10 Prozent vom Rekordhoch entfernt: Ist die Siemens Energy-Aktie jetzt wieder interessant?

Nach dem Rekordhoch Ende April hat die Siemens Energy-Aktie deutlich korrigiert. Analysten trauen dem DAX-Konzern dennoch weiteres Kurspotenzial zu.
Werte in diesem Artikel
• Siemens Energy korrigiert nach Rekordhoch deutlich
• Jefferies hebt Kursziel auf 215 Euro an
• Netzgeschäft und Gamesa-Erholung stützen den Ausblick
Die Aktie von Siemens Energy hat ereignisreiche Wochen hinter sich. Am 24. April verzeichnete das Papier des Energietechnikkonzerns ein neues Rekordhoch bei 191,66 Euro. Seither hat der Titel jedoch an Schwung verloren und büßte in der Spitze rund 13 Prozent an Wert ein.
Trotz dieses jüngsten Rücksetzers auf dem Parkett bleibt die Gesamtbilanz des laufenden Jahres für die Anleger äußerst erfreulich. Seit dem Jahresstart schlägt für den DAX-Wert ein massives Kursplus von 42,49 Prozent zu Buche. Im XETRA-Handel am Mittwoch zeigte sich das Papier zudem wieder von seiner starken Seite und legte letztlich um 3,95 Prozent auf 174,32 Euro zu - damit liegt die Entfernung zum jüngst erreichten Hoch nur noch bei rund zehn Prozent.
Analysten sehen fundamentale Stärke
Angesichts dieser volatilen Bewegung stellt sich für Marktteilnehmer die Frage nach der weiteren Richtung. Die Mehrheit der Analysten bleibt für den Titel jedoch positiv gestimmt und wertet den jüngsten Kursrückgang eher als technische Korrektur denn als operative Schwäche. Zu den optimistischen Stimmen gehört das Analysehaus Jefferies. Der Experte Lucas Ferhani hat die Einstufung für die Aktie jüngst auf "Buy" belassen und das Kursziel deutlich von 164 auf 215 Euro angehoben. Aus Sicht des Analysten läuft es bei dem Münchner Konzern derzeit operativ durch die Bank rund.
Impulse aus dem operativen Geschäft
Als wesentliche Treiber für die anhaltende Wachstumsdynamik nennt die Jefferies-Analyse die Entwicklungen im zweiten Geschäftsquartal. Der Auftragseingang im wichtigen Netzgeschäft sowie im Bereich der Gasturbinen habe die Erwartungen des Marktes erneut übertroffen. Da die Dynamik auch im dritten Quartal hoch bleibe, zeichnet sich eine Fortsetzung des positiven Trends ab. Zudem verweist der Analyst auf weitere Anzeichen für eine fundamentale Besserung bei der krisengeschüttelten Windkrafttochter Siemens Gamesa Renewable Energy. Diese Fortschritte stützen die Zuversicht der Experten, dass die fundamentale Entwicklung den Aktienkurs übergeordnet weiter antreiben kann.
Einordnung für Anleger
Für investierte Anleger und potenzielle Neueinsteiger liefert die Kombination aus starker operativer Leistung und dem jüngsten Kursrücksetzer ein interessantes Signal. Das verbleibende Potenzial bis zum neuen Jefferies-Kursziel von 215 Euro zeigt, dass die Experten der fundamentalen Entwicklung weitaus mehr zutrauen, als das bisherige Rekordhoch widerspiegelte. Der Rückgang um 13 Prozent vom Allzeithoch hat die Bewertung der Aktie ein Stück weit bereinigt und könnte somit eine gesunde Atempause im übergeordneten Aufwärtstrend darstellen. Da das Netz- und Gasturbinengeschäft als verlässliche Ertragsstützen agieren und sich die Lage bei der Windkrafttochter schrittweise stabilisiert, scheint das Fundament für eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte intakt zu sein.
Claudia Stephan, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Siemens Energy AG
