden, der die Basis für einen neuen Kursschub darstellen könnte: http://finanzen.net/nachricht/aktien/2g-energy-bereit-fuer-den-naechsten-schub-15927183

Spannend sind darüber hinaus jetzt auch Beteiligungsgesellschaften, die an der Rally der letzten Jahre kaum partizipiert haben. Warum sich das jetzt ändern könnte, lesen sie hier: zum Artikel

Autoren: Die SmartCaps-Redaktion. Über uns: Das Team von SmartCaps zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem „Anlegerbrief“ zu den erfolgreichsten Nebenwerteinvestoren in Deutschland. Das Musterdepot des Anlegerbriefs hat seit 1999 eine Rendite von mehr als 3.587 Prozent oder 14,2 Prozent p.a. (Stand: 05.09.26) erzielt. Mehr dazu finden Sie hier.

Erstellung am 11.09.26 um 7:48 Uhr.

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