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Amundi MSCI Emerging Ex China ETF: 33 Prozent Rendite im Jahr 2026 ohne Tencent und Alibaba


Amundi MSCI Emerging Ex China ETF: 33 Prozent Rendite im Jahr 2026 ohne Tencent und Alibaba

Tencent und Alibaba fehlen hier komplett und mit ihnen ein Viertel der Fläche eines klassischen Schwellenländer-ETFs. Ein Blick auf die Gründe zeigt, warum es Schwellenländer-ETFs ohne China gibt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Von 114 verfügbaren Schwellenländer-ETFs bleiben nur 6 übrig, wenn man gezielt nach Varianten ohne China sucht.
  • Ohne Tencent und Alibaba wird das freigewordene China-Gewicht vor allem auf Taiwan und Südkorea verteilt, wodurch drei Halbleiterkonzerne zusammen fast 40 Prozent des Fonds ausmachen.
  • 2024 lag der Fonds noch spürbar hinter einem klassischen China-inklusiven Schwellenländer-ETF zurück, im laufenden Jahr liegt er dagegen zehn Prozentpunkte vorn.

Warum manche Anbieter China aus ihren Schwellenländer-ETFs ausschließen

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Der Amundi MSCI Emerging Ex China UCITS ETF Acc bildet den MSCI Emerging Markets ex China Index nach, der große und mittelgroße Unternehmen aus Schwellenländern bündelt, mit Ausnahme Chinas. Im klassischen MSCI Emerging Markets Index nimmt China traditionell eines der größten Einzelgewichte ein. Für den bewussten Ausschluss gibt es jedoch mehrere Gründe: geopolitische Spannungen rund um Taiwan und den Handelskonflikt mit den USA, wiederholte regulatorische Eingriffe der chinesischen Führung gegen große Technologiekonzerne wie Alibaba, die anhaltenden Nachwirkungen der chinesischen Immobilienkrise sowie grundsätzliche Überlegungen mancher institutioneller Anleger, ihr Engagement in einem von einer Einparteienregierung geführten Staat gezielt und getrennt von anderen Schwellenländern zu steuern.

Auffällig dabei: ETFs, die gezielt Taiwan oder Südkorea ausschließen, existieren praktisch nicht in vergleichbarer Verbreitung. Das liegt daran, dass China aufgrund seiner schieren Größe, seines politischen Systems und der Häufung regulatorischer Eingriffe eine Sonderstellung unter den Schwellenländern einnimmt, die in dieser Kombination bei keinem anderen einzelnen Land vorliegt. Wichtig für Anleger ist dabei aber eine Einschränkung. Wer China aus Sorge vor geopolitischen Risiken ausschließt, erhöht damit automatisch sein relatives Gewicht in Taiwan, einem Land, das selbst im Zentrum des Konflikts mit China steht. Das chinabezogene geopolitische Risiko wird also nicht vollständig eliminiert, sondern in Teilen lediglich anders verteilt.

Der zweitgrößte, aber günstigste etablierte ETF in diesem Segment

Der Fonds bildet seinen Index synthetisch über ein Swap-Geschäft nach, thesauriert seine Erträge und wurde im Juni 2019 aufgelegt. Von insgesamt sechs verfügbaren Schwellenländer-ex-China-ETFs ist er mit 4,4 Milliarden Euro der zweitgrößte, hinter dem iShares MSCI EM ex-China UCITS ETF, zugleich aber mit 0,15 Prozent pro Jahr günstiger als dieser mit 0,18 Prozent. Nur zwei kleinere BNP-Paribas-Varianten unterbieten diesen Preis mit jeweils 0,09 Prozent, haben sich am Markt aber noch nicht wirklich etabliert.

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Taiwan Semiconductor, Samsung und SK Hynix: Wohin das China-Gewicht wandert

Die zehn größten Positionen vereinen 46,2 Prozent des Fondsvermögens, wobei allein die drei größten fast 40 Prozentpunkte davon ausmachen. Das ist ein deutlich höherer Konzentrationsgrad als bei einem klassischen Schwellenländer-ETF, der bereits selbst zu den konzentrierteren Anlageklassen zählt. Größte Position ist mit 18,65 Prozent Taiwan Semiconductor Manufacturing, der weltgrößte Auftragsfertiger für Halbleiter, der praktisch alle führenden Chipdesigner mit der Fertigung ihrer modernsten Chips beauftragt und von der anhaltenden globalen KI-Nachfrage nach immer leistungsfähigeren Prozessoren profitiert. Auf Platz zwei folgt mit 10,09 Prozent Samsung Electronics aus Südkorea, ein breit diversifizierter Elektronikkonzern, dessen Speicherchip-Sparte zu den größten der Welt zählt und der ebenfalls maßgeblich von der aktuellen Knappheit bei hochwertigen KI-Speicherchips profitiert. An dritter Stelle steht mit 9,45 Prozent SK Hynix, ebenfalls aus Südkorea, das sich als führender Anbieter von Hochbandbreitenspeicher für KI-Beschleuniger positioniert hat und davon außergewöhnlich stark profitiert. Der Grund für diese enorme Gewichtung liegt darin, dass das im klassischen Index auf China entfallende Gewicht von rund 17 Prozent im Fonds ohne China vollständig auf die übrigen Länder umverteilt werden muss, wobei Taiwan und Südkorea als größte Profiteure die meisten Anteile übernehmen.

Warum Tencent und Alibaba fehlen, und was das für die Länderverteilung bedeutet

Im Vergleich zu einem klassischen Schwellenländer-ETF fehlen hier vor allem Tencent und Alibaba, die beiden größten chinesischen Technologiekonzerne. Bei der Länderverteilung führt Taiwan mit 33,9 Prozent, gefolgt von Südkorea mit 29,3 Prozent und Indien mit 13,3 Prozent, zusammen bereits mehr als drei Viertel des Fonds. Wer diesen Fonds kauft, erhält also eine noch stärker auf ostasiatische Technologiemärkte konzentrierte Wette, als es bei einem klassischen Schwellenländer-ETF ohnehin schon der Fall ist, weniger eine wirklich breite Streuung über viele unterschiedliche Schwellenländer-Volkswirtschaften.

Über die Hälfte Technologie: Eine weitere Verstärkung eines bestehenden Trends

Nach Sektoren steigt der Technologieanteil auf 52,5 Prozent, gut 4 Prozentpunkte mehr als bei einem klassischen Schwellenländer-ETF, während Finanzwerte mit 20,2 Prozent nahezu unverändert bleiben. Der Ausschluss Chinas verschiebt den Fonds nicht in eine völlig neue Richtung, sondern verstärkt eine bereits bestehende Tendenz weiter, da die durch den Wegfall Chinas frei werdenden Anteile überwiegend an bereits stark technologiegeprägte Länder wie Taiwan und Südkorea fließen.

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Warum sich das Bild seit 2024 so stark gedreht hat

2024 lag der Fonds mit 10,0 Prozent noch mehr als 4 Prozentpunkte unter einem klassischen, China-inklusiven Schwellenländer-ETF, damals begünstigt durch eine kräftige Erholung chinesischer Technologiewerte im Zuge staatlicher Konjunkturprogramme und neuer chinesischer KI-Modelle. 2025 lag der Fonds mit 18,9 Prozent bereits minimal vorne und im laufenden Jahr mit 33,5 Prozent gegenüber 23,3 Prozent beim China-inklusiven Vergleichsfonds liegt er sogar deutlich vorn. Der Grund für diesen Wandel liegt vor allem in einer erneuten Verschärfung geopolitischer und handelspolitischer Spannungen zwischen den USA und China im laufenden Jahr, die chinesische Technologiewerte besonders belastet haben, während der globale KI-Boom die Nachfrage nach Halbleitern aus Taiwan und Südkorea unabhängig davon weiter angetrieben hat. Ob dieser Vorteil dauerhaft Bestand hat, hängt maßgeblich davon ab, ob sich das politische Klima zwischen den USA und China wieder entspannt oder ob die aktuellen Spannungen anhalten.

Höhere Schwankung, aber ein ähnlicher maximaler Rückschlag wie bei einem Welt-ETF

Die Volatilität liegt über ein Jahr bei 24,5 Prozent, deutlich höher als bei einem klassischen Schwellenländer-ETF, und auch höher als über drei und fünf Jahre. Dieser jüngste Anstieg lässt sich mit der beschriebenen, noch stärkeren Konzentration auf wenige, besonders schwankungsanfällige Technologiewerte erklären, die aktuell im Zentrum sowohl großer Chancen als auch geopolitischer Unsicherheit stehen. Trotzdem bleibt der maximale Kursrückgang der vergangenen fünf Jahre mit minus 19,6 Prozent und seit Auflage mit minus 38,5 Prozent in einem überschaubaren Rahmen, in etwa auf dem Niveau eines klassischen MSCI-World-ETFs. Das lässt sich damit erklären, dass trotz der hohen Einzelgewichte immer noch über 600 verschiedene Werte im Fonds enthalten sind, was extreme Verluste einzelner Unternehmen oder Branchen abfedert.

Für welche Strategie sich dieser Schwellenländer-ETF eignet

Der Fonds eignet sich für Anleger, die ihr China-Engagement bewusst und gezielt von ihrer übrigen Schwellenländer-Position trennen möchten, etwa aus geopolitischen oder regulatorischen Überlegungen, und die dafür eine noch stärkere Konzentration auf asiatische Halbleiterwerte in Kauf nehmen. Wichtig zu verstehen bleibt, dass der Ausschluss Chinas das relative Taiwan-Risiko erhöht, statt das grundsätzliche geopolitische Risiko rund um den Konflikt zwischen beiden Ländern vollständig zu beseitigen. Wer diese Zusammenhänge versteht und bereit ist, eine im Vergleich zu einem klassischen Schwellenländer-ETF nochmals erhöhte Schwankungsbreite zu akzeptieren, findet mit diesem Fonds einen der günstigsten etablierten Zugänge zu dieser speziellen Anlagestrategie.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Die Konzentration auf wenige Länder und eine einzelne Branche kann das Risiko im Vergleich zu breit gestreuten Fonds deutlich erhöhen.

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Bildquellen: fotoscool / Shutterstock.com, Photon photo / Shutterstock

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