Aktien von Micron, Western Digital & Co.: Warum Jim Cramer weiter auf den Speicherchip-Boom setzt
Vier Speicherchip-Werte hält Jim Cramer trotz bereits starker Rally für unverzichtbar, doch bei einem Namen wird der Fernsehmoderator besonders deutlich.
- Jim Cramer erklärt vier Speicherwerte für unverzichtbar
- Micron gehört für ihn zu den Favoriten
- Zwischen Rekordmargen und Warnungen vor einem neuen Einbruch
Jim Cramer hielt in seiner CNBC-Sendung "Mad Money" vor Kurzem an Speicherchip-Aktien fest und nannte Micron Technology, Sandisk, Seagate und Western Digital aktuell "unverzichtbar", obwohl die Titel bereits kräftig gestiegen sind. Eigentlich ist der Starinvestor nicht davon überzeugt, in Aktien zu investieren, die bereits sehr gut gelaufen sind, die in diesem Fall, so argumentiert der Moderator, würden die klassischen Regeln des Chip-Investierens jedoch nicht mehr greifen, weil die KI-Nachfrage den Speichermarkt strukturell verändert habe.
Cramer sieht Micron-Aktie als Top-Pick
In seiner Sendung am letzten Montag sagte Cramer laut CNBC, es sei ihm klar, dass er bei Speicherchip-Aktien, nicht gerade früh dran sei, er glaube aber nicht, zu spät zu kommen. Er verband die Rally mit Äußerungen von Elon Musk, der beim Earnings Call von SpaceX für das zweite Quartal erklärt habe, Speicher sei mittlerweile der Engpass für den Ausbau von KI-Rechenzentren. Cramer bezeichnete Micron als seinen bevorzugten Titel innerhalb der Gruppe und kündigte an, das Forschungszentrum des Unternehmens in Idaho zu besuchen, um CEO Sanjay Mehrotra zu interviewen.
Micron: Ausverkaufte Kapazitäten bis 2027
Micron Technology, Hersteller von DRAM-, NAND- und HBM-Speicherchips für Smartphones, PCs, Server und KI-Rechenzentren, hat laut The Street seine HBM- und DRAM-Kapazitäten bereits bis 2027 verkauft. KI-Rechenzentren sollen demnach inzwischen rund 70 Prozent der weltweiten Speicherchip-Produktion verbrauchen. Um sich künftige Lieferungen zu sichern, hat Micron bereits 22 Milliarden US-Dollar an Vorauszahlungen im Rahmen von Kundenvereinbarungen zugesagt.
Die Geschäftszahlen untermauern das Bild: Im dritten Fiskalquartal 2026, das am 28. Mai endete, erzielte Micron einen Umsatz von 41,46 Milliarden US-Dollar und ein Non-GAAP-Ergebnis je Aktie von 25,11 US-Dollar bei einem operativen Cashflow von 25,39 Milliarden US-Dollar. Die Bruttomarge (Non-GAAP) lag bei 84,9 Prozent, verglichen mit 37,7 Prozent (GAAP) im Vorjahresquartal. Für das vierte Fiskalquartal stellte das Unternehmen einen Umsatz von 50,0 Milliarden US-Dollar (plus/minus 1,0 Milliarden) sowie ein Non-GAAP-Ergebnis je Aktie von 31,00 US-Dollar (plus/minus 1,00) in Aussicht. CEO Sanjay Mehrotra verwies auf mehrjährige strategische Kundenvereinbarungen, die Umsatz und Nachfrage absichern sollen.
Zweifel am Ende des alten Boom-Bust-Zyklus
Nicht alle teilen Cramers These vom Ende des klassischen Boom-Bust-Zyklus. Speicherchips galten laut einem Bericht von TheStreet jahrzehntelang als Wall Streets typischer Boom-Bust-Handel: Hersteller reagieren auf Nachfragespitzen mit Kapazitätsausbau, bis das Angebot den Markt flutet und die Preise einbrechen. Kritiker verweisen darauf, dass Micron fundamental weiter ein zyklisches Geschäft betreibe und die Aktie bereits gezeigt habe, wie schnell sie einbrechen kann, sobald Sorgen vor einem Höhepunkt des KI-getriebenen Memory-Booms aufkommen.
Analyst Pierre Ferragu von New Street hat TheStreet sein Kursziel für Micron angehoben und argumentiert, Investoren unterschätzten weiterhin, wie stark sich dieser Speicherchip-Zyklus von früheren unterscheide. Der TipRanks-Analystenkonsens aus 31 Häusern kommt auf die Einstufung Strong Buy und ein mittleres Kursziel von rund 1.559 US-Dollar bei einer Spanne von 1.100 bis 2.200 US-Dollar. UBS-Analyst Timothy Arcuri bestätigte letzte Woche seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 1.625 US-Dollar, während Bank of America Securities über Vivek Arya tags zuvor bei 1.550 US-Dollar blieb.
Der nächste Ergebnisausweis wird zeigen, welches Umsatzniveau Micron für das vierte Fiskalquartal tatsächlich meldet und wie sich die Bruttomarge dann entwickelt.
Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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