Alphabet-Aktie: Warren Buffett steuerte Berkshires Milliarden-Dollar-Deal persönlich
Warren Buffett hat in einem Interview mit Becky Quick erstmals öffentlich erklärt, wie es zur milliardenschweren Alphabet-Position von Berkshire Hathaway kam.
Werte in diesem Artikel
• Buffett hat die inzwischen rund 31 Milliarden US-Dollar schwere Alphabet-Beteiligung nach eigenen Worten persönlich angestoßen
• Berkshire baute die Position im dritten Quartal 2025 auf und weitete sie im ersten Quartal 2026 deutlich aus
• Trotz der Größe der Position zählt Alphabet laut Buffett nicht zu seinen liebsten Berkshire-Beteiligungen
Buffett übernimmt die Verantwortung für den Alphabet-Einstieg
Nach der Bekanntgabe der Alphabet-Beteiligung im Berkshire-Portfolio gingen viele Marktbeobachter davon aus, dass Buffett-Nachfolger Greg Abel hinter dem Schritt steht und das Portfolio stärker in Richtung Technologiewerte ausrichtet, wie unter anderem The Motley Fool berichtete. Buffett widersprach dem im Interview mit CNBC direkt: "I initiated it."
Zugleich betonte er das enge Abstimmungsverhältnis zu Abel, der die operative Führung von Berkshire Hathaway zu Jahresbeginn 2026 übernommen hatte. Buffett betont nichts zu tun, was Abel nicht absegnet und andersherum. Dennoch sei Abel am Ende der Entscheider.
Nachgeholte Investition nach Jahren des Zögerns
Buffett räumte im Interview ein, einen Fehler gemacht zu haben, weil er nicht früher in Alphabet investiert hat. Bereits 2018 hatte er öffentlich Bedauern darüber geäußert, die Stärke des Google-Werbegeschäfts, die er über Berkshires Versicherungstochter Geico als frühen Google-Werbekunden aus erster Hand miterlebt hatte, nicht rechtzeitig honoriert zu haben. Er sei sich damals nicht sicher gewesen, ob sich Google im schnelllebigen Technologiesektor langfristig als Gewinner durchsetzen würde.
Die Aufholjagd begann im dritten Quartal 2025, als Berkshire rund 17,8 Millionen Alphabet-Aktien erwarb. Im ersten Quartal 2026 kaufte der Konzern noch einmal mehr als das Doppelte. Mit der Beteiligung an der 10-Milliarden-Dollar-Privatplatzierung im Juni 2026 ist Alphabet mittlerweile zur fünftgrößten Position im Berkshire-Portfolio aufgestiegen.
Hohe Kapitalanforderungen als zentrale Herausforderung
Buffett verwies im Gespräch mit CNBC auch auf die enormen Investitionssummen, die im KI-Wettlauf nötig sind. Google und sämtliche Wettbewerber setzten inzwischen hunderte Milliarden US-Dollar ein, reales Geld, mit dem im klassischen Softwaregeschäft früher nicht in dieser Größenordnung kalkuliert werden musste, so Buffett.
Dennoch sieht Buffett Alphabet nach eigener Aussage mit größerer Wahrscheinlichkeit als Gewinner an als 90 bis 95 Prozent der von der Wall Street bevorzugten Aktien. Die entscheidende Frage sei nicht, ob ein Unternehmen gestern "wunderbar" gewesen sei, sondern wie lange es das noch bleibe.
Auch zu Apple äußert sich Buffett
Neben Alphabet ging Buffett im Interview auch auf Apple ein, Berkshires größte Aktienposition. Auch nach der Ankündigung, dass Tim Cook als CEO zurücktritt, zählt Apple weiterhin zu seinen bevorzugten Aktien, so Buffett laut CNBC. Er wisse heute deutlich mehr über das Unternehmen als noch vor einigen Jahren.
Markus Maier, Redaktion finanzen.net
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