Cathie Wood baut ARK-Fonds um: Robinhood-Aktie verkauft - Was bedeutet der Schwenk auf KI und Rüstung für Anleger?
Während die Rendite zehnjähriger US-Anleihen auf den höchsten Stand seit 2002 klettert, greift Cathie Wood ausgerechnet bei Werten zu, die steigende Zinsen eigentlich belasten.
Werte in diesem Artikel
- Cathie Wood baut ARK-Fonds mitten im Anleiheausverkauf um
- Käufe bündeln sich in drei Themen von KI bis Biotech
- Die gewichtigsten Bewegungen am Mittwoch waren Verkäufe
Cathie Wood verkleinert in ihren ARK-Fonds die Positionen bei Teradyne und Robinhood und kauft stattdessen KI-Infrastruktur, Rüstung, Raumfahrt und Biotech, ausgerechnet während der Anleihemarkt hoch bewertete Wachstumswerte unter Druck setzt. Am Mittwoch kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen im Handelsverlauf auf 5,35 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2002, ehe eine gut nachgefragte Auktion sie wieder etwas drückte, so CNBC. Steigende Renditen schmälern den heutigen Wert weit in der Zukunft liegender Gewinne, und genau von solchen Erwartungen leben die meisten Titel auf Woods Kaufliste. Die Handelsmeldung von ARK für diesen Tag zeigt Transaktionen in sechs Fonds, die sich auffallend klar in drei Strängen bündeln.
CoreWeave-Aktie im Depot: ARK setzt auf Rechenleistung
Im KI-Strang steht CoreWeave im Mittelpunkt. ARK baut die Position seit Ende September schrittweise auf: Am 6. Oktober flossen über die Fonds ARKK und ARKW rund 8,5 Millionen US-Dollar in den Rechenzentrumsbetreiber, am 7. Oktober legten beide Fonds erneut nach. Im Technologiefonds ARKW entsprach der jüngste Kauf knapp 0,28 Prozent des Fondsvermögens. Den größten Einzelkauf des Strangs hatte ARK allerdings schon am 2. Oktober getätigt, als rund 20 Millionen US-Dollar in Cerebras Systems gingen. Am Dienstag kamen zudem Aktien von Meta Platforms für rund 8 Millionen US-Dollar hinzu.
Von Kratos bis Joby: Rüstung, Raumfahrt und Flugtaxis
Am breitesten streut ARK bei Verteidigung, Luft und Raumfahrt. Am Mittwoch kaufte die Gesellschaft Kratos Defense & Security Solutions für gut 9 Millionen US-Dollar, dazu AeroVironment, Intuitive Machines und Joby Aviation. Beim Mondlandespezialisten Intuitive Machines entsprach der Zukauf im Raumfahrtfonds ARKX knapp 0,32 Prozent des Fondsvermögens. Bei Archer Aviation fiel der große Schritt schon am Dienstag, als ARK über drei Fonds rund 12 Millionen US-Dollar investierte. Ergänzt wird der Strang durch autonomes Fahren: WeRide, Pony AI und Kodiak AI kamen zur Wochenmitte hinzu, Aurora Innovation bereits einen Tag früher.
Biotech bei ARK: Wirkstoffe statt Werkzeuge
Im Gesundheitsfonds ARKG zeichnet sich derweil ein Richtungswechsel ab. ARK trennt sich von Anbietern genomischer Werkzeuge und Diagnostik: Twist Bioscience, 10x Genomics und CareDx verkaufte die Gesellschaft am 5. Oktober, CareDx am 7. Oktober erneut. Bei Personalis läuft seit Ende September ein fortlaufender Abbau. Mit knapp 0,54 Prozent des Fondsvermögens wog dieser Verkauf am 7. Oktober schwerer als jede andere ARK-Transaktion des Tages.
Auf der Kaufseite stehen Therapeutika und KI-gestützte Wirkstoffforschung. Intellia Therapeutics stockt ARK nahezu täglich auf, am 2. Oktober allein um gut 500.000 Aktien. Recursion Pharmaceuticals landete am 5. und 7. Oktober im Depot, am Mittwoch jedoch ergänzt um Nurix Therapeutics und Kymera Therapeutics. Eine Ausnahme vom Muster bildet Veracyte: Den Diagnostikspezialisten baut ARK seit Ende September stetig aus, am Dienstag für rund 18,6 Millionen US-Dollar.
Teradyne-Aktie, Robinhood und DraftKings auf der Verkaufsliste
Spiegelbildlich dazu verkleinert ARK Positionen außerhalb der drei Kaufthemen. Den größten Einzelverkauf der Woche verbuchte Teradyne mit rund 27,4 Millionen US-Dollar am 6. Oktober. Am 7. Oktober reduzierten ARKQ und ARKX erneut, im Fonds ARKQ entsprach das gut 0,43 Prozent des Vermögens. Robinhood verkaufte ARK am Dienstag für rund 7,2 Millionen US-Dollar und zur Wochenmitte ein weiteres Mal. Im Fintechfonds ARKF tauschte die Gesellschaft am Mittwoch DraftKings gegen Genius Sports, also den Wettanbieter gegen den Sportdatenlieferanten, mit gut 0,52 beziehungsweise 0,45 Prozent des Fondsvermögens.
Diese Gewichte relativieren das Bild einer großen antizyklischen Wette. Die meisten Käufe bewegen nur 0,01 bis 0,3 Prozent des jeweiligen Fondsvermögens, aussagekräftig ist bei ihnen eher die Richtung als die Größe. Konzentrierter fällt dagegen der Abbau aus, bei Personalis, DraftKings und Teradyne lagen die Anteile jeweils über 0,4 Prozent. Für Anleger, die Woods Bewegungen als Vorlage nutzen wollen, kommt hinzu, dass ARK seine Transaktionen erst nach Handelsschluss veröffentlicht.
Ob sich die Wette gegen das Zinsumfeld auszahlt, entscheidet sich damit vor allem am Anleihemarkt. Nachdem die US-Notenbank die Zielspanne für den Leitzins am 16. September auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben hatte, ist ihre nächste Zinsentscheidung am 28. Oktober der nächste belastbare Datenpunkt für Woods Wachstumsthemen.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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