Warnsignale

Anleger sollten aufhorchen - Buffett-Indikator auf historisch riskantem Niveau


Anleger sollten aufhorchen - Buffett-Indikator auf historisch riskantem Niveau

Zwei zentrale Bewertungskennzahlen des US-Aktienmarkts stehen so hoch wie nie oder fast nie zuvor - und Warren Buffetts Investmentgesellschaft zieht seit Jahren die Konsequenzen daraus.

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Aktien

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  • Buffett-Indikator schlägt Alarm
  • Auch die Shiller-Bewertung mahnt zur Vorsicht
  • Berkshire Hathaway mit voller Kriegskasse
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Während die US-Börsen einen Rekordstand nach dem nächsten feiern, hat sich Berkshire Hathaway in die entgegengesetzte Richtung bewegt. Über 13 Quartale in Folge verkaufte das Unternehmen unter Warren Buffett mehr Aktien, als es kaufte, bevor der Investor Ende 2025 den Chefposten an Greg Abel übergab. In Summe entstand daraus eine Verkaufslücke von rund 187 Milliarden US-Dollar, wie TheStreet unter Berufung auf die Quartalsmeldungen von Berkshire Hathaway bei der US-Börsenaufsicht SEC berichtet. Parallel dazu kletterte der sogenannte Buffett-Indikator auf ein Allzeithoch und überschritt damit deutlich die Schwelle, die der Starinvestor selbst einmal als gefährlich bezeichnet hatte.

Was der Buffett-Indikator misst

Der Buffett-Indikator setzt die gesamte Marktkapitalisierung der US-Börsen ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung des Landes. Buffett selbst nannte die Kennzahl bereits 2001 in einem Artikel des Magazins Fortune das wohl beste einzelne Maß dafür, wo die Bewertungen an den Märkten gerade stehen. Buffett erläuterte damals: "Wenn das prozentuale Verhältnis in den Bereich von 70 Prozent oder 80 Prozent fällt, wird sich der Kauf von Aktien für Sie wahrscheinlich sehr auszahlen. Wenn das Verhältnis die Marke von 200 Prozent erreicht - wie es 1999 und in einem Teil des Jahres 2000 der Fall war - spielen Sie mit dem Feuer."

Seit 1970 liegt der Durchschnittswert des Indikators bei rund 88 Prozent - die addierte Börsenbewertung amerikanischer Unternehmen lag historisch also meist unter der gesamten Wirtschaftsleistung der USA. Doch am 1. Juni erreichte der Indikator laut einer Analyse von The Motley Fool einen Schlussstand von 238,5 Prozent.

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Auch die Shiller-Bewertung bestätigt das Bild

Neben dem Buffett-Indikator liefert laut TheStreet eine zweite Kennzahl ein ähnliches Warnsignal: das Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500, das die Unternehmensgewinne über zehn Jahre glättet, um kurzfristige Konjunkturschwankungen herauszurechnen. Dieser Wert lag Anfang Juli bei etwa 41,6 - laut Daten von Robert Shiller, ausgewertet von GuruFocus, damit die zweithöchste Bewertung seit Beginn der Aufzeichnungen im Januar 1871. Über die vergangenen 155 Jahre lag der Durchschnitt der Kennzahl bei rund 17,4. Bemerkenswert: Jeder frühere Stand oberhalb von 30 Punkten wurde bislang von einem deutlichen Markteinbruch gefolgt, mit Verlusten von mindestens 20 Prozent in wenigstens einem großen US-Index.

Martin Romo, Chairman und Chief Investment Officer bei Capital Group, zieht daraus im Kapitalmarktausblick seines Hauses für 2026 die Schlussfolgerung, dass eine selektivere Anlagestrategie inzwischen wichtiger sei denn je, gestützt auf fundierte Einzeltitelanalyse.

Berkshires Kriegskasse wächst auf Rekordniveau

Während Buffett Aktien abstieß, füllte sich die Barreserve von Berkshire Hathaway immer weiter. Von rund 100 Milliarden US-Dollar zu Beginn des laufenden Bullenmarkts Ende 2022 wuchs der Bestand an Bargeld und kurzfristigen US-Staatsanleihen auf ein Rekordniveau von 397,4 Milliarden US-Dollar - mehr als ein Drittel des gesamten Börsenwerts des Konzerns, wie aus dem Quartalsbericht zum ersten Quartal 2026 hervorgeht.

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Auch unter Buffetts Nachfolger Greg Abel bleibt die Grundhaltung konservativ. Bei der Hauptversammlung am 2. Mai 2026 betonte Abel gegenüber den Aktionären, dass die hohe Barreserve einem bewussten strategischen Zweck diene und Berkshire seine finanzielle Unabhängigkeit nicht für Deals in einem überteuerten Markt aufs Spiel setzen werde.

Kein Signal für den nächsten Tag

Trotz der historischen Extremwerte lässt sich aus beiden Kennzahlen keine unmittelbare Korrektur ableiten. Sowohl der Buffett-Indikator als auch das Shiller-KGV sind laut der Methodik von Current Market Valuation eher für Renditeprognosen über Jahrzehnte hinweg konzipiert und weniger als kurzfristiges Timing-Signal. Romo verweist zudem darauf, dass sich die Markttreiber inzwischen über eine breitere Basis verteilen und nicht mehr nur von einer Handvoll dominanter Technologiewerte abhängen - was aus seiner Sicht sorgfältige Einzelanalyse umso wichtiger macht.

Buffetts eigene Erfolgsgeschichte liefert dafür die Blaupause: Seine bekannten Käufe in Phasen echter Marktpanik funktionierten nur deshalb, weil er zu genau diesen Zeitpunkten über gewaltige Barreserven verfügte, während andere Investoren bereits voll investiert waren. Ob und wann sich diese Geduld erneut auszahlt, bleibt zunächst eine offene Frage - die Rekordstände bei Buffett-Indikator und Shiller-KGV dürften Anleger aber vorerst weiter begleiten.

Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Paul Morigi/Getty Images for Fortune/Time Inc

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