Goldpreis & Co: Chancen bei Rohstoffen? BofA-Stratege rät Anlegern weiter zu Gold-Investments
Ein Stratege der Bank of America erklärt, warum die "politische Panik" der Notenbanken Rohstoffe und Gold für Anleger weiterhin attraktiv macht.
Werte in diesem Artikel
- BofA-Stratege Hartnett rät Anlegern weiter zu Rohstoffen und Gold
- „Politische Panik wirkt“ an den Märkten
- Politik setzt Notenbanken unter Druck
Investmentstratege Michael Hartnett von der Bank of America rät Anlegern, weiter auf Rohstoffe und Gold zu setzen, solange die sogenannte Politikpanik der Notenbanken die Anleiherenditen unten hält. Wie Investing.com berichtet, sieht Hartnett in der jüngsten Aufwertung des japanischen Yen den Beleg dafür, dass die Verteidigung zentraler Marktschwellen greift, darunter ein Gaspreis von 4 US-Dollar je Gallone, ein Kurs des US-Dollar zum Yen von 160 und eine Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen von 5 Prozent. Aus Sicht der Bank of America bestätigt das den Kurs einer Politik, die im Zweifel alle nötigen Mittel einsetzt, um die Märkte zu stabilisieren.
Notenbanken setzen auf Glaubwürdigkeit
Die Notenbanken tendieren nach Einschätzung der Bank of America inzwischen eher zu Zinserhöhungen, um verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen und einen erneuten Anstieg der Anleiherenditen zu verhindern. Hartnett zufolge steht für die politisch Verantwortlichen der Schutz des nominalen Wirtschaftsbooms und der Aktienhausse im Vordergrund. Entsprechend bleibt seine Empfehlung, in Rohstoffen und in Absicherungen gegen eine Geldentwertung wie Gold investiert zu bleiben. In knapper Form bringt Hartnetts Team laut Investing.com die These auf den Punkt: „Politische Panik wirkt.“
Historischer Vergleich stützt die These
Zur Untermauerung führt Hartnett einen langfristigen Renditevergleich an. Über zehn Jahre gerechnet liegt die Rendite US-amerikanischer Aktien bei rund 15 Prozent und die von Rohstoffen bei rund 11 Prozent, während US-Staatsanleihen im selben Zeitraum ein Minus von rund 2 Prozent verzeichnen, die schwächste Zehnjahresphase seit 100 Jahren. Solche negativen langfristigen Renditen hätten sich historisch als starke Einstiegspunkte erwiesen, so Hartnett laut Investing.com. Als Vergleichsjahre nennt er 1939, 1974 und 2009 für Aktien sowie 1933 und 2018 für Rohstoffe, jeweils Phasen, auf die kräftige mehrjährige Erholungen folgten.
BofA rät zu Gold: Fondsflüsse bestätigen den Trend
Auch die Fondsflüsse der Woche bis zum 2. September stützen das Bild einer breiten Nachfrage über mehrere Anlageklassen hinweg. Cash-Fonds führten mit Zuflüssen von 30 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Anleihen mit 18,3 Milliarden US-Dollar und Gold mit 3,2 Milliarden US-Dollar. Aktienfonds verzeichneten mit 2,8 Milliarden US-Dollar den kleinsten Wochenzufluss seit neun Wochen, während Kryptowährungen 500 Millionen US-Dollar einsammelten und damit eine fünfwöchige Serie von zusammen 5,5 Milliarden US-Dollar abschlossen, den stärksten Lauf seit Oktober 2025. Regional standen Abflüssen aus US-Aktien von 5,9 Milliarden US-Dollar erneute Zuflüsse nach Japan und Europa gegenüber.
Offener bleibt laut Hartnett die politische Flanke der These. Die Zustimmungswerte für Präsident Trump sind laut Investing.com auf eine Spanne von 35 bis 40 Prozent gesunken und liegen damit deutlich unter dem historischen Durchschnitt von 53 Prozent zwei Monate vor einer Zwischenwahl, während Prognosemärkte inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent für einen Durchmarsch der Demokraten im Kongress einpreisen. Ein solches Szenario würde laut Hartnett einen Rückschlag von mehr als 10 Prozent bei Aktien sowie fallende Dollar- und Anleiherenditen auslösen, während ein republikanischer Durchmarsch als Signal für mehr Risikobereitschaft gälte. Der nächste Beobachtungspunkt für Anleger ist damit der weitere Verlauf der US-Zwischenwahlen im November.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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