KI im Zahlungsverkehr

Coinbase for Agents: KI-Agenten erhalten Zugriff auf Krypto-Trading und Zahlungen

28.06.26 16:25 Uhr

Coinbase öffnet KI-Agenten den Zugang zu Krypto-Handel und Zahlungen | finanzen.net

Coinbase hat kürzlich ein neues Werkzeug vorgestellt, mit dem KI-Agenten wie ChatGPT oder Claude direkt auf das Konto von Nutzern zugreifen und für sie traden können.

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• Mit "Coinbase for Agents" können KI-Agenten Krypto-Trades ausführen
• Zahlungsprotokoll für autonome Agentenzahlungen
• Werden KI-Agenten zu den zentralen Wirtschaftsakteuren im Netz?

Coinbase for Agents

Coinbase hat am 11. Juni 2026 "Coinbase for Agents" gestartet. Das Tool verbindet laut Aussagen des Unternehmens das eigene Coinbase-Konto direkt mit einem KI-Agenten und erlaubt diesem, im Auftrag des Nutzers zu handeln, zu bezahlen und Workflows auszuführen - innerhalb von Grenzen, die die Nutzer selbst festlegen.
Verfügbar ist das Angebot laut Coinbase ab sofort als MCP-Anbindung für webbasierte Agenten wie ChatGPT oder Claude Web sowie als CLI samt "Skill" für terminalbasierte Umgebungen wie Claude Code, Codex oder OpenClaw.

Zu Beginn können die KI-Agenten nur Krypto-Spot- und Derivatehandel ausführen. Laut CNBC sollen die Fähigkeiten künftig aber auch auf Aktien und Prognosen ausgeweitet werden und, wie Coinbase erklärt, zusätzlich auch auf Indexfonds und Rohstoffe.

Coinbase ordnet den Schritt in einen größeren Trend ein: Nutzer würden sich zunehmend über Agenten, statt über klassische Apps durchs Netz bewegen, weshalb Unternehmen ihre Produkte nach dem Motto "agent-first" umbauen müssten. "Coinbase for Agents" soll in diesem neuen Umfeld das zentrale Trading- und Zahlungskonto werden.

Risikomanagement

Die Sicherheit spielt in diesem Zusammenhang natürlich eine große Rolle: Zur Kontrolle kann der KI-Agent entweder in einem isolierten Sub-Portfolio operieren, das keinen Zugriff auf die übrigen Bestände hat, oder aber direkt auf dem Hauptkonto arbeiten. In jedem Fall führt er laut Coinbase nur Aktionen aus, die explizit vom Nutzer freigegeben wurden. Künftig will Coinbase zusätzlich genaue Regeln wie maximale Tradegrößen oder Ausgabenlimits ermöglichen.
Das Unternehmen vergleicht das Zahlungsprinzip mit einer Geschenkkarte, statt mit einem vollen Bankkonto. Zahlungen über "Coinbase for Agents" unterliegen hierbei denselben Transaktionsüberwachungs- und KYT-Prüfungen wie das reguläre Coinbase-Konto.

Als anschauliche Beispiele nennt Coinbase etwa ein Rebalancing in Richtung einer Zielallokation, z.B. etwa 60 Prozent BTC, 20 Prozent ETH und 20 Prozent SOL, mit gestaffelten Limit Orders bei Kursrückgängen von 5, 10 oder 15 Prozent, oder ein durchgehendes Monitoring der Cash-Position mit automatischer Ausführung voreingestellter Trades sowie ein weiteres Beispiel, bei dem der Agent anhand stündlicher ETH-Kursdaten aus 30 Tagen die historisch günstigste Tageszeit ermittelt und darauf basierend zwei Wochen lang täglich eine Kauforder im Volumen von 20 US-Dollar platziert.

Das x402-Protokoll

Für Zahlungen zwischen Agenten und Diensten ist das im Mai 2025 vorgestellte Protokoll x402 die Grundlage, wie das Unternehmen erklärt. Es reaktiviert den bislang ungenutzten HTTP-Statuscode 402 "Payment Required": Fragt ein Agent eine kostenpflichtige Ressource an, antwortet der Server mit diesem Code samt Preisangabe. Der Agent sendet daraufhin eine signierte Zahlungsfreigabe über einen X-PAYMENT-Header zurück, ein "Facilitator" prüft und verbucht die Zahlung On-Chain, und der Server liefert anschließend die angeforderten Daten samt Bestätigung im X-PAYMENT-RESPONSE-Header aus.

Abgewickelt wird das Ganze laut dem Whitepaper der Zahlungsmethode auf dem Coinbase Layer-2-Netzwerk Base, mit einer Bestätigungszeit von rund 200 Millisekunden und nahezu ohne Gebühren.

Markus Maier, Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Primakov / Shutterstock.com, Burdun Iliya / Shutterstock.com

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