MÄRKTE USA/Kleine Gewinne - Streit mit China dämpft
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NEW YORK (Dow Jones)--Neue Misstöne zwischen den USA und China bremsen am Mittwoch die US-Aktienmärkte. Bis zum Mittag Ortszeit reicht es aber immerhin für kleine Aufschläge. Innenpolitisch zeichnet sich derweil in der Debatte um die Verlängerung von Corona-Hilfen noch immer keine Einigung ab. Auch das dämpft die Kauflaune der Anleger. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,3 Prozent auf 26.921 Punkte. Der S&P-500 legt 0,2 Prozent zu, der Nasdaq-Composite steigt um 0,1 Prozent.
Die Stimmung zwischen Washington und Peking ist auf einem neuen Tiefpunkt angelangt, nachdem die USA China aufgefordert haben, das chinesische Konsulat im texanischen Houston zu schließen, was China prompt scharf verurteilte. Das US-Außenministerium begründete die Maßnahme mit dem Schutz geistigen Eigentums und privater Daten von US-Bürgern.
Unterdessen drohen im eigenen Land Millionen von arbeitslosen US-Bürgern schon bald erhebliche Probleme, wenn Ende des Monats die im Zuge der Corona-Pandemie gewährte zusätzliche finanzielle Unterstützung von 600 Dollar pro Woche ausläuft. Am Dienstag hatte der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell Hoffnungen gedämpft, dass ein zur Verlängerung der Hilfen notwendiges Haushaltsgesetz zügig verabschiedet wird.
Biontech und Pfizer mit Impfstoffauftrag sehr fest
Nebenbei läuft noch die Bilanzsaison weiter. Nach Börsenschluss am Mittwoch werden Microsoft und Tesla Quartalszahlen vorlegen. Schon nach der Schlussglocke am Dienstag berichteten unter anderem die Fluggesellschaft United Airlines und Texas Instruments über ihre jeweilige Geschäftsentwicklung. Für United Airlines war das zweite Quartal dieses Jahres nach eigenen Angaben das bisher schlechteste, weil der Flugverkehr wegen der Pandemie zeitweise fast völlig zum Erliegen kam. Der Quartalsverlust fiel höher aus als erwartet. Der Umsatz schrumpfte indessen nicht so drastisch wie befürchtet. Die Aktie zeigt sich 2,8 Prozent niedriger.
Texas Instruments geben 2,3 Prozent ab. Der Chipkonzern ist trotz der Belastungen durch die Coronakrise besser als gedacht durchs Quartal gekommen und zeigte sich auch für den Rest des Geschäftsjahrs überraschend optimistisch. Morgan Stanley hat allerdings trotz der besseren Zahlen die Empfehlung Underweight für Texas Instruments bekräftigt.
Die Aktie des in den USA börsennotierten deutschen Pharmaunternehmens Biontech verbessert sich um 8,5 Prozent. Pfizer rücken um 3,2 Prozent vor. Biontech und Pfizer haben mit der US-Regierung eine Vereinbarung über die Lieferung von bis zu 600 Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs BNT162 geschlossen. Voraussetzung ist eine Zulassung des Impfstoffkandidaten durch die US-Gesundheitsbehörde FDA.
An Konjunkturdaten standen nur die Verkäufe bestehender Häuser aus dem Juni auf der Agenda, die deutlich angezogen sind.
Anleger lieben Gold und Silber
Die innen- und außenpolitische Unsicherheit verschafft dem Anleihemarkt Zulauf. Steigende Notierungen drücken die Zehnjahresrendite um 1,2 Basispunkte auf 0,59 Prozent.
Der Goldpreis setzt seine Hausse fort. Die Feinunze verteuert sich um 1,1 Prozent auf 1.864 Dollar. Unter anderem profitiert das Edelmetall derzeit vom schwächelnden Dollar, durch den es für Käufer aus dem Nicht-Dollarraum billiger wird. Daneben ist es Nutznießer der niedrigen Zinsen sowie der Erwartung tendenziell eher steigender Inflationsraten, falls sich die Volkswirtschaften mit den zahlreichen Hilfsprogrammen stabilisieren. Wie am Vortag rückt der Silberpreis noch sehr viel deutlicher vor, nämlich um 5 Prozent auf 22,45 Dollar.
Am Ölmarkt fallen derweil die Preise. Das Barrel US-Rohöl der Sorte WTI ermäßigt sich um 1,4 Prozent auf 41,35 Dollar. Der Brentpreis gibt um 1,3 Prozent nach auf 43,76 Dollar. Zum einen hat die jüngste Eskalation der US-chinesischen Spannungen Konjunktursorgen geweckt. Zum anderen haben sowohl der US-Branchenverband API am Vorabend als auch das Energieministeriums am Mittwoch wider Erwarten eine Zunahme der US-Ölvorräte gemeldet.
Der Euro baut die kräftigen Kursgewinne vom Vortag nach der Einigung auf dem EU-Gipfel über das Corona-Hilfspaket und den siebenjährigen EU-Finanzrahmen weiter aus. Mit 1,1600 Dollar erreicht er das höchste Niveau seit September 2018. Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung bei rund 1,1590 Dollar.
Der Euro scheine sich zum Hort der Stabilität mausern zu können, kommentiert Devisenanalystin Antje Praefcke von der Commerzbank. Auf dem EU-Gipfel sei eine Einigung erzielt worden, womit ein großer Risikofaktor für den europäischen Zusammenhalt, die europäische Wirtschaft und den Euro überwunden worden sei. Irgendwie sehe gerade alles etwas besser aus für den Euro als für den Dollar, so die Analystin: "Eins zu Null für ihn im Kampf gegen den Virus und die Rezession."
Zugleich liegt der Dollar auf breiter Front sogar im Plus, der Dollar-Index steigt um knapp 0,2 Prozent. Die US-Währung steigt vor allem zum chinesischen Yuan, nachdem die USA die Schließung des chinesischen Konsulats in Houston angeordnet haben.
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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 26.921,37 0,30 80,97 -5,67
S&P-500 3.264,21 0,21 6,91 1,03
Nasdaq-Comp. 10.688,02 0,07 7,66 19,12
Nasdaq-100 10.847,18 0,13 14,11 24,21
US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,13 -2,8 0,16 -107,3
5 Jahre 0,26 -0,5 0,27 -166,2
7 Jahre 0,44 0,0 0,44 -180,5
10 Jahre 0,59 -1,2 0,60 -185,6
30 Jahre 1,28 -2,6 1,31 -178,3
DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:27 Di, 17:25 % YTD
EUR/USD 1,1587 +0,48% 1,1520 1,1492 +3,3%
EUR/JPY 124,20 +0,85% 123,08 122,80 +1,9%
EUR/CHF 1,0768 +0,09% 1,0745 1,0747 -0,8%
EUR/GBP 0,9099 +0,38% 0,9062 0,9020 +7,5%
USD/JPY 107,20 +0,38% 106,85 106,85 -1,5%
GBP/USD 1,2733 +0,09% 1,2713 1,2741 -3,9%
USD/CNH (Offshore) 7,0024 +0,46% 6,9740 6,9806 +0,5%
Bitcoin
BTC/USD 9.346,76 -0,37% 9.351,26 9.361,01 +29,6%
ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 41,35 41,92 -1,4% -0,57 -28,4%
Brent/ICE 43,76 44,32 -1,3% -0,56 -30,0%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.864,15 1.843,03 +1,1% +21,12 +22,9%
Silber (Spot) 22,45 21,38 +5,0% +1,07 +25,8%
Platin (Spot) 912,38 887,50 +2,8% +24,88 -5,5%
Kupfer-Future 2,92 2,95 -1,1% -0,03 +3,5%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/raz/cln
(END) Dow Jones Newswires
July 22, 2020 12:09 ET (16:09 GMT)
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