Marktmanipulation

Studie deckt auf: Wie ein einziger Bitcoin-Wal den Hype im Jahr 2017 auslöste

12.05.26 06:28 Uhr

Bitcoin: Wie ein einzelner Wal den Hype im Jahr 2017 auslöste | finanzen.net

Der Hype um den Bitcoin erlebte im Dezember 2017 seinen Höhepunkt, als der Kurs auf ein Allzeithoch von knapp 20.000 US-Dollar kletterte. Eine Studie legt nahe, dass ein einziger Akteur für diese Kursexplosion verantwortlich war.

Werte in diesem Artikel
Devisen

0,8084 CHF 0,0000 CHF 0,01%

0,8768 EUR 0,0001 EUR 0,01%

0,7564 GBP 0,0000 GBP 0,01%

161,5263 JPY 0,0093 JPY 0,01%

0,9986 USD 0,0001 USD 0,01%

48.825,2693 CHF 269,9311 CHF 0,56%

52.953,0660 EUR 292,7517 EUR 0,56%

45.686,5709 GBP 252,5788 GBP 0,56%

9.755.591,7769 JPY 53.933,9141 JPY 0,56%

60.310,8717 USD 333,4294 USD 0,56%

0,8536 CHF 0,0058 CHF 0,69%

0,9258 EUR 0,0063 EUR 0,69%

0,7988 GBP 0,0054 GBP 0,69%

170,5613 JPY 1,1616 JPY 0,69%

1,0544 USD 0,0072 USD 0,69%

0,1180 CHF 0,0004 CHF 0,36%

0,1280 EUR 0,0005 EUR 0,36%

0,1104 GBP 0,0004 GBP 0,36%

23,5769 JPY 0,0849 JPY 0,36%

0,1458 USD 0,0005 USD 0,36%

34,7070 CHF 0,5781 CHF 1,69%

37,6413 EUR 0,6270 EUR 1,69%

32,4759 GBP 0,5410 GBP 1,69%

6.934,6827 JPY 115,5170 JPY 1,69%

Bitcoin-Hype ging auf Manipulation zurück
• Ein einziger Wal war verantwortlich
• Bitfinex weist Anschuldigungen zurück

Ursprünglich veröffentlichten John Griffin, Professor an der University of Texas, sowie Amin Shams, Assistenz-Professor an der Ohio State University, schon in 2018 eine Analyse, wonach der Rekordkurs des Bitcoins von Ende 2017 auf eine immense Markt-Manipulation zurückzuführen sei. Ein Update zu ihrer damaligen Studie kam zu dem Ergebnis, dass ein einziger Player hinter den Vorgängen stecke.

So kam es zu dem Bitcoin-Rekord von 2017

In einem Interview mit Bloomberg erklärte Griffin: "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es nicht tausende Investoren waren, die den Bitcoin-Kurs bewegten, sondern nur ein einziger großer. In einigen Jahren werden die Menschen überrascht sein zu erfahren, dass Investoren Milliarden [US-Dollar] an Menschen übergeben haben, die sie nicht kannten und die kaum beaufsichtigt wurden".

Bei dem Bitcoin-Wal soll es sich um einen Trader an der Kryptobörse Bitfinex gehandelt haben. Dieser Kryptomarktplatz ist personell und organisatorisch eng mit der Cyberwährung Tether verbunden. Tether ist ein sogenannter Stable Coin, weil die Tether Limited verspricht, dass für jeden digitalen Tether-Coin auch ein US-Dollar hinterlegt ist.

Laut den Studienautoren seien für die meisten fraglichen Transaktionen Tether verwendet worden. Und weil dabei ein bestimmter Grenzwert nicht unterschritten wurde, konnte der Trader den Bitcoin-Preis höher ansetzen. So heißt es in der Studie: "Unter Zuhilfenahme von Algorithmen konnten wir Blockchain-Daten analysieren und dabei feststellen, dass Tether-Käufe mit Rückgängen an den Märkten zusammenfielen und in Anstiegen beim Bitcoin-Kurs resultierten".

Bitfinex weist Vorwürfe zurück

Wer dieser Trader ist, wollten Griffin und Shams allerdings nicht enthüllen. Jedoch stellten die beiden Professoren die Theorie auf, dass Tether neue USDT-Coins kreiert hat, die jedoch nicht vollständig mit US-Dollar gedeckt waren. Diese Coins seien dann zu Bitcoin-Käufen verwendet worden, was schließlich zu dem enormen Kurssprung geführt habe.

Tether ließ daraufhin über seinen Anwalt Stuart Hoegner verlauten, dass die Analyse "grundlegend fehlerhaft" sei, da sie sich auf einen unzureichenden Datensatz stütze. Vielmehr handele es sich dabei um den Versuch, eine "parasitäre Klage" zu unterstützen.

Tatsache jedenfalls ist, dass die Seriösität von Tether und Bitfinex schon länger in Frage gestellt wird. So gibt es schon seit einiger Zeit Zweifel, ob Tether auch tatsächlich wie versprochen im Verhältnis 1:1 durch US-Dollar gedeckt wird. Zum anderen sieht sich Bitfinex Klagen ausgesetzt, wonach Kundengelder veruntreut und der Markt manipuliert worden sei.

Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: igor.stevanovic / Shutterstock.com, 3Dsculptor / Shutterstock.com