Zweite Runde

Zoll-Schock: Nikkei geht weiter in die Knie


Zoll-Schock: Nikkei geht weiter in die Knie

Die Talfahrt nach dem von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Zollschock und den dadurch entfachten Wachstumsängsten ging am Freitag in Asien in die zweite Runde.

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Insbesondere die Börse in Tokio traf es erneut besonders hart, dort verlor der Nikkei-225-Index am Freitag 2,75 Prozent auf und ging bei 33.780,58 Punkten aus dem Handel. Wieder verstärkte die Währungsseite den Abwärtsdruck, denn der Dollar verliert weiter an Wert, wodurch sie die Exporte japanischer Unternehmen auf Dollarbasis zusätzlich zu den verfügten Zöllen verteuern.

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Weiter suchen die Anleger ihr Heil am Anleihemarkt, dort sinken die Renditen weiter. Dazu tragen laut Marktteilnehmern auch Erwartungen bei, dass die japanische Notenbank wegen des Zollschocks für die heimische Wirtschaft weitere Zinserhöhungen hinauszögern dürfte. "Die Sicht der Notenbank auf die Welt könnte sich infolge der Ankündigung stark verändern", sagt Naomi Muguruma von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities.

An der Wall Street waren die Indizes zwischen 4 und 6 Prozent regelrecht abgestürzt und zudem praktisch auf den Tagestiefs aus dem Handel gegangen und ihre Terminkontrakte deuten bereits auf weitere Abgaben zum Start am Freitag hin.

Vor diesem Hintergrund geben die Marktbarometer in Asien weiter nach, nachdem sie sich am Vortag in der ersten Reaktion teilweise noch vergleichsweise gut gehalten hatten.

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Nicht gehandelt wurde wegen eines Feiertags an den chinesischen Aktienmärkten, die sich am Donnerstag besser gehalten hatten als die Nachbarplätze. Die Analysten von Daiwa erklären die verhaltenere Reaktion chinesischer Aktien damit, dass sie weniger zu verlieren hätten als beispielsweise ihre Pendants in Südkorea, Taiwan und anderen ostasiatischen Ländern. Handelsspannungen mit den USA belasteten die chinesischen Aktien nämlich bereits seit Monaten. Daneben halten sich Spekulationen, dass die chinesische Notenbank mit Lockerungsmaßnahmen stützend eingreifen könnte. Bei der DBS Group rechnet man mit einer Senkung des Leitzinses für einjährige Kredite um 30 Basispunkte und einer Senkung des Mindestreservesatzes um 100 Basispunkte sowie der Wiederaufnahme des Programms zum Ankauf von Staatsanleihen. Abwärtsrisiken für die Wirtschaft könnten auch durch eine stärkere fiskalische Unterstützung und das Angebot an chinesischen Staatsanleihen abgefedert werden.

Morgan Stanley weist derweil darauf hin, dass politische Lockerungen in Asien nicht ausreichen dürften, um den Wachstumseinbruch durch die umfassenden Zölle auszugleichen. Sie erwarten, dass die politischen Entscheidungsträger als Reaktion auf die US-Handelspolitik eine stärkere fiskal- und geldpolitische Lockerung einleiten werden. Allerdings sei der fiskalische Spielraum aufgrund höherer Staatsverschuldungen im Verhältnis zum BIP diesmal geringer als in der Ära Trump 1.0 zwischen 2018 und 2019.

Die Ökonomen der australischen ANZ rechnen nun mit drei Zinssenkungen in Down Under bis August, nachdem sie vor dem Zollschock nur von einer einzigen in diesem Zeitraum ausgegagngen waren. Die Ankündigungen der Zölle würden noch verdaut, und die kommenden Wochen dürften mehr Klarheit über den Verhandlungsspielraum und mögliche Reaktionen der US-Handelspartner bringen, heißt es dort.

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Unter den Einzelwerten traf es in Tokio u.a. Auto- und Technologietitel überdurchschnittlich hart. Toyota, Honda und Mazda sackten ab. Auch Advantest und Renesas knickten sichtlich ein.

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES

Bildquellen: Shutterstock / PeopleImages.com - Yuri A, BEST-BACKGROUNDS / Shutterstock.com

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