LPKF: Zurück auf Los nach dem Höhenflug


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LPKF: Zurück auf Los nach dem Höhenflug

Die Aktie von LPKF Laser & Electronics hat einen der spektakulärsten Kursritte des Jahres hinter sich: Von unter neun Euro schoss sie zeitweise über die 30-Euro-Marke, um danach ebenso schnell wieder abzustürzen. Wie geht es nun weiter?

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14.45 EUR -1.60 EUR -9.97 %

Selten lässt sich Börsenpsychologie so schön an einem einzigen Chart ablesen wie bei LPKF. Über den Jahreswechsel dümpelte die Aktie in einer flachen Bodenbildung um acht bis neun Euro vor sich hin, ein abgeschriebener Nebenwert. Dann, ab dem Frühjahr, folgte die Explosion: In der Spitze verdreifachte sich der Kurs auf fast 30 Euro, seit Jahresbeginn stand zeitweise ein Plus von deutlich mehr als 200 Prozent zu Buche. Aktuell notiert das Papier bei 13,00 Euro, nach einem ebenso heftigen Absturz von den Hochs.

Was die Rally befeuerte

Auslöser war nicht das laufende Geschäft, sondern eine Zukunftshoffnung namens LIDE. Mit dieser Lasertechnologie lassen sich feinste Strukturen und Durchkontaktierungen in Glas erzeugen, ohne Mikrorisse oder thermische Schäden. Für kommende Chip-Generationen im Bereich Advanced Packaging könnte das eine Schlüsselrolle spielen, weil glasbasierte Substrate und optische Verbindungen dort an Bedeutung gewinnen.

Zusätzlichen Rückenwind lieferte die Branche: Nvidia kündigte eine Milliardenpartnerschaft mit dem Glaskonzern Corning für optische Vernetzung in der KI-Infrastruktur an, genau die Schnittstelle, an der auch LPKF ansetzt.

Die operative Realität hinkt hinterher

Der Halbjahresbericht vom 23. Juli holte die Anleger auf den Boden zurück. Der Umsatz fiel auf 36,5 Mio. Euro, ein Rückgang von 38,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im zweiten Quartal allein brach er von 33,8 auf 19,3 Mio. Euro ein. Das EBIT rutschte auf minus 14,1 Mio. Euro. Auch der Auftragseingang halbierte sich nahezu auf 19,9 Mio. Euro. Hauptbelastung bleibt das schwache Solargeschäft, wo Kunden Investitionen zurückhalten.

Schwerer wiegt aber ein anderer Punkt: Der erhoffte große Serienauftrag aus dem Halbleiterbereich fehlt weiterhin. Die Technologie läuft bei Kunden bisher vor allem in Test- und Entwicklungsumgebungen, der Produktionshochlauf wird frühestens ab 2027 erwartet.

Der Chart am Entscheidungspunkt

Technisch steht die Aktie damit an einer Weggabelung. Bei 13,00 Euro liegt der Kurs fast punktgenau auf der 200-Tage-Linie bei 12,67 Euro, der letzten wichtigen Unterstützung. Darüber stapeln sich die Widerstände: Die 50-Tage-Linie verläuft bei 15,68 Euro, die 100-Tage-Linie bei 18,68 Euro, beide fallen und müssten erst von unten zurückerobert werden.

Der RSI notiert mit 40,11 im neutral-schwachen Bereich, das MACD-Histogramm dreht nach einer langen Rotphase nur zögerlich. Der Kurs hat damit fast die gesamte Rally wieder abgegeben und pendelt nahe dem Niveau, von dem der Höhenflug einst startete.

Wie geht es weiter?

LPKF ist ein Lehrstück darüber, wie weit Börsenbewertung und operative Zahlen auseinanderlaufen können, wenn eine Technologiehoffnung die Fantasie beflügelt. Solange die 200-Tage-Linie hält, bleibt die Tür für eine Stabilisierung offen. Fällt sie nachhaltig, droht der Rückfall Richtung Ausgangsniveau. Die eigentliche Entscheidung liegt aber nicht im Chart, sondern im Auftragsbuch: Kommt der erste echte Serienauftrag für die Glastechnologie, bekommt die Story ein Fundament. Bleibt er aus, war die Rally eine teuer bezahlte Wette auf die Zukunft.

Auf den entscheidenden Serienauftrag wartet LPKF noch, bei der Masterflex SE stehen die größten Projekte der Firmengeschichte kurz vor dem Hochlauf. Der Kurs honoriert das bislang nicht, obwohl sich das Umfeld gerade zu drehen beginnt. zum Artikel

Auch Matador Secondary Private Equity hat die zuvor aufgelaufenen Kursgewinne komplett wieder abgegeben, dort trifft der Rückschlag jedoch auf ein spürbar verbessertes Halbjahresergebnis. Hinzu kommt ein Termin im September, der den Titel stärker in den Fokus rücken dürfte: zum Artikel

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Erstellung am 03.09.26 um 23:21 Uhr.

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