UBS-Aktie fällt: Ständerat beschließt strengere Eigenkapitalregeln
Der Ständerat zeigt Härte bei den Eigenkapitalregeln für die UBS.
Werte in diesem Artikel
Die Schweizer Großbank UBS soll ihre Beteiligungen im Ausland zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegen müssen. Das hat die kleine Kammer entschieden. Die neuen Eigenkapitalregeln sollen das "Too big to fail"-Dispositiv schärfen. Der Ständerat fällte seinen Entscheid am Mittwoch mit 29 zu 16 Stimmen. Er wählte dabei einen von einer starken Minderheit beantragten Weg.
Die UBS und auch große Wirtschaftsverbände hatten in den Tagen vor dem Entscheid öffentlich Position bezogen gegen diesen Minderheitsantrag. Eine 90-Prozent-Unterlegung mit hartem Kernkapital sei kein Kompromiß zum Bundesratsvorschlag, schrieb die UBS. Dies würde ihrer Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig schaden.
Die UBS und mehrere große Wirtschaftsverbände hätten den von der Mehrheit entworfenen, unterlegenen Kompromiß bevorzugt. Demnach hätte die Bank Auslandbeteiligungen zu mindestens 50 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegen müssen. Für die übrigen bis zu 50 Prozent wären AT1-Anleihen (Additional Tier 1) zulässig gewesen.
Der Bundesrat und eine weitere Minderheit im Rat wünschten eine noch strengere Auflage, nämlich eine vollständige Unterlegung von Auslandbeteiligungen mit hartem Eigenkapital. Ihr Antrag unterlag aber.
UBS rechnet mit Zusatzaufwand von 16 Milliarden US-Dollar an hartem Kernkapital
Die UBS hat den Ständeratsentscheid mit Blick auf die Kapitalvorgaben für die Großbank kritisiert. Dieser würde zu einer "übermäßigen" Verschärfung der Schweizer Eigenkapitalanforderungen führen, die bereits heute zu den strengsten weltweit zählten, heißt es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Sollte der Beschluss des Ständerats am Ende des laufenden parlamentarischen Verfahrens bestätigt werden, müsste die UBS zusätzliches hartes Kernkapital (CET1) von rund 16 Milliarden US-Dollar halten. Dies käme zu den zusätzlichen 2 Milliarden an CET1-Kapital hinzu, welche wegen der vom Bundesrat angekündigten Änderungen auf Verordnungsstufe erforderlich seien.
Darüber hinaus müsse die UBS wegen der Übernahme der Credit Suisse wie bereits bekannt zusätzliches CET1-Kapital in Höhe von rund 15 Milliarden Dollar laut den geltenden Vorschriften halten. Insgesamt müsste die Großbank damit wegen der CS-Übernahme rund 33 Milliarden Dollar an zusätzlichem harten Kernkapital halten, so die UBS.
Gleichzeitig dürften aber die Anfang dieses Jahres angekündigten Änderungen auf Verordnungsstufe auf konsolidierter Konzernebene zu einer Reduktion von 4 Milliarden an CET1-Kapital führen. Die Übernahme würde damit jährliche Gesamtkosten von rund 2,5 Milliarden verursachen.
Der Ständeratsentscheid sei kein Kompromiss und adressiere nicht die eigentlichen Ursachen des Zusammenbruchs der Credit Suisse. Er missachte außerdem die Bedenken der überwältigenden Mehrheit der Befragten im Rahmen der Vernehmlassung, an der Wirtschaftsvertreter, die relevanten Arbeitnehmerverbände und die meisten Kantone teilgenommen hätten.
Auch werde die entscheidende finanzielle Unterstützung der UBS-Aktionäre beim Schutz des Ansehens der Schweiz durch die CS-Übernahme nicht berücksichtigt.
Während der parlamentarische Prozess weiterläuft, werde sich die Bank darauf konzentrieren, ihre langfristigen Interessen zu wahren. Die UBS werde zudem weiterhin Fakten und Analysen beisteuern und sich für eine Regulierung einsetzen, "die wirklich zielgerichtet, verhältnismäßig und international abgestimmt ist".
Am Morgen hatte der Ständerat strengere Eigenmittelregeln für systemrelevante Grossbanken beschlossen: Die UBS müßte Auslandstöchter künftig mit 90 Prozent hartem Kernkapital (CET1) unterlegen.
Der Bundesrat hatte eine vollständige Unterlegung vorgeschlagen; die zuständige Ständeratskommission (WAK-S) hatte 50 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) und 50 Prozent mit AT1-Anleihen beantragt. Heute müssen die Auslandstöchter zu 45 Prozent mit CET1 und zu 17 Prozent mit AT1-Anleihen unterlegt werden. Nun ist der Nationalrat am Zug.
Im Schweizer Handel notiert die UBS-Aktie zeitweise 1,98 Prozent tiefer bei 39,91 Franken.
dpa-AFX
Ausgewählte Hebelprodukte auf UBS
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf UBS
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: 360b / Shutterstock.com, Simon Zenger / Shutterstock.com