Fonds-Manager behauptet: Darum sind Tesla und SpaceX Value-Aktien
Hohe Bewertungen, vergleichsweise dünne Gewinne - auf den ersten Blick passen Tesla und SpaceX nicht ins klassische Bild einer Value-Aktie. Ein Fondsmanager sieht das aber anders.
Werte in diesem Artikel
- Fondmanager sieht Tesla und SpaceX als Value-Aktien
- Künftige Wertschöpfung werde unterschätzt
- White Paper zu Value Investing 4.0 vorgestellt
Für Christopher Tsai, Präsident und Chief Investment Officer von Tsai Capital zählen die von Elon Musk geführten Unternehmen Tesla und SpaceX zu den überzeugendsten Value-Investments der Gegenwart - allerdings nach einem neu gedachten Verständnis von "Value".
Laut MarketWatch hatten Strategen von Charles Schwab jüngst Anleger davor gewarnt, Geld in Unternehmen zu stecken, deren Wachstumsversprechen weit in die Zukunft reichen. Genau ein solcher Vertrauensvorschuss sei jedoch die Voraussetzung für erfolgreiches Value-Investing, hält Tsai dagegen.
Der "klassische Fehler" vieler Anleger
"Wenn man sich SpaceX ansieht und sagt: ‚Oh, das Unternehmen wird zu einem wahnwitzigen Kurs-Gewinn-Verhältnis gehandelt‘, begeht man möglicherweise den klassischen Fehler, dass diese Unternehmen derzeit immer mehr investieren und damit die Gewinne jetzt drücken, um später mehr Wert zu schaffen", sagte Tsai in einem Interview mit MarketWatch.
"Worüber man wirklich nachdenken sollte, ist, wie das Basisszenario aussieht, was das pessimistische Szenario und was das optimistische Szenario in, sagen wir, fünf Jahren ist", erläuterte der Experte, dessen Portfolio Beteiligungen an den Unternehmen von Elon Musk umfasst.
Value Investing 4.0
Im Mai stellte Tsai ein White Paper vor, das nach seiner Darstellung die vierte Entwicklungsstufe des Value-Investing beschreibt: Value Investing 4.0. Diese Stufe geht laut Tsai über die sogenannten 3.0-Plattform- und Ökosystem-Modelle hinaus, wie er sie etwa bei Amazon sieht - Unternehmen, deren hohe Investitionen die Gewinne oft drücken, um erst später ihren eigentlichen inneren Wert zu entfalten. Damit ein Unternehmen als erfolgreiches 4.0-Value-Investment gilt, muss es laut Tsai vier Kriterien erfüllen:
1. Aufbau eines intelligenzbasierten Burggrabens (Moat) als Eintrittsbarriere für Wettbewerber,
2. digitale Arbeitskraft als zentrales Produkt,
3. ein sich selbst tragendes Geschäftsmodell,
4. Reinvestition des Kapitals in operative Geschäftsbereiche mit hoher Rendite.
Ergänzend beschreibt Tsai Capital in seiner Mitteilung das Konzept als Weiterentwicklung von Benjamin Grahams klassischem Ansatz (1.0) über den auf Qualität und Zinseszins ausgerichteten Stil von Warren Buffett und Charlie Munger (2.0) bis zu den ökosystem-getriebenen Plattformen (3.0). In der neuen 4.0-Stufe werde Intelligenz selbst zur eigentlichen wirtschaftlichen Festung, während skalierbare digitale Arbeitskraft das zentrale Ergebnis darstelle. Unternehmen müssten dafür zunächst eine grundlegende Intelligenz- und Automatisierungsinfrastruktur aufbauen, bevor sich die eigentlichen operativen Geschäftsbereiche voll entfalten könnten.
Tesla und SpaceX haben "tiefe Burggräben"
Genau in diesem Rahmen sieht Tsai Potenzial bei SpaceX und Tesla, in die er nach eigenen Angaben bereits Anfang 2020 investiert hat. Teslas profitables Kerngeschäft mit Elektroautos finanziere die intelligenzbasierten Geschäftsbereiche des Konzerns, etwa das KI-System Dojo und die Full-Self-Driving-Technologie. Beide Unternehmen stünden nach Tsais Einschätzung an der Spitze einer Entwicklung, deren künftige Wertschöpfung der Markt derzeit unterschätze, weil sich viele Anleger zu sehr auf kurzfristige Kennzahlen konzentrierten.
Geringe Trefferquote, hohe mögliche Rendite
Wer künftige Gewinner im Bereich KI und autonomes Fahren richtig einschätzen wolle, stehe vor einer schwierigen Aufgabe, räumt Tsai ein: Er beziffert die Erfolgswahrscheinlichkeit entsprechender Unternehmen auf lediglich ein bis fünf Prozent. Tsai Capital begegne diesem Risiko mit einer sehr selektiven Auswahl der Investments und dem Bewusstsein, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit gering sei. Gerade weil viele Investoren gegenüber Zukunftstechnologien wie KI noch skeptisch seien und deshalb Kapital zurückhielten, könne die richtige Wahl aus seiner Sicht einen besonders großen Wertzuwachs bringen.
Fazit zu Tesla- und SpaceX-Aktie als Value-Werte
Für Christopher Tsai sind Tesla und SpaceX keine spekulativen Wachstumswetten, sondern konsequente Value-Investments einer neuen Ära: Unternehmen, die heute bewusst hohe Summen in den Aufbau von Intelligenz- und Automatisierungsinfrastruktur stecken, um daraus in den kommenden Jahren überproportionale Erträge zu erzielen. Ob sich diese These bewahrheitet, bleibt abzuwarten - Tsai selbst räumt ein, dass die Erfolgsaussichten in diesem Marktsegment begrenzt, im Erfolgsfall aber besonders lohnend sein könnten.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Bildquellen: Nadezda Murmakova / Shutterstock.com, SpaceX
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 17.07.26 | SpaceX Outperform | Bernstein Research | |
| 14.07.26 | SpaceX Buy | Deutsche Bank AG | |
| 13.07.26 | SpaceX Outperform | Bernstein Research | |
| 09.07.26 | SpaceX Buy | UBS AG | |
| 07.07.26 | SpaceX Buy | Deutsche Bank AG |
