OHB: Satter Abschlag - neue Kurschance?

22.06.26 14:59 Uhr

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Der Satellitenbauer OHB sammelt mit einer großangelegten Kapitalerhöhung bis zu 510,7 Mio. Euro ein. Gleichzeitig öffnet das Unternehmen seinen Streubesitz deutlich, indem der Finanzinvestor KKR einen erheblichen Teil seiner Anteile abgibt.

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OHB hat den Ausgabepreis für die neuen Aktien auf 300,00 Euro festgezurrt. Insgesamt gibt das Unternehmen bis zu rund 1,7 Mio. neue Papiere aus, was rund 8,8 Prozent des bisherigen Grundkapitals entspricht. Werden alle Aktien platziert, fließen dem Konzern Bruttoerlöse von über 500 Mio. Euro zu, netto etwas 490 Mio. Euro.

Transaktion in zwei Bausteinen

Die Kapitalmaßnahme ist zweigeteilt. Den größten Brocken bildet eine internationale Privatplatzierung bei institutionellen Investoren, die über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren vom 22. bis 24. Juni 2026 läuft. Dort werden 1,6 Mio. neue Aktien sowie bestehende Stücke aus dem Bestand des KKR-Vehikels Orchid Lux angeboten. Den zweiten Baustein bildet ein Bezugsrechtsangebot für die bestehenden Minderheitsaktionäre, das vom 25. Juni bis zum 8. Juli 2026 läuft. Das Bezugsverhältnis beträgt 45 zu 4, je 45 alte Aktien berechtigen also zum Kauf von vier neuen.

KKR reduziert, Familie Fuchs bleibt an Bord

Bemerkenswert ist die Rolle der Großaktionäre. Die Gründerfamilie Fuchs gibt kein einziges Papier ab und bleibt mit mehr als 60 Prozent Mehrheitseigentümerin. Der Finanzinvestor KKR dagegen trennt sich von bis zu 1,23 Mio. Aktien, behält aber weiterhin eine Beteiligung von gut 20 Prozent. Beide Hauptaktionäre haben auf die Ausübung ihrer Bezugsrechte verzichtet, sodass rund 94,3 Prozent der neuen Aktien in die Privatplatzierung fließen. Der für Investoren entscheidende Streubesitz würde dadurch von bisher mageren 5,7 Prozent auf bis zu 19,2 Prozent steigen.

Geld für Industrialisierung und Raketen

Doch wozu braucht OHB das Geld? Es geht klar um Wachstumsbeschleunigung. Konkret will OHB die Produktion weiter industrialisieren, Kapazitäten ausbauen und auch Zukäufe prüfen. Hinzu kommen Investitionen in Trägerraketen sowie Zukunftsfelder wie Mondmissionen und Anwendungen im erdnahen Orbit. Damit reagiert OHB auch recht schnell auf das sich deutlich verändernde Umfeld beim Thema Weltraum-Nutzung bzw. -ökonomie.

Prestigeträchtige Aufträge

OHB hatte ja schon in den vergangenen Jahren sehr prestigeträchtige Aufträge, z.B. auch von der europäischen Raumfahrtorganisation ESA erhalten. Hinzu kamen zuletzt auch Partnerschaften im Bereich Defence. Das alles in gewisser Weise unter der „Schirmherrschaft“ des Börsenganges von SpaceX, der das Weltraumthema in das Zentrum der Marktdiskussionen gerückt hat. Bezeichnend, dass OHB erste Pläne für eine Kapitalerhöhung auf ein Zeitpunkt nach dem SpaceX-IPO verschoben hatte.

Wichtiger Fortschritt

Für die Börsennotiz ist die Kapitalerhöhung ein wichtiger Fortschritt, da der Free Float deutlich gestärkt wird, was das Interesse weiterer Investoren wecken könnte. Die Maßnahme findet allerdings nach einer massiven Rally statt – und damit trotz der jüngsten Korrektur und des gewählten deutlichen Abschlags zum Börsenkurs auf einem immer noch sportlichen Konsens-KGV26 von knapp 110 bei einem Kurs von 385 Euro (Stand 22.06.). Der hohe Abstand zum Kurs der Privatplatzierung könnte daher für kurzfristigen Abgabedruck sorgen. Risikobereite Anleger, die auf Kurssteigerungen durch einen weiter positiven Newsflow setzen wollen, können das für einen spekulative Käufe nutzen. Auch eine Zeichnung bietet sich für Bestandsaktionäre mit dieser Erwartungshaltung an.

Über einen Mangel an positiven Nachrichten muss man sich auch nicht bei Daldrup & Söhne beklagen. Nun hat der Vorstand im Rahmen des Kapitalmarkttages nachgelegt und u.a. die Hoffnungen bezüglich weiterer Großauftäge gestützt:  zum Artikel

Auf ein positives Momentum hoffen derweil die Aktionäre von B+S Banksysteme. Denn die Aktie kommt trotz sehr überzeugender Fundamentaldaten nicht richtig voran. Woran das liegen und, vor allem, wann sich das ändern könnte: zum Artikel

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Erstellung am 22.6.26 um 14:25 Uhr.

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