KI-Strategie

ServiceNow-Aktie zieht an: Dynamisches Talentprofil soll statische Kompetenzlisten ablösen


ServiceNow-Aktie zieht an: Dynamisches Talentprofil soll statische Kompetenzlisten ablösen

Jahrelang haben Unternehmen Kompetenzprofile aufgebaut, die beim Einpflegen schon veralten. ServiceNow behauptet, diesen Kreislauf zu durchbrechen.

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ServiceNow zog am Donnerstag letztlich um 6,47 Prozent auf 108,73 US-Dollar an. Hintergrund könnte ein Forbes-Beitrag von Management-Berater Keith Ferrazzi sein, in dem er ein Konzept des Unternehmens als notwendige Infrastruktur für KI-geprägte Organisationen einordnet: die sogenannte "Talent Signature". Die Idee ist schlicht und hat Konsequenzen. Statt einer Momentaufnahme von Kompetenzen, die schon beim Einpflegen veraltet, entsteht ein dynamisches Profil dessen, was Mitarbeitende durch reale Arbeit, nachweisbare Ergebnisse und beobachtbares Verhalten tatsächlich gezeigt haben.

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Vom Kompetenzarchiv zur Echtzeit-Intelligenz

Ferrazzi benennt das Kernproblem klassischer HR-Systeme: Sie behandeln Fähigkeiten als Datenbankproblem, nicht als Intelligenzproblem. Die Folge ist eine gut gepflegte Sammlung von Kompetenzen, die den tatsächlichen Stand des Unternehmens selten abbildet. Ferrazzi nennt das "Skills Theater": Taxonomien werden gebaut, Mitarbeitende schätzen sich selbst ein, Vorgesetzte bestätigen einmal im Jahr, und bis die Daten sauber sind, hat sich die Arbeit verändert.

Josh Newman, bei ServiceNow für Workforce Skills und Talent Readiness zuständig, formuliert den Unterschied zwischen dem alten Modell und "Talent Signature" im Forbes-Gespräch so: Was jemand auf einem Formular angibt, sage, wer diese Person war, als sie es ausfüllte. "Talent Signature" sage, wozu jemand fähig ist und wohin er als Nächstes wechseln kann. Diese Unterscheidung, so Ferrazzi, verändere jede nachgelagerte Personalentscheidung.

Drei Ebenen, ein System

"Talent Signature" gliedert sich laut Ferrazzi in drei Ebenen. Die erste erfasst das Grundprofil: Rolle, Identität, Kernkompetenzen. Die zweite bildet Qualifikationen, Lernergebnisse und Muster der Zusammenarbeit als laufend aktualisierte Signale ab, keine feste Akte mehr. Die dritte Ebene verdichtet all das per KI zu konkreten Empfehlungen: wo Stärken wachsen, wohin sich jemand entwickeln sollte, welche Lücken bestehen. Ausgebaut wird das System über ServiceNow University, die nach Unternehmensangaben inzwischen knapp zwei Millionen registrierte Lernende zählt. Bemerkenswert ist ein interner Kennwert: Von denjenigen, die auf der Plattform Nachweise halten, haben nach eigenen Angaben fast 95 Prozent spezifische KI-Zertifizierungen erworben, ein Wert, der zeigt, wie stark die Kompetenzentwicklung auf der Plattform auf KI-Fähigkeiten konzentriert ist.

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Was der Beitrag offen lässt

Analytisch ist eine Einordnung geboten. Ferrazzi ist Management-Berater und Forbes-Kolumnist, kein unabhängiger Produkttester. Der Beitrag basiert auf einem Gespräch mit einem ServiceNow-Vizepräsidenten, was seinen Charakter als Einschätzung und nicht als externe Validierung prägt. Hinzu kommt: "Talent Signature" ist nach Angaben des Beitrags bislang primär innerhalb von ServiceNow University aktiv, einer Plattform für das eigene Lern-Ökosystem des Konzerns. Ob Unternehmen das Konzept als Kern ihrer Workforce-Infrastruktur übernehmen, ist die eigentlich relevante Frage.

Ferrazzi selbst benennt die Systemgrenze ehrlich: Wenn Daten und Realität auseinanderdriften, wenn etwa ein Projektmanager ohne KI-Zertifikat dennoch die leistungsfähigste KI-Architektur seines Teams aufgebaut hat, liefere genau diese Diskrepanz den wertvollsten Lernzyklus. Menschliches Urteil sei Teil des Designs, nicht ein Korrektiv dazu.

Der nächste belastbare Indikator ist, ob ServiceNow "Talent Signature" über die eigene Lernplattform hinaus in die operative Workforce-Planung seiner Unternehmenskunden trägt. Ferrazzi selbst beschreibt das als nächsten Reifeschritt des Systems.

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Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: JHVEPhotov / Shutterstock.com

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25.07.19 ServiceNow Outperform BMO Capital Markets
23.07.19 ServiceNow Buy Needham & Company, LLC
31.01.19 ServiceNow Outperform Cowen and Company, LLC
31.01.19 ServiceNow Buy Needham & Company, LLC
31.01.19 ServiceNow Outperform BMO Capital Markets

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