Wetter nicht schuld am Ausscheren des Airbus A220 beim Start in Split - doch was sonst?
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Airbus A220-300 von Croatia Airlines: Das Flugzeug mit der Kennung 9A-CAN ist nach der Runway Excursion beschädigt. AIN Beim Start in Split scherte ein Airbus A220 von Croatia Airlines plötzlich nach links aus und kam neben der Piste zum Stillstand. Der nun veröffentlichte Zwischenbericht liefert erste Erkenntnisse – und entlastet das Wetter. Nun stehen neue Thesen im Mittelpunkt.Croatia Airlines steckt mitten im Umbau ihrer Flotte. Die Airline will bis 2027 nur noch mit dem Airbus A220 unterwegs sein. Zwar gehören laut dem Luftfahrtdatenanbieter CH-Aviation noch vier Airbus A319 zur Flotte, mittlerweile aber auch schon neun Airbus A220. Sechs weitere sollen noch dazukommen. Doch seit dem 16. Mai muss die kroatische Fluglinie auf einen Airbus A220-300 verzichten.Der Airbus A220-300 mit der Kennung 9A-CAN landete am 16. Mai aus Düsseldorf kommend am Flughafen Split. Rund eine Stunde später sollte das Flugzeug, den Croatia Airlines erst im Sommer 2025 übernommen hat, nach Frankfurt fliegen. Um 13.27 Uhr Ortszeit beschleunigte der Flug OU412, doch kurz bevor das Flugzeug die Startgeschwindigkeit erreichte, scherte es nach links aus.Piloten von Croatia Airlines befragtDer Airbus kollidierte mit mehreren Signalleuchten sowie einem Schild. Das Cockpitpersonal brach den Start ab. Das Flugzeug kam mit dem linken Hauptfahrwerk und dem Bugfahrwerk neben der Piste zum Stehen. Verletzt wurde niemand. 132 Passagiere und fünf Crewmitglieder konnten den A220 von Croatia Airlines über Treppen verlassen.Nun hat die kroatische Unfalluntersuchungsbehörde AIN einen vorläufigen Bericht veröffentlicht. Grundlage ist der bisherige Stand der Untersuchung. Die Ermittelnden haben dafür Gespräche mit den Piloten von Croatia Airlines geführt, Wetterdaten analysiert sowie die Daten aus dem Flugdatenschreiber und dem Stimmenrekorder im Cockpit ausgewertet.Wechsel der StartrichtungDie Besatzung von Croatia Airlines beantragte beim Rollen, statt der geplanten Piste in die Gegenrichtung zu starten, weil sonst Rückenwind geherrscht hätte. Das wurde erlaubt. Der Wind kam aus 290 Grad mit 28 km/h, Böen bis 43 km/h. Beim Start traf der Airbus A220 ein Seitenwind von rechts mit 24 km/h, in Böen bis 37 km/h. Zulässig sind für diesen Flugzeugtyp Seitenwinde bis 59 km/h.Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass der Windeinfluss zwar nicht unerheblich war, aber unter den zulässigen Grenzwerten für den A220 lag. Rund 20 Minuten vor dem Startvorgang hatte es einen kurzen Schauer über dem Flughafen gegeben. Doch auch hier kommt der Zwischenbericht zu dem Ergebnis, dass das Wetter nicht der entscheidende Faktor für die Runway Excursion, also das ungewollte Abkommen von der Piste, war. Der wahre Grund für die Streckenüberschreitung wird im weiteren Verlauf der Untersuchung ermittelt.Airbus A220 kann repariert werdenDamit rücken andere Thesen in den Mittelpunkt. Gab es eine Asymmetrie der Schubkraft? Eine mögliche Erklärung für das Ausscheren ist ein plötzlicher Schubverlust oder ein Zurückfallen des linken PW1500G-Triebwerks, während das rechte Triebwerk weiterhin Startschub lieferte. Eine solche asymmetrische Schubkraft würde eine starke Gierkraft nach links erzeugen. Fehlfunktion des Fahrwerks, der Reifen oder der Lenkung? Ausfälle wie ein Reifenplatzer, ein Blockieren der Bremsen, eine Fehlfunktion der Bugradlenkung oder andere technische Störungen könnten ebenfalls die plötzliche Abweichung von der Mittellinie erklären. Oder Fehlverhalten der Crew?Der A220 von Croatia Airlines wurde bei Zwischenfall leicht beschädigt, die Schäden gelten aber als reparabel. Das linke Triebwerk wurde durch den Kontakt mit der Pistenrandbefeuerung und den Signalschildern beschädigt. Alle Reifen müssen ersetzt werden, der linke Bugreifen platzte sogar. Die Schubumkehr wirbelte Steinchen auf, die die Verkleidung am Rumpfunterboden und am linken Flügel beschädigten. Nach Daten des Flugverfolgungsdienstes Airnav Radar ist die 9A-CAN bisher nicht in den Einsatz zurückgekommen.Von der Breaking News bis zur Hintergrundanalyse: Unser Team begleitet die Luftfahrt mit Erfahrung und Leidenschaft. Unterstützen Sie unabhängigen Qualitätsjournalismus – für weniger als einen Cappuccino im Monat. Jetzt hier klicken und abonnierenWeiter zum vollständigen Artikel bei aeroTELEGRAPH
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Quelle: aeroTELEGRAPH
