Tesla-Aktie rutscht ab: Morgan Stanley knüpft Anlegervertrauen an Robotaxi-Fortschritt
Ein Analyst fordert handfeste Belege für die Skalierung des Robotaxi-Geschäfts, bevor das Anlegervertrauen in die Tesla-Aktie wieder wächst.
Werte in diesem Artikel
- Morgan Stanley verlangt greifbare Fortschritte statt Ankündigungen
- Einstufung bleibt trotz überraschend starkem Datenpunkt bei Software
- Kapitalzyklus in Milliardenhöhe erhöht den Druck der Rechtfertigung
Morgan Stanley sieht das Vertrauen der Anleger in Tesla eng an den Erfolg des Robotaxi-Geschäfts gekoppelt. Analyst Andrew Percoco verlangte in einer Kundennotiz, die Investing.com vorliegt, klarere Belege dafür, dass das Angebot tatsächlich skaliert, und mahnte zugleich handfestere Fortschrittsnachweise bei Optimus an.
Skalierung als Kernfrage für Tesla
Percoco erklärte laut Investing.com, Anleger blieben zwar konstruktiv gegenüber der von Morgan Stanley als "Physical AI" bezeichneten Strategie des Elektroautoherstellers, die Full-Self-Driving-Software, das Robotaxi-Geschäft und den humanoiden Roboter Optimus umfasst. Der Analyst betonte jedoch, das zweite Quartal habe seine langfristige These, wonach Tesla im Bereich physischer KI führend positioniert sei, nicht grundsätzlich verändert.
Schwächere Bruttomargen, höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie ein länger anhaltender Verzehr des freien Cashflows hätten den Fokus auf messbare Fortschritte bei Robotaxi und Optimus geschärft. Robotaxi müsse sich laut Percoco weiterhin durch mehr Betrieb in bestehenden Städten bei gleichzeitiger Sicherheit und steigender Auslastung beweisen. Bei Optimus suche die Bank weiterhin nach Belegen jenseits von Kommentaren rund um den Produktionsstart.
Tesla-Aktie: Starkes Softwaresignal, aber Hold bleibt
Als konstruktivsten Datenpunkt des Quartals nannte Percoco die Adoptionsrate der Full-Self-Driving-Software bei Auslieferungen in Nordamerika, die 55 Prozent erreichte und damit deutlich über der bisherigen Modellannahme von Morgan Stanley von 25 bis 30 Prozent lag. Der Analyst wertete das als Signal, das zugleich den Erwartungsdruck auf das Robotaxi-Geschäft erhöhe. Trotz dieses positiven Ausreißers beließ Morgan Stanley Tesla bei einem Kursziel von 415 US-Dollar und einer 'Hold'-Einstufung, heißt es.
Percoco habe die Tesla-Coverage von Adam Jonas übernommen, der über Jahre das Gesicht der Bull-Case-Einschätzung von Morgan Stanley zu Tesla gewesen war und in eine breitere Rolle für KI und Robotik wechselte.
Zahlen und Ausbau im Hintergrund
Tesla hatte am 22. Juli die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht und dabei einen Umsatz von 28,2 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Das Non-GAAP-Ergebnis von 0,33 US-Dollar je Aktie verfehlte jedoch die Erwartungen, da das operative Ergebnis um 57 Prozent einbrach und die Erlöse aus Regulierungsgutschriften kollabierten. Der freie Cashflow war im Quartal negativ. Parallel weitete der Konzern das Robotaxi-Programm auf sieben US-Märkte aus und wies über 380.000 unbeaufsichtigte Meilen ohne Sicherheitsvorfälle aus, während die Produktion des Cybercab begann. Tesla treibt zudem einen Investitionszyklus von über 25 Milliarden US-Dollar für 2026 voran, der auf die Skalierung von Robotaxi, Optimus, Halbleiterfabriken und Solarkapazität ausgerichtet ist.
Ob Tesla die von Morgan Stanley geforderten greifbaren Fortschritte bei Robotaxi und Optimus liefert, dürfte sich an der weiteren Ausweitung des Betriebs in bestehenden Städten und an konkreteren Aussagen zum Produktionsstart von Optimus zeigen. Der nächste Quartalsbericht liefert weitere Daten zum Fortschritt bei Robotaxi und Optimus.
Am Montag notiert die Tesla-Aktie im NASDAQ-Handel 0,87 Prozent im Minus bei 339,30 US-Dollar.
Bettina Schneider, Thomas Zoller, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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