OTS: eClear AG / EU-Zollerhöhung verteuert Einfuhr von China-Ware / ...

30.06.26 11:47 Uhr

EU-Zollerhöhung verteuert Einfuhr von China-Ware / eCommerce-Markt

wird laut Berliner Zolldienstleister eClear um zwei Drittel einbrechen

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Berlin (ots) - Mit der Einführung neuer Zölle sorgt die EU ab morgen für

deutlich steigende Preise im Onlinehandel: Auf günstige Importwaren wie

Dekoartikel, Schmuck oder Textilien, die bislang bis zu einem Warenwert von 150

Euro zollfrei eingeführt werden konnten, fallen künftig pauschal 3 Euro

Einfuhrzoll pro Warengruppe an. Eine Handyhülle, eine Jeans, ein Lippenstift,

macht 9 Euro zusätzliche Zollgebühren.

"Die Entscheidung der EU wird die Menge von über 5 Milliarden Kleinpaketen pro

Jahr um zwei Drittel einbrechen lassen", sagt Roman Koidl, CEO des Berliner

Zollspezialisten eClear voraus. Das Unternehmen bietet vor allem chinesischen

Marktplätzen eine vollautomatisierte Abwicklung sämtlicher Zoll- und

Mehrwertsteuerprozesse entlang der Lieferkette an.

Mit den neuen Zollvorschriften stehen viele Anbieter vor erheblichen digitalen

Herausforderungen: "Die Marktteilnehmer müssen künftig die sogenannte

Vorverzollung umsetzen. Dabei wird die Ware schon in China für den freien

Verkehr in der EU verzollt. Viele Anbieter ziehen sich daher kurzfristig aus dem

Geschäft zurück", so Koidl. Die China Post zum Beispiel nimmt keine

eCommerce-Pakete mehr für den EU-Markt an. Wettbewerbsfähig blieben nur jene,

die ihren Warenverkehr bereits vollständig digitalisiert haben.

Koidl sieht zwei Modelle in einem veränderten Markt: das sogenannte

Warenlagermodell. Dabei wird die Ware herkömmlich eingeführt, verzollt und aus

einem EU-Warenlager an die Konsumenten gesendet. Das wird aber, so Koidl, das

Warenangebot deutlich verändern und verteuern: "Wir erwarten eine drastische

Reduzierung des Sortiments auf die Top-Seller. Der Charme eines breiten,

vielfältigen Sortiments, das schnell und günstig war, kann mit teuren

Warenlagern in Europa nicht aufrechterhalten werden. Der Marktplatz SHEIN habe

bereits in Polen ein roboter-gestütztes Lagerhaus mit 740.000 Quadratmetern

eröffnet. Das bisherige Express-Modell sei aber keinesfalls tot. "Viele unserer

chinesischen Kunden werden die Gebühr bezahlen oder auf alternative

Verzollungsmethoden ausweichen", sagt der Unternehmer.

Ein beliebtes Missverständnis sei, dass durch die Einführung der Paketgebühr der

weitgehend unkontrollierte Import von schädlichen oder nicht zugelassenen

Produkten stark zurückgehen wird, sagt Koidl. Dem sei nicht so. eClear sieht

weiterhin eine ungelöste, aber notwendige Weichenstellung: "Für eine nachhaltige

Marktentwicklung im Handel mit China und anderen Importländern benötigen wir

dringend den digitalisierten Artikelpass. Er schafft Transparenz und sorgt für

faire Wettbewerbsbedingungen." Dabei handelt es sich um einen elektronischen

Datensatz, der detaillierte Informationen über Materialzusammensetzung,

Herkunft, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit enthält. Abrufbar sind diese

Daten dann direkt am Produkt über einen QR- oder Barcode. "Solche Datenbanken

existieren längst", so Koidl. Die Einführung sollte - zugunsten eines fairen

Wettbewerbs - nunmehr unmittelbar auf die Erhebung der neuen Gebühren folgen.

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Claudia Fasse

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