Aktien von Tesla und SpaceX uneinheitlich: Morgan Stanley sieht Synergien - lohnt sich der Einstieg für Anleger?
Morgan Stanley zählte im SpaceX-Prospekt 71 Erwähnungen von Tesla, viele davon zu Governance und direkter Zusammenarbeit beider Unternehmen.
Werte in diesem Artikel
- Morgan Stanley sieht Tesla und SpaceX enger verzahnt als je zuvor
- Terafab und Macrohard verbinden beide Unternehmen technologisch
- SpaceX-Präsidentin Shotwell bestätigt Synergien für gemeinsame Zukunft
Tesla, Elektroautohersteller mit wachsendem Energie- und Robotikgeschäft, rückt am Montag in den Fokus, weil Morgan Stanley eine deutliche Vertiefung der technologischen und operativen Beziehungen zu SpaceX beschreibt. Die Tesla-Aktie legte im NASDAQ-Handel 3,00 Prozent auf 375,21 US-Dollar zu, während SpaceX-Papiere um 0,56 Prozent auf 151,85 US-Dollar fielen. Für Anleger stellt sich die Frage, wie eng beide Unternehmen inzwischen wirklich verzahnt sind.
Tesla und SpaceX teilen Technologie und Talente
Analysten um Adam Jonas von Morgan Stanley erklärten laut Investing.com, beide Unternehmen teilten Technologie, Talente und Infrastruktur für eine gemeinsame Mission. Im S-1-Prospekt von SpaceX zählte das Analystenhaus 71 Erwähnungen des Namens Tesla. Ein Großteil der Passagen betraf laut Morgan Stanley die direkte Zusammenarbeit sowie Governance-Aspekte und Transaktionen mit verbundenen Parteien. Gwynne Shotwell, Präsidentin von SpaceX, sagte, es gebe zweifellos Synergien zwischen beiden Unternehmen für ihre gemeinsame Zukunft.
Tesla-Finanzchef Bret Johnsen erklärte zugleich: "Die Konnektivität zu einem humanoiden Roboter, einem autonomen Fahrzeug oder einem anderen Fluggerät jeglicher Art lässt sich nicht mit terrestrischen Lösungen realisieren."
Terafab, Macrohard und milliardenschwere Käufe
Beide Unternehmen entwickeln gemeinsam die agentenbasierte Plattform Macrohard und errichten mit Intel die Chipfabrik Terafab in Texas, deren Baukosten laut Morgan Stanley über 119 Milliarden US-Dollar erreichen sollen. Für den Colossus-Rechencluster kaufte SpaceX im Jahr 2025 Megapacks von Tesla im Wert von 506 Millionen US-Dollar sowie Cybertrucks für 131 Millionen US-Dollar. Beide Unternehmen streben zudem unabhängig voneinander eine jährliche vertikal integrierte Solarproduktionskapazität von 100 Gigawatt in den USA an.
Die von SpaceX an Tesla gelieferte Rechenleistung soll bis Ende 2027 eine Kapazität von 4,9 Gigawatt erreichen. Bis 2031 soll sie auf 15,3 Gigawatt terrestrisch anwachsen. Teslas Fertigungskompetenz stützt sich dabei auf mehr als 135.000 Mitarbeiter, mehr als das Sechsfache der SpaceX-Belegschaft.
Was Anleger hinsichtlich der Kooperation beachten sollten
Die von Morgan Stanley skizzierte Verflechtung zwischen Tesla und SpaceX ist für Anleger ein zweischneidiges Signal. Einerseits unterstreichen Projekte wie Terafab und Macrohard, dass Tesla zunehmend als Infrastruktur- und KI-Unternehmen jenseits des reinen Automobilgeschäfts wahrgenommen wird. Die milliardenschweren Rechenleistungs- und Chipkapazitäten, die bis 2031 aufgebaut werden sollen, deuten auf langfristig wachsende Umsatzquellen abseits der Fahrzeugverkäufe hin, die zuletzt unter Druck standen.
Für eine fundierte Anlageentscheidung sollten Anleger jedoch nicht allein auf das KI- und Robotik-Narrativ setzen, sondern auch die operative Entwicklung des Kerngeschäfts – insbesondere die Fahrzeugauslieferungen und Margen – sowie die tatsächliche Umsatzwirkung der neuen Geschäftsfelder im Auge behalten, bevor diese sich signifikant in den Geschäftszahlen niederschlagen.
Evelyn Schmal, Bettina Schneider, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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