US-Reise

LG-Aktie springt hoch: KI-Allianz mit NVIDIA wird konkreter - Auch SK hynix-Aktie im Aufwind

22.06.26 14:50 Uhr

Fantasie um Robotik und KI in Zusammenarbeit mit NASDAQ-Wert NVIDIA treibt LG Electronics-Aktie hoch -  Auch SK hynix profitiert und schnappt sich Börsenthron | finanzen.net

Führungskräfte von LG Electronics werden am Montag im NVIDIA-Hauptquartier erwartet, um eine konkrete Zusammenarbeit bei KI und Robotik auszuarbeiten.

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• Gespräche zwischen LG und NVIDIA auf Führungsebene
• Angekündigte Kooperation tritt in neue Phase ein
• Auch SK hynix profitiert und überholt zeitweise Samsung als wertvollstes Unternehmen Südkoreas

An der südkoreanischen Börse ging es am Montag für die Aktie von LG Electronics kräftig nach oben: Zum Handelsende gewann der Anteilsschein 7,57 Prozent auf 227.500,00 Won.

Den Auslöser für die Kursgewinne zum Wochenstart lieferten Berichte über hochrangige Gespräche im Hauptquartier von NVIDIA. Laut "TheKoreaTimes" wird eine rund 30-köpfige Delegation führender LG-Manager am Montag bei dem KI-Platzhirsch in Santa Clara eintreffen, um über die konkreten Schritte bei einer Zusammenarbeit in den Bereichen künstliche Intelligenz, Robotik und digitale Infrastruktur zu sprechen. Damit dürfte die Anfang des Monats bereits angekündigte Kooperation zwischen beiden Konzernen nun in eine neue Phase eintreten.

"One LG"-Ansatz soll Synergien maximieren

Für Aufsehen sorgt dabei auch die Zusammensetzung der südkoreanischen Delegation. Nach Angaben von "TheKoreaTimes" nehmen nicht nur Vertreter von LG Electronics am US-Besuch bei NVIDIA teil, sondern auch Führungskräfte weiterer Konzerngesellschaften wie LG CNS, LG AI Research und des Forschungsclusters LG Science Park. Beobachter erwarten daher laut der Nachrichtenseite, dass ein Fokus auf der sogenannten "One LG"-Strategie liegen wird, bei der die Kernkompetenzen des gesamten Konzerns gebündelt werden, um die synergetische Zusammenarbeit mit NVIDIA zu maximieren.

Dieser Ansatz unterscheidet sich von vielen anderen KI-Partnerschaften, die sich häufig auf einzelne Geschäftsbereiche beschränken. LG scheint stattdessen die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick zu nehmen - von Rechenzentren über Softwareplattformen bis hin zu Robotern und intelligenten Industrieanlagen.

Physical AI und Robotik wohl im Fokus

Im Zentrum der Gespräche dürfte das stehen, was NVIDIA seit Monaten als "Physical AI" bezeichnet. Gemeint sind KI-Systeme, die nicht nur digitale Inhalte erzeugen oder analysieren, sondern direkt mit der physischen Welt interagieren. Dazu zählen humanoide Roboter, autonome Maschinen, intelligente Fabriken und digitale Zwillinge realer Produktionsumgebungen.

"Seoul Economic Daily" schreibt, dass beide Unternehmen insbesondere Möglichkeiten prüfen wollen, wie sich die KI-Plattformen von NVIDIA mit LGs Hardware- und Robotikkompetenzen verbinden lassen. Der südkoreanische Konzern verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Entwicklung von Haushaltsgeräten, Servicerobotern, Industrieautomatisierung und Mobilitätslösungen, während NVIDIA in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte bei Simulations- und Trainingsplattformen für autonome Systeme erzielt hat. Branchenbeobachter sehen daher eine potenziell komplementäre Partnerschaft, bei der NVIDIA das digitale Gehirn und LG die physische Plattform bereitstellt.

Bereits Anfang Juni hatten beide Unternehmen im Rahmen des Asien-Besuchs von NVIDIA-CEO Jensen Huang eine Kooperation beim Aufbau einer KI-Infrastruktur und sogenannter "AI Factories" angekündigt. Der nun geplante Besuch in Kalifornien wird von Analysten als Hinweis gewertet, dass die Zusammenarbeit der beiden Tech-Giganten konkretere Gestalt annimmt.

Signalwirkung für den gesamten Technologiesektor - SK hynix überholt Samsung beim Börsenwert

Die Nachricht, dass Führungskräfte des südkoreanischen Konzerns das NVIDIA-Hauptquartier besuchen, wirkte sich jedoch nicht nur auf die Aktie von LG Electronics aus. Auch andere koreanische Tech-Konzerne profitieren von der positiven Stimmung rund um das Thema KI. So verteuerten sich im Schlepptau beispielsweise auch Papiere von SK Hynix in Seoul um 5,61 Prozent auf 2.919.000 Won.

Zeitweise waren die Kursgewinne bei SK hynix am Montag noch höher ausgefallen, wodurch der Fertiger von HBM-Speichern zwischenzeitlich Samsung Electronics als wertvollstes börsennotierten Unternehmen Südkoreas überholen konnte. Nach Daten von "Reuters" erreichte die Marktkapitalisierung des Speicherchipherstellers teilweise rund 2.082,5 Billionen Won und lag damit knapp über dem Börsenwert von Samsung Electronics der - ohne Vorzugsaktien - bei 2.081,3 Billionen Won lag.

Der Aufstieg von SK hynix kommt einer bemerkenswerten Kehrtwende gleich. Anfang der 2000er-Jahre stand das damalige Unternehmen aufgrund einer hohen Schuldenlast kurz vor dem Zusammenbruch. Heute profitiert SK hynix jedoch kräftig vom weltweiten KI-Boom. Der entscheidende Faktor ist dabei die marktführende Stellung bei HBM-Speichern, die in den KI-Beschleunigern von NVIDIA und anderen Technologieunternehmen eingesetzt werden.

Die nächsten Schritte werden entscheidend

Während LG versucht, sich als wichtiger Partner für Robotik und sogenannte "Physical AI" zu positionieren, ist SK hynix bereits heute einer der zentralen Zulieferer der Infrastruktur, auf der die weltweite KI-Revolution aufbaut. Dass beide Aktien am selben Tag deutlich zulegen, verdeutlicht, wie stark Anleger derzeit auf Unternehmen setzen, die unmittelbar vom Ausbau des KI-Ökosystems profitieren.

Nun wird entscheidend sein, ob aus dem Treffen zwischen LG und NVIDIA in Santa Clara konkrete Projekte hervorgehen. Besonders aufmerksam werden Marktteilnehmer auf mögliche Ankündigungen zu Robotikplattformen, KI-Rechenzentren, industriellen Digital-Twin-Lösungen oder gemeinsamen Entwicklungsprogrammen achten. Sollte LG tatsächlich zu einem der wichtigsten Industriepartner von NVIDIA im Bereich "Physical AI2 werden, könnte dies die strategische Position des Konzerns im globalen KI-Wettbewerb nachhaltig verändern.

Carolin Ludwig, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Michael Vi / Shutterstock.com, Katherine Welles / Shutterstock.com

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