Enttäuschende Bilanz

Warnung von Coinbase: Im Fall einer Pleite könnten Nutzer ihre Krypto-Assets verlieren

16.05.22 23:24 Uhr

Warnung von Coinbase: Im Fall einer Pleite könnten Nutzer ihre Krypto-Assets verlieren | finanzen.net

Die Kryptobörse Coinbase hat Anleger zuletzt mit äußerst enttäuschenden Zahlen für das abgelaufene Geschäftsquartal geschockt. Aber es könnte noch dicker kommen: Im schlimmsten Fall könnten Nutzer nämlich ihr Krypto-Vermögen verlieren, warnte das Unternehmen.

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• Coinbase mit enttäuschender Bilanz zum ersten Quartal
• Im Insolvenzfall könnten Nutzer die Ansprüche auf ihr Krypto-Vermögen verlieren
• CEO Armstrong hält Risiko für "unwahrscheinlich"

Bei der Global Conference 2022 des Milken Institute gab sich Brian Armstrong, der Chef der Kryptobörse Coinbase, noch sehr optimistisch in Bezug auf die Entwicklung des Kryptomarkts. Euphorisch äußerte er seine Überzeugung, dass die Zahl der Menschen, die Kryptowährungen genutzt oder getestet haben, bis zum Ende dieses Jahrzehnts von aktuell rund 200 Millionen auf eine Milliarde klettern werde. Diesen positiven Ausblick stützte er zum einen darauf, dass er rasch regulatorische Fortschritte erwarte. Zum anderen sieht er verschiedenste Anwendungsfälle für digitale Devisen, weshalb er davon ausgeht, dass die Kryptowelt künftig entscheidend zur Gesamtwirtschaft beitragen wird.

Die Bilanz der größten US-Kryptohandelsbörse zum ersten Jahresviertel spricht hingegen eine gänzlich andere Sprache. So musste Coinbase einen deutlichen Rückgang um 19 Prozent bei den monatlichen Nutzern verkraften, was zu einem Einbruch des Quartalsumsatzes von 1,80 Milliarden US-Dollar auf nun nur noch 1,17 Milliarden US-Dollar führte. Zudem musste Coinbase einen Verlust je Aktie von 1,98 US-Dollar verbuchen, nachdem vor Jahresfrist noch ein Plus von 3,05 US-Dollar je Aktie in den Büchern gestanden hatte. Die Analystenerwartungen wurden mit diesen Zahlen deutlich verfehlt.

Nutzer könnten Krypto-Einlagen verlieren

In ihrem Quartalsbericht wies Coinbase, die Mitte April 2021 per Direktplatzierung eine starke NASDAQ-Premiere gefeiert hatte, zudem auf ein Risiko hin, das vielen ihrer Nutzer womöglich gar nicht bewusst ist. So könnten diese nämlich im Falle einer Insolvenz von Coinbase womöglich ihr Vermögen verlieren - immerhin 256 Milliarden US-Dollar an verwaltetem Kundenvermögen in Fiat- und Kryptowährungen, wie aus dem jüngsten Quartalsbericht hervorgeht.

"Die Krypto-Assets, die wir für unsere Kunden verwahren, könnten Teil des Konkursverfahrens werden", warnte Coinbase laut "Fortune". Die Nutzer könnten nämlich "allgemeine, ungesicherte Gläubiger" werden, was bedeutet, dass sie keinen Anspruch auf ein spezifisches Eigentum der Kryptobörse hätten und somit auch keinen Zugang zu ihren Krypto-Einlagen.

Dass diese Gefahr besteht, hängt damit zusammen, dass Nutzer, die ein Coinbase-Konto erstellen, ihre Kryptowährungen häufig in einem Wallet verwahren, das von Coinbase kontrolliert wird. Der Vorteil dabei ist, dass sie selbst keinen komplizierten Key benötigen, um auf ihr Vermögen zuzugreifen, sondern nur ein relativ einfaches Passwort, während Coinbase hingegen den Key hält. Dies bedeutet zwar für Nutzer eine Erleichterung, doch geben sie damit auch die Kontrolle über ihre Vermögenseinlagen teilweise auf.

Wie groß ist diese Gefahr?

Gründer und CEO Brian Armstrong bemühte sich jedoch schnell, die Nutzer zu beruhigen. In einem Tweet erklärte er, es bestehe "keine Insolvenzgefahr" für die Kryptobörse. Die Warnung sei lediglich aufgrund einer neuen Vorschrift der Börsenaufsicht SEC erfolgt.

Hintergrund sei, dass es bisher schlicht und einfach noch keinen gerichtlichen Präzedenzfall für ein solches Szenario gäbe. Es sei daher möglich, wenn auch unwahrscheinlich, dass ein Gericht im Falle einer Pleite entscheiden könnte, Krypto-Vermögen von Kunden als der Börse zugehörig zu betrachten.

Dieser Warnhinweis von Coinbase macht immerhin einen deutlichen Unterschied zwischen einer Einlage bei einem traditionellen Kreditinstitut und einer Kryptobörse deutlich: Während bei einer traditionellen Bank die Kundengelder bis zu einer gewissen Höchstgrenze durch das Einlagensicherungssystem FDIC abgesichert sind, greift dieser Schutz bei Kryptohandelsplattformen nicht.

Redaktion finanzen.net

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