SpaceX-Aktie im Fokus: Bernstein sieht Kostenrisiko in dreistelliger Milliardenhöhe
Ein eigenes Mobilfunknetz könnte SpaceX laut Bernstein zwischen 50 und 130 Milliarden US-Dollar kosten, doch die Analysten bleiben trotzdem grundsätzlich optimistisch.
Werte in diesem Artikel
- Analysten rechnen vor, wie teuer ein eigenes Netz werden könnte
- Musk widerspricht einem Bericht über mögliche Spektrum-Käufe
- Parallel wächst das Ausbauprogramm für Startkapazitäten weiter
Die Analysten von Bernstein beziffern die möglichen Kosten für ein eigenständiges terrestrisches Mobilfunknetz von SpaceX laut Investing.com auf 50 bis 130 Milliarden US-Dollar, Spektrum eingerechnet. Trotz dieser Summen bleibt das Analystenhaus in seiner Gesamteinschätzung zur SpaceX-Aktie optimistisch, stuft das Direct-to-Device-Geschäft aber als besonders anspruchsvoll ein.
Bernstein rechnet mehrere Szenarien durch
Die Analysten um Douglas Harned von Bernstein haben am Montag eine Kostenanalyse zum Mobilfunkgeschäft von SpaceX veröffentlicht, dem privaten Raumfahrt- und Satellitenkommunikationsunternehmen von Elon Musk. Dazu muss man wissen, dass Bloomberg berichtet hatte, SpaceX und AST SpaceMobile hätten sich als potenzielle Bieter für begehrte Frequenzen im Niedrigfrequenzbereich ins Gespräch gebracht, die fast die gesamte US-Bevölkerung abdecken. Der Anbieter Grain Management hatte zuvor interessierte Parteien gebeten, bis zur ersten Septemberwoche vorläufige Angebote für die 800-MHz-Lizenzen einzureichen, die das Unternehmen kürzlich von T-Mobile erworben hat, berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen. Diese Lizenzen werden Spektrum genannt. Ohne Spektrumkosten taxieren die Bernstein-Analysten den Aufbau eines eigenständigen Netzes für das Direct-to-Device-Geschäft von SpaceX auf rund 15 bis 80 Milliarden US-Dollar, was etwa 30.000 bis 120.000 Makro-Standorten entspreche. Inklusive Spektrum steigt die Spanne auf 50 bis 130 Milliarden US-Dollar.
Die genaue Höhe hänge von zwei Entscheidungen ab: wie aggressiv SpaceX bei der Netzqualität mit etablierten Anbietern konkurrieren wolle, und ob das Unternehmen 10 MHz Low-Band-Spektrum erwirbt, das der Anbieter Grain versteigern will. Bernstein modellierte sechs Szenarien, von einem minimalen Metro-Netz mit rund 70 Prozent Bevölkerungsabdeckung bis zu einem Premium-Netz, das mit bestehenden Telekom-Anbietern konkurrieren könnte. Als Basisfall setzen die Analysten ein National-Szenario inklusive Grain-Spektrum an, geschätzt auf rund 70 Milliarden US-Dollar und 57.000 Makro-Standorte über etwa acht Jahre. Ein Erwerb des Grain-Spektrums könne die benötigte Standortzahl um etwa 30 Prozent senken.
Musk widerspricht Bloomberg-Bericht zu Grain-Spektrum
Den Bloomberg-Bericht, wonach SpaceX an dem Grain-Spektrum interessiert sei, wies Gründer Elon Musk auf der Plattform X als "nicht wahr" zurück. Bernstein hält einen Erwerb dennoch für nicht ausgeschlossen: Auch AST SpaceMobile habe Interesse an dem Spektrum bekundet und im August eine befristete 30-tägige Sondergenehmigung der US-Regulierungsbehörde FCC erhalten.
Trotz der hohen möglichen Kosten sehen die Bernstein-Analysten eine Partnerschaft weiterhin als das wahrscheinlichste Ergebnis für das Mobilfunkgeschäft von SpaceX an, weisen aber darauf hin, dass das Unternehmen weiterhin andeute, ein terrestrischer Netzausbau sei möglich. Das Direct-to-Device-Geschäft bezeichnen sie als das schwierigste Geschäftsfeld. SpaceX plant, die Starship-Starts seiner Mobile-V2-Satellitenkonstellation Mitte 2027 zu beginnen.
Weiteres Großprojekt und Analystenbild zur SpaceX-Aktie
Parallel zur Diskussion um das Mobilfunknetz treibt SpaceX den Ausbau seiner Startinfrastruktur voran. Letzte Woche kündigte das Unternehmen den Bau eines rund 100 Milliarden US-Dollar teuren Startkomplexes namens Starbase Louisiana an, der einer Reuters-Meldung zufolge auf einem etwa 50.585 Hektar großen Gelände auf Pecan Island entstehen und das vierte und größte Startgelände von SpaceX werden soll. Der Bau soll 2027 beginnen, der erste Start ist für 2029 vorgesehen. Nach Unternehmensangaben soll das Areal auch Methan-Produktion für Treibstoff, Stromerzeugung und Tiefwasser-Verschiffungskapazitäten umfassen, während laut Reuters große Teile des Landes als Feuchtgebiet erhalten bleiben sollen.
JPMorgan-Analysten schätzen laut Yahoo Finance, dass SpaceX 2027 und 2028 Investitionsausgaben von 200 Milliarden US-Dollar oder mehr tätigen werde; im zweiten Quartal 2026 hätten die Investitionsausgaben mit 18,4 Milliarden US-Dollar deutlich über den Analystenschätzungen von rund 6 Milliarden US-Dollar gelegen. Der Analystenkonsens zur SpaceX-Aktie liegt laut TipRanks bei Moderate Buy. Grundlage sind 24 Buy-, fünf Hold- und drei Sell-Einstufungen bei einem mittleren Kursziel von 232,35 US-Dollar.
Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
Ausgewählte Hebelprodukte auf AST SpaceMobile A
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf AST SpaceMobile A
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Wirestock Creators / Shutterstock.com, SpaceX
