MÄRKTE USA/Freundlich - Moderate Inflationsdaten stützen
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Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Trotz erneuter gegenseitiger Angriffe im Nahost-Konflikt ist es am Donnerstag an der Wall Street nach oben gegangen mit den Aktienkursen. Zwar dämpften die Militäraktionen im Iran Friedenshoffnungen, der darauf folgende Anstieg der Ölpreise fiel aber letztlich sehr moderat aus. Das hielt Inflationssorgen und Zinserhöhungsspekulationen im Zaum. Dabei half auch ein Bericht des Nachrichtenportals Axios, wonach sich die USA und der Iran grundsätzlich auf eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage geeinigt haben sollen, um Verhandlungen über das iranische Atomprogramm aufzunehmen. Eine ähnliche Meldung von Axios hatte schon am Wochenende die Runde gemacht.
Brent-Öl kostete zuletzt im US-Handel knapp unter 94 Dollar, weit unter den seit dem Beginn des Krieges gesehenen Hochs jenseits von 120 Dollar.
Konjunkturseitig fiel das US-BIP-Wachstum im ersten Quartal mit 1,6 Prozent schwächer aus als vorläufig mit 2,0 Prozent geschätzt. Außerdem stieg der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben im April einen Tick weniger stark als prognostiziert. Beides spricht tendenziell gegen höhere Zinsen. Am Anleihemarkt sanken die Renditen denn auch, im Zehnjahresbereich um 3 Basispunkte auf 4,45 Prozent.
Der eng gefasste Dow-Jones-Index bewegte sich kaum vom Fleck, der breitere S&P-500 legte um 0,6 Prozent zu, die technologielastigen Nasdaq-Indizes sogar um bis zu 0,9 Prozent, womit sie erneut Rekordhochs erreichen. Nach ersten Zählungen gab es an der Nyse 1.610 (Mittwoch: 1.459) Kursgewinner und 1.165 (1.300) Kursverlierer. Unverändert schlossen 61 (66) Titel.
Der Goldpreis stieg nach vier Handelstagen mit Verlusten wieder, um 0,9 Prozent auf 4.497 Dollar. Stützend dürften die sinkenden Anleiherenditen gewirkt haben, was das zinslose Edelmetall als Anlage attraktiver macht. Daneben half auch der schwächere Dollar. Der Euro stieg auf 1,1646 Dollar.
Am Aktienmarkt spielte viel Musik bei Einzelhandelsaktien. Best Buy meldete einen höheren Gewinn und steigende Umsätze. Die Aktie machte einen Satz um fast 16 Prozent. Auch Dollar Tree verzeichnete im ersten Geschäftsquartal einen höheren Gewinn und Umsatz, gestützt von der Nachfrage nach preisgünstigen Waren. Hier ging es um fast 19 Prozent steil nach oben. Bei der Kaufhauskette Kohl's verringerten sich die Verluste, weil Sanierungsbemühungen erste Erfolge zeigten. Kohl's schossen um gut 20 Prozent nach oben.
Im Technologiesektor waren erneut Chipaktien mit der intakten KI-Fantasie gesucht. Marvell Technology kamen um 3,1 Prozent voran. Der Chiphersteller erreichte bei leicht über den Erwartungen liegenden Umsätzen die Gewinnerwartungen. Zudem fiel die Prognose für das laufende Quartal über den bisherigen Schätzungen aus. Die Aktie hat sich in diesem Jahr dank des KI-Booms bereits mehr als verdoppelt. Für AMD ging es um 4,6 Prozent nach oben, für Arm um 10,8 Prozent. Nvidia zogen um knapp 1 Prozent an.
Salesforce büßten 0,8 Prozent ein. Der Unternehmenssoftware-Anbieter erzielte im ersten Quartal einen höheren Gewinn und Umsatz, verfehlte mit der Umsatzprognose für das Gesamtjahr aber die Analystenschätzung knapp. Aktien von Softwareunternehmen leiden schon länger unter Befürchtungen, dass KI-Anwendungen das Geschäftsmodell der Softwareentwickler gefährdet.
IBM legten um 3,5 Prozent zu mit der Ankündigung, dass der Technologiekonzern in den nächsten fünf Jahren mehr als 10 Milliarden Dollar in seine Bemühungen im Bereich Quantencomputing investieren will. Erst vor einer Woche hatte die Zusage der Bundesregierung in Höhe von 1 Milliarde Dollar für das Quantencomputing der Aktie einen kräftigen Schub verliehen.
Snowflake schnellten um 36,5 Prozent nach oben. Das Cloudspeicher-Unternehmen hob nach besser als gedacht ausgefallenen Quartalszahlen den Ausblick an. Außerdem verkündete Snowflake eine strategische Partnerschaft mit Amazon. Die Amazon-Aktie verteuerte sich um 0,8 Prozent.
Für HP ging es um 1,9 Prozent nach unten. Der Drucker- und Computerhersteller senkte trotz eines Anstiegs bei Gewinn und Umsatz im zweiten Geschäftsquartal den Jahresausblick. Das Unternehmen hatte bereits im Februar auf die Knappheit bei Speicherchips verwiesen.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
DJIA 50.668,97 +0,1 +24,69 50.644,28
S&P-500 7.563,67 +0,6 +43,31 7.520,36
NASDAQ Comp 26.917,47 +0,9 +242,74 26.674,74
NASDAQ 100 30.223,89 +0,8 +250,32 29.973,57
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief
2 Jahre 4,02 -0,01 4,08 3,99
5 Jahre 4,16 -0,02 4,24 4,13
10 Jahre 4,45 -0,03 4,53 4,43
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:01
EUR/USD 1,1646 +0,2 0,0022 1,1624 1,1626
EUR/JPY 185,47 +0,0 0,0500 185,42 185,4600
EUR/CHF 0,9128 -0,2 -0,0022 0,9150 0,9144
EUR/GBP 0,8664 +0,1 0,0008 0,8656 0,8663
USD/JPY 159,23 -0,2 -0,2800 159,51 159,5000
GBP/USD 1,344 +0,1 0,0013 1,3427 1,3417
USD/CNY 6,7796 +0,0 0,0008 6,7788 6,7782
USD/CNH 6,7731 -0,1 -0,0053 6,7784 6,7777
AUS/USD 0,7161 +0,3 0,0024 0,7137 0,7128
Bitcoin/USD 73.270,64 -2,5 -1.895,70 75.166,34 74.926,32
ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
WTI/Nymex 89,47 +0,9 0,79 88,68
Brent/ICE 94,03 -0,3 -0,26 94,29
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
Gold 4.496,50 +0,9 39,47 4.457,03
Silber 75,60 +1,3 0,99 74,61
Platin 1.921,59 +0,2 3,34 1.918,25
(Angaben ohne Gewähr)
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/gos
(END) Dow Jones Newswires
May 28, 2026 16:08 ET (20:08 GMT)
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