Rückenwind?

Nach EZB, nun BoE: Warum die Politik der Notenbanken Bitcoin & Co. in die Karten spielen könnte

25.09.20 23:00 Uhr

Nach EZB, nun BoE: Warum die Politik der Notenbanken Bitcoin & Co. in die Karten spielen könnte | finanzen.net

Die Corona-Pandemie hat Volkswirtschaften weltweit auf eine harte Probe gestellt. Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise abzufangen, erwägen immer mehr Notenbanken drastische Schritte. So auch die Bank of England, die während des jüngsten Zinsentscheids bekannt gab, künftig auch Negativzinsen in Betracht zu ziehen. Darum könnte sich das als gute Nachricht für Kryptowährungen erweisen.

Werte in diesem Artikel
Devisen

50.590,1474 CHF 272,8815 CHF 0,54%

54.834,5274 EUR 318,2935 EUR 0,58%

46.806,6044 GBP 319,4353 GBP 0,69%

10.184.517,4676 JPY 64.560,0666 JPY 0,64%

62.724,5193 USD 467,7805 USD 0,75%

1.400,4759 CHF -7,7022 CHF -0,55%

1.517,9722 EUR -7,7182 EUR -0,51%

1.295,7369 GBP -5,2522 GBP -0,40%

281.935,7603 JPY -1.281,2001 JPY -0,45%

1.736,3891 USD -5,9270 USD -0,34%

0,8826 CHF 0,0019 CHF 0,22%

0,9566 EUR 0,0025 EUR 0,26%

0,8166 GBP 0,0030 GBP 0,37%

177,6788 JPY 0,5600 JPY 0,32%

1,0943 USD 0,0047 USD 0,43%

0,1467 CHF 0,0005 CHF 0,33%

0,1590 EUR 0,0006 EUR 0,38%

0,1357 GBP 0,0006 GBP 0,48%

29,5249 JPY 0,1263 JPY 0,43%

0,1818 USD 0,0010 USD 0,54%

0,1357 CHF 0,0010 CHF 0,72%

0,1470 EUR 0,0011 EUR 0,76%

0,1255 GBP 0,0011 GBP 0,86%

27,3096 JPY 0,2203 JPY 0,81%

• Coronakrise fordert drastische Maßnahmen von Zentralbanken und Regierungen
• Bank of England bringt Negativzinsen ins Spiel
• Krypto-Enthusiasten erhoffen sich Boost für Bitcoin & Co.

Die Welt sieht sich angesichts der weiterhin wütenden Corona-Pandemie mit einer Herausforderung historischen Ausmaßes konfrontiert. Während einige Länder noch mit einer ersten Ansteckungswelle kämpfen, rollt über andere Länder bereits die zweite hinweg. Dementsprechend gravierend sind auch die wirtschaftlichen Auswirkungen, die mit der Krise einhergehen. Viele Regierungen haben bereits gehandelt und umfängliche Hilfspakete für Unternehmen und Bürger geschnürt. Auch die Notenbanken sehen sich gezwungen neue Wege einzuschlagen und mit einer aggressiven Geldpolitik ihren jeweiligen Ländern unter die Arme zu greifen. So auch die britische Zentralbank Bank of England.

Harter Brexit setzt Vereinigtes Königreich zusätzlich unter Druck

Dabei sieht sich das Vereinte Königreich derzeit noch mit einer zusätzlichen Herausforderung konfrontiert. Nachdem im letzten Jahr die Abspaltung von der Europäischen Union beschlossen wurde, gibt es noch immer kein abschließendes Abkommen zwischen der EU und Großbritannien, in dem die Zeit nach dem Brexit geregelt ist. Es könnte demnach weiterhin zum Jahresende zu einem harten Brexit kommen, was insbesondere von der Wirtschaft gefürchtet wird.

Bank of England stellt Markt auf Negativzinsen ein

Diese Ungewissheit haben auch die britischen Währungshüter bei ihrem letzten Zinsentscheid mit in ihre Überlegungen aufgenommen. Dabei beließen sie den Leitzins zwar bei 0,1 Prozent, machten jedoch deutlich, dass auch Negativzinsen künftig im Rahmen des Möglichen lägen.

Die EZB hat es vorgemacht

Die britischen Währungshüter wären nicht die ersten, die in schwierigen Zeit zu Stimulierung der Wirtschaft zu diesem unkonventionellen Mittel greifen. So hatte die EZB schon im Jahr 2014 erstmals Negativzinsen eingeführt, sodass Banken fortan Strafzinsen zahlen mussten, wenn sie überschüssige Liquidität bei der EZB parken wollten. Zwar hat die Europäische Zentralbank im September 2019 Freibeträge für Banken eingeführt, hält jedoch noch immer an der Politik der Negativzinsen fest.

Doch nicht nur die Banken bekommen negative Zinsraten zu spüren, auch für Sparer ist dies eine schlechte Nachricht. So ist es auch in Deutschland bei immer mehr Banken Gang und Gäbe, dass diese die Negativzinsen an ihre Kunden weitergeben und es somit oftmals nicht mehr kostenlos ist, sein Geld auf einem Konto anzulegen. Das Ausmaß dessen zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox, die der deutschen Presseagentur vorliegt. Demnach bürden mittlerweile 126 Finanzhäuser ihren Kunden insbesondere für größere Geldbeträge auf Tagesgeldkonten Gebühren auf. Im Vergleich: im Jahr 2019 waren es nur lediglich 13 Kreditanstalten gewesen.

Sie möchten in Kryptowährungen investieren? Unsere Ratgeber erklären, wie es innerhalb von 15 Minuten geht:
» Bitcoin kaufen, Ripple kaufen, IOTA kaufen, Litecoin kaufen, Ethereum kaufen, Monero kaufen.

Krypto-Fans reagieren euphorisch auf Ankündigung

Entsprechend dieses Trends dürfte es wenig verwundern, dass einige Krypto-Anhänger die Ankündigung der Bank of England künftig auch Negativzinsen in Betracht zu ziehen, als Rückenwind für Bitcoin, Ethereum & Co. feierten. So verlautete Krypto-Enthusiast Tyler Winklevoss über Twitter, dass sich der Bitcoin kaum über eine bessere Werbung als Negativzinsen freuen könne.

Auch Blockchain-Experte Tone Vays gab sich in einem Tweet euphorisch angesichts des angekündigten Schritts. Seiner Meinung hätte Bitcoin-Anlegern gar nichts Besseres passieren können. Der Schritt würde viel mehr bei der Adaption von Bitcoin helfen.

Hintergrund ist zum einen, dass Negativzinsen das britische Pfund für Anleger unattraktiver machen würden. Auch nach der Ankündigung der BoE geriet die Landeswährung gegenüber dem US-Dollar unter Druck. Zum anderen nutzen schon aktuell insbesondere jüngere Menschen, Kryptowährungen wie den Bitcoin bevorzugt als Wertspeicher. Auch dieser Trend könnte sich dadurch beschleunigen, dass das traditionelle Sparen auf dem Konto immer unattraktiver wird. Und während viele alteingesessene Privatanleger als Inflationsschutz auf Gold setzen, beobachtet die US-Investmentbank Morgan Stanley den Trend, dass Millennials gezielt auf Kryptowährungen setzen.

Das könnte Sie auch interessieren: JETZT NEU - Bitcoin & Co. über die finanzen.net App handeln - oder für Profis über die Börse Stuttgart Digital Exchange

Wie HYCM-Analyst Giles Coghland gegenüber CNBC verlautete, könne er sich vorstellen, dass die BoE im Februar 2021 Negativzinsen einführen wird. Nun bleibt abzuwarten, ob Cyberdevisen davon tatsächlich profitieren werden.

Martina Köhler / Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Wit Olszewski / Shutterstock.com, Gajus / Shutterstock.com