Vossloh: Wieviel Kraft hat der Rebound noch?

20.07.26 09:36 Uhr

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Vossloh hat die Umsatz- und Ertragsziele für 2026 zurückgenommen. Nach der ersten Enttäuschung greifen mutige Anleger bereits wieder zu.

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Im Vorfeld der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen für 2026 am 23. Juli hat Vossloh vorläufige Zahlen veröffentlicht. Demnach erzielte der Bahn-Infrastrukturdienstleister im Sechsmonatszeitraum 2026 einen Umsatz von 710,1 Mio. Euro (HJ 2025: 582,6 Mio. Euro) und ein EBITDA von 80,9 Mio. Euro (HJ 2025: 74,2 Mio. Euro).

Jahresziele kassiert

Das liest sich zunächst nicht schlecht, ist auf den zweiten Blick jedoch zu dünn. Zu dünn, um die Geschäftsziele für 2026 noch zu erreichen. Daher soll der Umsatz nun nur noch in einer Range zwischen 1,51 und 1,61 Mrd. Euro liegen. Zuvor hatte das Unternehmen 1,56 bis 1,66 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Auch beim EBITDA wird zurückgerudert. Das neue Ziel liegt jetzt bei 195 bis 210 Mio. Euro (zuvor: 215 bis 230 Mio. Euro).

Hohe Bewertung, hohe Erwartung

Während beim Umsatz die Zielrevision bei gerade einmal gut 3 Prozent liegt, beträgt diese beim EBITDA schon 9 Prozent – jeweils gemessen an der Mitte der Range. Das klingt halbwegs vertretbar. Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass bereits die Bekanntgabe der Ziele für 2026 im März nicht für Jubelstürme an der Börse sorgte. Viele Anleger hatten sich vor dem Hintergrund der erstmaligen Vollkonsolidierung von Sateba und wegen der angekündigten Investitionen des Bundes in die Schieneninfrastruktur mehr versprochen. Da verwundert es nicht, dass die ambitionierte Bewertung nun etwas zurechtgestutzt wird.

Fazit

Trotz eines starken Auftragseingangs im ersten Halbjahr muss Vossloh bei den Zielen für 2026 Abstriche machen. Neben gestiegenen Kosten blieb auch die Nachfrage unter den Erwartungen. Das dürfte zum einen an noch fehlenden Aufträgen aus dem Infrastrukturprogramm des Bundes liegen, zum anderen an der Geopolitik. Vossloh hat zwar ein starkes Standbein in Asien, doch durch den Krieg am Golf bleibt die Kundschaft zurückhaltend. Zudem mahnt auch die Charttechnik zur Vorsicht. Zwar kam es zuletzt zu einer technischen Gegenreaktion an der Unterstützung bei 58/59 Euro, die sich im Dreijahreschart zeigt, der Rebound dürfte ohne neue Kurstreiber spätestens im Bereich 63 bis 65 Euro ausgereizt sein.

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Erstellung am 20.07.26 um 9:06 Uhr.

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