Tesla-Aktie im Blick: Slowenien lässt FSD vor EU-Abstimmung zu - was das für Anleger bedeutet
Slowenien ist das sechste EU-Land, das Teslas Fahrassistenzsystem FSD Supervised zulässt, noch vor der entscheidenden EU-Abstimmung im Oktober.
Werte in diesem Artikel
- Slowenien öffnet die Tür für Teslas Fahrassistenzsystem FSD
- Anleger blicken auf die entscheidende EU-Abstimmung im Oktober
- Rechtlich bleibt der Fahrer trotz FSD-Freigabe verantwortlich
Tesla hat mit Slowenien das sechste europäische Land für die Zulassung seines Fahrassistenzsystems FSD Supervised gewonnen, noch bevor die EU-Mitgliedstaaten im Oktober 2026 über eine EU-weite Anerkennung abstimmen. Für Anleger verschiebt sich damit die Wahrscheinlichkeit einer positiven Entscheidung im Technischen Ausschuss für Kraftfahrzeuge, auch wenn die rechtliche Verantwortung weiterhin beim Fahrer bleibt.
Slowenien öffnet die Tür
Die slowenische Verkehrssicherheitsbehörde bestätigte die Zulassung von FSD Supervised kürzlich und betonte, neue Technologien müssten sicher eingeführt werden. Sie wertete den Schritt als Beispiel dafür, wie sich neue Systeme schrittweise und unter angemessener Aufsicht in den Verkehr integrieren ließen. Tesla verkündete die Nachricht am Montag über den offiziellen X-Account, der Post wurde von CEO Elon Musk geteilt; Sloweniens Energie- und Infrastrukturminister Jernej Vrtovec repostete mit den Worten "Slowenien entwickeln". Einen konkreten Zeitpunkt für die Freischaltung bei slowenischen Kunden nannte Tesla nicht.
FSD Supervised now approved in Slovenia 🇸🇮
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Rollout will begin soon pic.twitter.com/bxSCKjMCY4— Tesla Europe, Middle East & Africa (@teslaeurope) September 7, 2026
Vor Slowenien hatten bereits die Niederlande, Litauen, Estland, Dänemark und Belgien FSD Supervised zugelassen, womit rund 9,4 Prozent der EU-Bevölkerung erfasst sind. Der Zulassungsweg läuft über gegenseitige Anerkennung: Die niederländische Behörde RDW hatte die ursprüngliche Typgenehmigung erteilt, auf deren Basis andere Mitgliedstaaten das System ohne eigene Neubewertung übernehmen können.
EU-Abstimmung und Kritik
Für eine EU-weite Anerkennung braucht es im Technischen Ausschuss für Kraftfahrzeuge eine qualifizierte Mehrheit von mindestens 15 der 27 Mitgliedstaaten, die zusammen mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren; die nächste Abstimmung wird für den 6. Oktober erwartet. FSD Supervised bleibt dabei ein Level-2-System, bei dem die Person am Steuer jederzeit rechtlich verantwortlich bleibt, weder die slowenische Zulassung noch eine mögliche EU-Entscheidung ändern daran etwas.
Schweden hatte im Juni empfohlen, das System auf EU-Ebene abzulehnen, solange die Funktion zum bewussten Überschreiten von Tempolimits nicht entfernt werde. Frankreich äußerte im Juli ähnliche Sicherheitsbedenken, begann aber im September Tests mit zwei FSD-Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen nach einem, wie es der französische Verkehrsminister nannte, konstruktiven Austausch mit Musk. TheNextWeb berichtete zudem, Tesla habe europäischen Regulierungsbehörden irreführende Sicherheitsdaten übermittelt, das System stehe nach zwei tödlichen Unfällen unter verstärkter Beobachtung; laut fsd-eu-tracker.de bezeichneten zehn von elf befragten Sicherheitsexperten Teslas eigene Unfallstatistik als irreführendes Marketing.
Tesla zwischen Cybercab und Kursziel-Streit
Der regulatorische Fortschritt in Europa fällt in eine Phase, in der Tesla parallel seine Robotaxi-Strategie vorantreibt. Beim Cybercab-Launch-Event in Austin am letzten Donnerstag stellte der Elektroautobauer sein zweisitziges Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale vor; Teslas KI-Chef Ashok Elluswamy erklärte, die Robotaxi-Flotte habe im unüberwachten Betrieb die Marke von eine Million Meilen überschritten, nach 380.000 Meilen zum Ende des zweiten Quartals. Goldman Sachs sieht durch das Cybercab einen möglichen Kostenvorteil von 0,05 bis 0,30 US-Dollar pro Meile gegenüber Wettbewerbern, wie aus einer Research Note hervorgeht, die Investing.com aufgriff. Voraussetzung dafür seien niedrige Herstellungskosten pro Fahrzeug, entscheidend für die Skalierung sei aber die Softwareleistung. Das Analysehaus beließ seine Einstufung der Tesla-Aktie bei Neutral mit einem Kursziel von 360 US-Dollar. Marktbeobachter verwiesen zudem darauf, dass Wettbewerber Waymo bereits über 200 Millionen autonome Meilen verfüge.
Analystenratings zur Tesla-Aktie
Unter den Analysten zeichnet sich ein gemischtes Bild: JPMorgan bewertete die Tesla-Aktie nach dem Cybercab-Event letzte Woche mit "neutral bei einem Kursziel von 445 US-Dollar. Das autonome Fahrzeug gehöre nun offiziell zur Robotaxi-Flotte und werde in ausgewählten Stadtteilen von Austin, Texas, in Betrieb genommen, so Rajat Gupta in einer am Freitag veröffentlichten Studie. Da im Vorfeld des Events hohe Erwartungen geschürt worden seien, konkrete Angaben zu den nächsten Entwicklungsschritten jedoch fehlten, rechnet der Analyst mit einem Rücksetzer beim Aktienkurs. RBC Capital hat die Einstufung für Tesla nach der Vorstellung des Robotaxis mit "Outperform" und einem Kursziel von 480 US-Dollar bestätigt. Im Vergleich zu bereits zuvor bekannten Informationen habe die Veranstaltung kaum neue Erkenntnisse gebracht, so Tom Narayan in der Studie. Zentrale Fragen zu Preis, Produktion und regulatorischen Rahmenbedingungen seien weiterhin offen geblieben. Von insgesamt 27 erfassten Analysten votiert bei TipRanks die Mehrheit für Hold. Das mittlere Kursziel liegt bei 377,08 US-Dollar.
Anleger dürften bis zur möglichen Abstimmung im Technical Committee vor allem verfolgen, ob weitere EU-Staaten dem slowenischen Beispiel folgen und ob Frankreich seine Testphase in eine reguläre Zulassung überführt.
Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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