Aktien von Metaplanet und Strategy auf Jahrestief: Was hinter dem Absturz steckt - auch Bitcoin in Rot

Bitcoin-exponierte Unternehmensaktien wie Metaplanet und Strategy haben aktuell einen schweren Stand - auch, weil die Kryptowährungen rund um Bitcoin nachgeben.
Werte in diesem Artikel
- Bitcoin-Treasury-Unternehmen Metaplanet und Strategy fallen auf Jahrestief
- Bitcoin rutscht erneut unter die Marke von 60.000 US-Dollar
- US-Inflationsdaten, ETF-Abflüsse und ein schwächelnder Bitcoin drücken auf alle bitcoin-exponierten Titel
Mehr Bitcoin im Treasury, trotzdem tiefere Kurse: Metaplanet setzt seit Monaten aggressiv auf Bitcoin-Akkumulation - und markierte am Freitag dennoch ein neues 52-Wochen-Tief bei 195 japanische Yen, bevor das Papier 10,45 Prozent tiefer bei 197 japanischen Yen schloss.
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Das selbe Schicksal ereilt auch die Aktien von Strategy, dem größten Bitcoin-Treasury-Halter der Welt. Hier ging es am Donnerstag bereits auf ein neues Jahrestief bei 85,00 US-Dollar. Am Freitag rutscht die Aktie weiter unter diese Marke, zuletzt stand ein Minus von0,76 Prozent auf 84,69 US-Dollar an der Kurstafel.
Zwei Titel, ein Muster: Jahrestiefs trotz wachsender Bitcoin-Treasury
Metaplanet hält nach eigenen Angaben aktuell 40.177 BTC in seiner Unternehmens-Treasury, rund 87 Prozent aller Bitcoin-Bestände börsennotierter japanischer Gesellschaften. Weltweit rangiert das Tokioter Unternehmen damit hinter Strategy und Twenty One Capital auf Platz drei. Doch der Aufbau dieser Position hat den Kurs nicht gestützt.
Stattdessen fiel das Papier auf ein neues 52-Wochen-Tief. Gegenüber dem Jahreshoch von rund 1.681 Yen aus dem Juli 2025 beträgt der Verlust mehr als 88 Prozent; seit Jahresbeginn 2026 summiert er sich auf 51 Prozent. Dabei wirkt ein strukturelles Problem verschärfend: Ausstehende Optionsscheine könnten rechnerisch rund 94,7 Millionen Aktien zusätzlich erzeugen. Solange der Kurs tief bleibt, lastet dieser Verwässerungsüberhang wie eine Bremse auf dem Papier.
Das Bild bei Strategy ist ähnlich gelagert, die Tonlage am Markt jedoch schärfer. Wie Investing.com berichtet, fordert Julio Moreno, Forschungsleiter beim Analyseanbieter CryptoQuant, das Unternehmen öffentlich auf, die Bitcoin-Akkumulation auszusetzen und Barreserven aufzubauen. Hintergrund: Die Dollar-Barreserven von Strategy seien seit Anfang 2026 um 38 Prozent auf rund 1,4 Milliarden US-Dollar gesunken, während die jährlichen Vorzugsdividenden-Verpflichtungen auf etwa 1,2 Milliarden US-Dollar gestiegen sind. Die Dividendendeckung habe sich von mehr als sieben Jahren auf rund 14 Monate verkürzt. Der Kurs reagierte: Strategy fiel am gestrigen Donnerstag auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 85,00 US-Dollar. Gegenüber dem Allzeithoch von 457,22 US-Dollar, das Strategy im November 2024 erzielte, beträgt der Abstand satte 81 Prozent.
Hintergründe: Warum bitcoin-exponierte Aktien gerade so stark unter Druck stehen
Der unmittelbare Auslöser kommt aus der Makroökonomie. Wie die deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, kletterte der US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) im Mai 2026 auf 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 3,8 Prozent im April. Die Konsequenz für den Markt: Die Erwartung einer länger restriktiven Geldpolitik der Federal Reserve verdrängt Kapital aus Risikoanlagen. Bitcoin reagiert darauf direkt, und Aktien wie Strategy und Metaplanet, die diesen Kurs mit Hebel abbilden, reagieren noch heftiger. Verstärkend wirkt ein technologiespezifischer Abverkauf: Chipaktien an der NASDAQ zogen Krypto-Futures mit nach unten, weil institutionelle Portfolios beide Anlageklassen häufig als Risikoexposure gemeinsam führen.
Bitcoin notiert am Freitag Daten von CoinMarketCap zufolge zeitweise bei rund 59.204 US-Dollar (-3,41%) und damit über 50 Prozent unter dem Allzeithoch von rund 126.198 USDollar aus dem Oktober 2025. Im Tagesverlauf wurden zwischenzeitlich rund 58.397 US-Dollar als Tagestief markiert. Seit Jahresbeginn verlor Bitcoin rund 26,8 Prozent, laut einer Reuters-Auswertung der steilste Jahresstart-Rückgang seit mindestens 2015. Kumuliert belaufen sich die Abflüsse aus US-Spot-Bitcoin-ETFs im Jahr 2026 auf 3,1 Milliarden US-Dollar. Altcoins geben dabei überproportional nach, ein typisches Muster in Risk-off-Phasen. Ethereum notiert laut CoinMarketCap zeitweise bei rund 1.536 US-Dollar (-5,89%) und verliert auf Sieben-Tage-Sicht mehr als zehn Prozent; gegenüber dem Allzeithoch von rund 4.953,73 US-Dollar aus dem August 2025 entspricht das einem Rückstand von rund 69 Prozent. XRP handelt zeitweise bei etwa 1,02 US-Dollar (-4,87%), Solana bei rund 68,86 US-Dollar (+1,04%). Bemerkenswert: Wie BeinCrypto berichtet, büßte XRP in einem Fünf-Tage-Fenster nur rund neun Prozent ein, während Ethereum rund 16 Prozent und Solana fast 17 Prozent verloren - ein Signal, das auf selektive Haltebereitschaft bei XRP hindeutet.
Nächste Beobachtungspunkte für Anleger
Für Metaplanet kommt regulatorisch ein weiterer Faktor hinzu: Die Japan Exchange Group prüft Indexrichtlinien, die Unternehmen mit mehr als 50 Prozent Krypto-Anteil am Gesamtvermögen aus dem TOPIX ausschließen würden. Ein Urteil steht noch aus. Fällt es negativ aus, wären passive Fonds zum Verkauf ihrer Metaplanet-Positionen gezwungen. Der konkrete Meilenstein für das Unternehmen selbst bleibt die geplante Übernahme von Siiibo Securities für rund 2,1 Milliarden Yen, die Metaplanet unter dem Namen Metaplanet Securities ins Wertpapiergeschäft führen soll.
Für Strategy hängt die Kursstabilisierung maßgeblich daran, ob die Vorzugsaktie über ihrem Nennwert bleibt und damit die Finanzierungsquelle für weitere Bitcoin-Käufe offen hält. Der nächste geldpolitische Beobachtungspunkt für den gesamten Kryptomarkt sind die kommenden US-Inflationsdaten sowie Signale aus der Federal Reserve über Ausmaß und Dauer der restriktiven Zinspolitik.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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