Eurokurs büßt zum US-Dollar etwas ein- Das steckt dahinter

Nach Kursgewinnen an den Vortagen hat der Euro am Donnerstag etwas nachgegeben.
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Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung Euro 1,1440 US-Dollar. Am Morgen hatte sie noch etwas höher notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1467 (Mittwoch: 1,1406) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8720 (0,8767) Euro.
Händler sprachen von einer leichten Gegenbewegung, nachdem der Euro an den beiden Vortagen noch zugelegt hatte. Zuletzt hatten schwächer als erwartet ausgefallene Preisdaten aus den Vereinigten Staaten den Dollar belastet. Die Erwartung, dass die US-Notenbank die Leitzinsen anheben könnte, wurde so gedämpft. Die am Nachmittag veröffentlichten Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen stiegen wie erwartet etwas und bewegten den Devisenmarkt kaum.
Gestützt wurde der als sicherer Hafen geltende US-Dollar durch die angespannte Lage im Nahen Osten. Nach neuen Angriffen und Drohungen der Vereinigten Staaten gegen den Iran sendet die Führung in Teheran gemischte Signale über mögliche weitere Verhandlungen. Der iranische Parlamentspräsident und Chefverhandler Mohammed Bagher Ghalibaf ließ die Tür dafür offen, mahnte aber zugleich, dass man keine Angst davor haben dürfe, kriegerisch eigene Interessen durchzusetzen. In der Stellungnahme von Mittwoch, die teilweise im Fernsehen verlesen wurde, betonte er zudem, dass der Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus beanspruche. Wegen des Streits um die für den globalen Energiehandel wichtige Meerenge ist der Konflikt wieder eskaliert.
Die Ausschläge am Ölmarkt hielten sich aber in Grenzen. Gleichwohl könnten die Energiepreise angesichts der jüngsten Eskalation im US-iranischen Krieg auch wieder anziehen und damit Inflationssorgen und somit auch Zinserhöhungsfantasien nähren. "Solange auch der Markt diese Gefahr sieht und daher auf US-Zinserhöhungen setzt, dürfte sich die Dollar-Schwäche in Grenzen halten", sagte Commerzbank-Devisenexpertin Thu Lan Nguyen.
Für sie gibt es zwei Möglichkeiten, wie diese Dollar-Resilienz enden könnte. Ersten, wenn sich der Energiepreisschock weiterhin in Grenzen halte oder bei einer dauerhaften Einigung zwischen den USA und dem Iran. Die zweite Möglichkeit wäre eine Neubewertung der Reaktion der US-Notenbank auf Inflation durch die Akteure an den Devisenmärkten. "Das dürfte sogar der wichtigere Grund sein, weshalb der Markt seine US-Zinserhöhungserwartungen zuletzt so hoch geschraubt hat." So sei der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh jüngst deutlich falkenhafter aufgetreten als erwartet. Als Falken gelten Notenbanker, die eher für eine straffe Geldpolitik stehen.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84873 (0,85093) britische Pfund, 185,99 (185,22) japanische Yen und 0,9250 (0,9256) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete 3993 Dollar. Das waren rund 67 Dollar weniger als am Vortag.
FRANKFURT (dpa-AFX)
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